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27/11/2015 08:56 CET | Aktualisiert 27/11/2016 06:12 CET

ASP - Verfallen Teil 1: Astoria (Review)

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Die Erfinder des „Gothic Novel Rock" machen ihrem Namen wieder alle Ehre. Und diesmal gleich mit zwei Alben, die eine durchgehende Geschichte erzählen werden. Soviel darf schon mal verraten werden.

Wer ASP kennt, wundert sich auch nicht, dass sie auf einmal aus ihrem gerade gesetztem Rahmen ausbrechen. Eigentlich arbeiten Sie ja an der Fremden-Schaffensperiode.

Auch wenn Alexander immer wieder in Interviews betont wie diszipliniert und minuziös geplant er zu arbeiten pflegt, muss dieser perfektionistische Workaholic wohl auch, bircht er doch immer mal wieder aus den Bahnen aus. So auch diesmal. Das Werk „Das Fleisch der Vielen" des Autors Kai Meyer hat ihn wohl einfach gefangen.

Dieses Werk ist auch die Grundlage die 2teiligen „Verfallen" Zyklus. „Verfallen - Folge 1: Astoria" entführt uns in die Zeit nach dem 1. Weltkrieg und widmet sich Paul. In Berlin nicht glücklich zieht es ihn nach Leipzig, wo er sich sofort in das Astoria verliebt.

So Geschichte erzählt. Nein, Spaß beiseite. ASP wären nicht ASP, wenn sie es nicht schaffen würden, den Hörer in eine Geschichte voll dunkler Magie zu entführen. Wie schon gesagt, das Album, oder besser beide, besingen eine durchgängige Geschichte. Die einzelnen Lieder bauen aufeinander auf und führen einem immer weiter in die Seelenwelt des Protagonisten und seine Erlebnisse. Musikalisch wird man direkt auf die Reise mitgenommen und taucht ganz tief in das Universum um Paul und dem Astoria ein.

Meine Empfehlung, Licht aus am Nachmittag, ruhe gönnen und sich ganz auf „Verfallen" einlassen. Freunde von Hörbüchern werden ihre Freude haben. Nicht falsch verstehen, ASP lesen nicht vor, singen und spielen aber ein grandioses Hörspiel.

Und dennoch, die Songs funktionieren auch alleine.

Musikalisch machen ASP im Grunde, was sie immer machen. Sie haben ihren Grundstil und lockern diesen immer wieder mit neuen Ideen auf. Wieso nicht mal einen Tango? Ok, ohne die Platte gehört zu haben, schwer vorstellbar. Aber ASP machen es und bauen dieses Element neben anderen, in Ihre Musik ein. Und so unglaublich es klingen mag, Gothic-Rock kann man mit Tango paaren, wenn man die Qualitäten von ASP besitzt.

Wollen ASP mit diesem Werk auch „unbedarfte" Hörer erreichen? Auffallend sind auf dieser Platte die recht eindeutigen Texte. ASP Fans sind es eigentlich gewohnt ein Lied 10-20 mal zu hören und es anschließend zu sezieren und zu deuten, um zu verstehen, was ASP ihnen denn mitteilen möchte.

Zum Schluss des Albums machen ASP noch Werbung auf den 2ten Teil. „Fortsetzung folgt..." ist einfach grandios. Es erklärt zum einen, wieso ASP dieses Werk machen, erzählen, wie das Werk entstand, bedanken sich bei den Fans, und weisen nebenbei darauf hin, dass die Fortsetzung bald folgt.

Ich freue mich schon auf Teil 2: Fassaden.

Wertung: 4,2 von 5 Punkten (selber bewerten? hier lang)

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