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09/12/2014 10:42 CET | Aktualisiert 08/02/2015 06:12 CET

Gläserner Kunde: Wenn schon, dann wenigstens fehlerfrei

Eine nicht ungewöhnliche Situation: Eine junge Frau kauft sich im Internet Hörbücher und Lern-CDs für die langweile Zugfahrt zur Arbeit. Darunter findet sich nach ein paar Jahren auch eine Arabisch-Lern-CD. Nur ist sie deshalb keine neue ISIS-Anhängerin.

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Wann Firmen das Big-Data-Chaos beherrschen oder eben auch nicht

Im Laufe einer Woche - gerade um die Weihnachtszeit - fallen über uns Datenmengen an, die sich kaum noch in Zahlen ausdrücken lassen. Jedes Programm, jede Datenbank, jede Website produziert Angaben, die analysiert und ausgewertet werden. Wer das Big Data-Chaos beherrschen und keine falschen Schlüsse über Online-Käufer ziehen will, greift zu Software-Tools, die Durchblick verschaffen.

Eine nicht ungewöhnliche Situation: Eine junge Frau kauft sich im Internet Hörbücher und Lern-CDs für die langweile Zugfahrt zur Arbeit. Darunter finden sich neben Spanisch-CDs nach ein paar Jahren auch eine Arabisch-Lern-CD. Nur ist sie deshalb keine neue ISIS-Anhängerin.

Doch im Wirbel der Medien und des globalen Daten-Chaos, bietet eine schlechte bediente oder programmierte Software der Kundin online als nächstes Springer-Stiefel und schwarze Sturmhauben zum Kauf an. Erschrocken und entrüstet bricht die Büroangestellte den aktuellen Blusen-Kauf ab. Sie wird auf dieser Plattform nie wieder shoppen.

Für jede Menge verärgerte Bürger können auch Behörden sorgen, die ihre Daten fehlerhaft auswerten: Nicht selten erhalten frischgebackene Einfamilienhaus-Besitzer nach einem Jahr nochmals den Wisch, für das Vermessen und Beurteilen des bebauten Grundes zahlen zu müssen.

Auch eine Bank beging kürzlich einen ähnlichen Fehler, als sie die falschen Kunden über das Erlassen der Kontogebühren aufklärte. Sie weckte Hoffnungen, nur um diese dann wieder zu zerstören: Selbstständige waren von der Regelung diesmal leider ausgeschlossen.

Fehler in der Datenauswertung

Mathias Illius und sein Team tun deshalb viel dafür, damit solche Fehler nicht passieren. Und versuchen, über ihr Enterprise-Ressource-Planning-Systems (ERP) genau zu sehen, wie die Aufträge des Konfektionierungs-Spezialisten Erdt ablaufen. Denn der Unternehmenszweig Erdt Concepts wickelt wie ein mittelständisches Amazon für zehn Webshops alle Prozesse ab - von der Bestellung bis zum Versand. Egal, ob Tiernahrung oder Taucherbedarf.

Diese Transparenz verbesserte etwa das Auftragsmanagement. „Es gehört zu den entscheidenden Erfolgsfaktoren bei der reibungslosen Endkundenbetreuung", weiß der erfahrene Manager.

Viele Unternehmen haben am Ende des Tages jedoch mit der Auswertung zu kämpfen. Dann geht es darum, die Ergebnisse aus den ERP-Systemen, aus Excel-Tabellen und anderen Programmen zu kombinieren und zu analysieren.

Unübersichtliche Masse an Daten

Einfacher gesagt als getan, wenn großen, unterschiedlichste Datei-Typen und Formate in einen Topf geworfen werden. Doch darin steckt oft die gesamte Intelligenz einer Firma. Und die Auswertung dieser „Business Intelligence" entscheidet darüber, ob jemand falsche oder passende Informationen und Angebote erhält.

„Entscheidend ist die Daten-Transparenz", betont Hans Sieder. Er ist Geschäftsführer der Frankfurter Firma Sieger Consulting, einem IT-Dienstleister für Business Intelligence. Denn zu oft passieren Einzelnen Fehler. Zudem gibt es sie leider tatsächlich: Führungskräfte mit der Neigung, Informationen zu verschleiern und Zahlen passend zur eigenen Agenda hinzubiegen.

„Deshalb sind einfachere Software-Tools so wichtig, mit denen sich die Quellen leicht verständlich und hürdenlos auslesen lassen", sagt Sieder. Er nützt deshalb das Software-Tool Lyza für seine Arbeit. Es ist das einzige auf dem Markt, das dokumentiert, welcher Nutzer Daten und Charts wie bearbeitet und verändert hat: Zeit- und Quellstempel unter dem Reiter "Historie" machen Zahlendreherei und das Verschleiern von Daten unmöglich.

Dafür werden die Analysen prüffähiger, so der Frankfurter. Und statt nur einem oder sehr wenigen Mitarbeitern, können alle Beteiligten in einer Firma damit kontrollieren, dass keine falschen Schlüsse etwa aus CD-Käufen gezogen werden.

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