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16/04/2016 10:05 CEST | Aktualisiert 17/04/2017 07:12 CEST

Das hat Donald Trump mit Star Wars zu tun

The Washington Post via Getty Images

Überraschende Einblicke in die Handlungsmotivation prominenter Persönlichkeiten.

Am Super-Thuesday wurde endgültig klar: Mit Trump, dem großmauligen Multi-Milliardär mit deutschen Wurzeln, ist zu rechnen. In sieben Bundesstaaten hat er die Vorwahlen für sich entschieden und die anderen Kandidaten seiner Partei hinter sich gelassen. Spätestens jetzt fragt sich die Welt: Wie tickt der Mann mit der skurilen Fönfrisur wirklich?

Instinkt für die Macht

Wir lesen aus dem Verhalten, dem Auftreten und den Worten Trumps die intrinsische Motivation Macht heraus. Beispielhaft für Menschen, die mit diesem Persönlichkeitsmuster durchs Leben gehen: Sie nehmen kein Blatt vor den Mund, sind völlig unbeeindruckt davon, was andere von ihnen halten, sind es gewohnt, dass sie polarisieren und reden Klartext.

Bei ihnen gibt es kein Wischiwaschi - nur schwarz oder weiß. Und sie nehmen die Dinge gern in die Hand. Dazu ein Zitat des Autors Trump, der 16 (!) Bücher über seine Verhandlungs- und Geschäftspraxis veröffentlich hat: „Was ich leite, läuft rund."

Der Populist Trump (zu deutsch: „Trumpf") verfügt über einen sehr gut entwickelten Instinkt für Macht. Ihm ist es wichtig, sich eindeutig zu positionieren und herauszufinden, wie die Kräfteverhältnisse beschaffen sind. Er agiert nach dem Motto: „Wer nicht für mich ist gegen mich. Und wer gegen mich ist, wird platt gemacht." Auch zu diesem Aspekt seiner Persönlichkeit ein Zitat von Trump himself: „Wenn jemand dich herausfordert, schlag zurück. Sei brutal, sei hart."

Direkt und stark

Wir haben versucht, eine Antwort auf die Frage zu finden, warum Trump mit seinen kruden Forderungen (Mauer zu Mexico, Einreiseverbot für Muslime etc.) in den USA so viele Menschen erreicht.

Unsere These, angelehnt an den Artikel „Rache von unten" von Heike Buchter und Roman Pletter (DIE ZEIT): nachdem die Amerikaner in der Ära Reagan und auch Clinton darauf setzten, dass der Reichtum von oben nach unten verteilt wird und auch der amerikanische Traum vom Tellerwäscher zum Millionär („Yes we can") nicht funktioniert hat, sehnt man sich nun nach einem starken Mann (im Sinne eines starken Vaters), der die Dinge in die Hand nimmt.

Trumps Botschaft lautet: „Mach Amerika groß." Doch eigentlich lautet seine Message: „Ich mache Amerika groß. Ich kann das. Lasst mich mal machen."

Raue Schale, weicher Kern

Menschen, deren intrinsische Motivation auf Macht ausgerichtet ist, stellen ihre eigenen Regeln auf und missachten oftmals die Grenzen ihrer Mitmenschen, zum Beispiel durch ihre deftige Ausdrucksweise. Kompromisse zu machen, Entscheidungen zurückzunehmen oder gar Fehler einzugestehen ist für sie genauso undenkbar, wie Bedürfnisse oder gar Weichheit zu zeigen.

Doch Macht besitzt auch eine gute Seite, wie wir bei Martin Luther King sehen konnten: Er lernte bei Gandhi die „Macht der Machtlosigkeit" und prägte ebenso den gewaltfreien Widerstand. Davon scheint Trump augenscheinlich weit entfernt ...

Wenn Machtmenschen sich hingegen sicher fühlen (im Sinne von nicht bedroht), können sie ihre fürsorgliche und milde Seite zeigen. Dann unterstützen sie Menschen, die schwach sind und daran nichts ändern können (insbesondere Kinder), setzen sich vehement für Schwächere ein und beschützen sie. Das ist es wohl, was die Amerikaner bei Trump suchen: Stärke, Gelassenheit und Schutz.

Er selbst hingegen ist aus unserer Sicht eher als ein unreifer Charakter einzustufen, der sich blind (im Sinne von unbewusst) von seiner intrinsischen Motivation leiten lässt. Seine kraftvolle Selbstbehauptung übersteigert sich somit ins maßlose - und das treibt ihn zur dunklen Seite der Macht. Und macht ihn gefährlich.

Was Donald Trump mit Star Wars zu tun hat - und welche Rolle die Triebkraft Wollust in seinem Leben spielt: Dazu mehr im Experten-Talk „Menschen der Woche" bei Radio 21.

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