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03/02/2016 13:58 CET | Aktualisiert 03/02/2017 06:12 CET

Nur Männer aus Stahl fahren Autos aus Pappe

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Review zu: Goitzsche Front - Mo[Nu]Ment

Der Osten rockt gewaltig und entwickelt sich immer weiter. Und das wissen Goitzsche Front auch selber. Im Grunde schreiben sie die Review ja auch gleich selbst. In Form diverser Songs auf dem Album. Aber der Reihe nach.

Mit Monument huldigen sie gleich mal den Fans und machen klar, dass Goitzsche Front genau weiß, woher sie kommen, und wer den Höhenflug den sie gerade erleben erst möglich machen.

Dabei verwenden sie angenehm klare, manch Kritiker meint auch einfache, Lyrics.

Was man bei Goitzsche Front eben nicht zu hören bekommt, sind verschwurbelte Worthülsen, sondern mitten in die Fresse.

Das machen sie dann auch gleich beim geilsten Song des Albums klar, Schweinepriester.

„Ihr seid nicht Vorbild der Nation ... eure Lügen euer Hass sind uns egal ... F***t euch ins Knie, ihr könnt uns mal" sollte auch jeder der Angesprochenen verstehen.

Goitzsche Front sind aber auch immer mal wieder drauf und dran ins schwülstige abzudrifften. Denkt man. „Männer aus Stahl kommt" zum Beispiel textlich daher.

Wer das grobe Genre kennt, denkt bei den ersten Zeilen an das typische Kameraden und Heldenepos diverser Bands, aus einer ähnlichen Richtung.

Doch dann kommt das Augenzwinkern. „Nur Männer aus Stahl fahren Autos aus Pappe"!

Die Themen Freundschaft, Zusammenhalt und oder Ehrlichkeit sind aber dennoch immer wieder ein Thema. Aber eben so, dass man es ihnen auch glaubt, ohne sie selber kennengelernt zu haben.

Musikalisch geht die Entwicklung immer weiter in die richtige Richtung. Kräftig rockend, mal sanft, dann wieder voll nach vorne. Untermalt von schicken Gitarrenriffs, die wie die Faust aufs Auge passen, die Drummfraktion treibt nach vorne und Bocki am Mikro dreht richtig auf.

Das Ganze folgt einem roten Faden, der aber genug Spielraum läßt, um echt abwechslungsreiche 53 Minuten auf die erste Scheibe zu pressen.

Und dann kommt Scheibe nummer 2. Sind es Cover-Versionen? Oder sollte man eher sagen, Goitzsche Front verneigen sich vor 5 Sternstunden der Musik und veredeln sie zu neuem Glanz?

Absolutes Highlight, „Wenn ein Mensch lebt" von den Puhdys, einfach genial. Beim nächsten Mal dann „Alt wie ein Baum"?

Das Prädikat Deutschpunk welches irgendwie an die Band geheftet wurde, passt nicht wirklich. Deutschrock ist irgendwie auch nicht passend, also komme ich Oldschool mäßig daher und klebe Punkrock dran.

Ich ziehe meinen Hut und verneige mich vor diesem Machwerk.

Lasse doch deinen Kommentar hier unter dem Artikel da, oder werte das Album auf Fotoglut.

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