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08/10/2015 06:21 CEST | Aktualisiert 08/10/2016 07:12 CEST

Verkehrsrecht: Fehlersuche und Werkstattkosten

Thinkstock

Wenn sich ein Fahrzeugeigentümer und eine Werkstatt mündlich auf einen Betrag für die Fehlersuche einigen, kann eine Werkstatt, wenn sie weit umfangreicher und kostenintensiver prüft, nicht mehr Geld verlangen, als ursprünglich vereinbart.

Das Oberlandesgericht Karlsruhe hat entschieden, dass ein Anspruch auf die "übliche Vergütung" auf Grund der mündlichen Vereinbarung gerade nicht bestehe.

Was war geschehen?

Ein Fahrzeugeigentümer stelle fest, dass die Elektronik seines Fahrzeugs nicht mehr richtig funktionierte und brachte den Wagen im September 2010 zu einer Werkstatt. Er beauftragte sie, den Fehler zu finden und ggf. zu beheben.

Dies gelang der Werkstatt in der Folgezeit nicht - im April 2011 hatte der Eigentümer genug und verlangte das Fahrzeug heraus.

Die Werkstatt weigerte sich und behauptete, inzwischen seien Kosten von über EUR 13.000,00 angefallen - man gebe den Wage nur heraus, wenn zumindest EUR 5.000,00 angezahlt würden.

Dies ließ der Eigentümer nicht gelten und berief sich darauf, dass man schließlich eine Vergütung von maximal EUR 2.000,00 vereinbart habe.

Die Werkstatt reagierte nicht - der Eigentümer erhob Klage.

Das zuständige Landgericht Konstanz gab der Klage auf Herausgabe statt und verpflichtete den Kläger im Gegenzug EUR 2.000,00 an die Werkstatt zu bezahlen.

Dieser ging in die Berufung, hatte hiermit aber keinen Erfolg - das Oberlandesgericht Karlsruhe sah es genauso.

Dass die Werkstatt weit aus höhere Kosten für die Fehlersuche und Reparatur aufgewendet habe, spiele keine Rolle - so das Oberlandesgericht - sie könne sich gerade deshalb, weil mündlich eine feste Summe vereinbart worden war, nicht auf die (sodann sicherlich deutlich höhere) "mündliche Vergütung" berufen.

Was lernen wir daraus?

Egal worum es bei Werkstattarbeiten geht - man sollte stets schriftlich den Auftragsumfang und die Kosten festlegen oder sich einen verbindlichen "Kostenanschlag" (so lautet die juristische Definition für den im Volksmund bekannten Kostenvoranschlag) erstellen lassen.

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