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24/01/2015 06:34 CET | Aktualisiert 26/03/2015 06:12 CET

Überflüssige Operationen - und dann?

Thinkstock

Sprechen wir einmal über Geld. Der Journalist Michael Pohl hatte in der Augsburger Allgemeinen Zeitung im Herbst unter der Überschrift: „Chefärzte geben überflüssige Operationen zu", berichtet, dass in vielen medizinischen Fachbereichen der wirtschaftliche Druck zu mehr Operationen führt, als nötig wären. Er schreibt: „Besonders stark ist diese Meinung unter den Herzspezialisten der Kardiologie und orthopädischen Chirurgen verbreitet." (Augsburger Allgemeine, 9. September 2014)

Und der Leipziger Klinik-Chefarzt Arved Weimann hat auf einer Tagung des Deutschen Ethikrates berichtet, dass die Zahl der Operationen „die ökonomische Leistungsfähigkeit, die Attraktivität für Einweiser und die Attraktivität des Chefarztes (andeutet)". (Augsburger Allgemeine, 25. Oktober 2014)

Nun ist es noch immer so, dass der Patient selbst darüber entscheidet, welchen Weg er zur Heilung beschreitet. Aber der Druck, der entsteht, wenn der Hausarzt oder der betreffende Facharzt eine bestimmte Operation vorschlägt, ist sicherlich sehr groß. Und manche Zusammenhänge sind den Patienten, meist medizinische Laien, unbekannt oder undurchschaubar.

Umso wichtiger ist es, für sich selbst ein zuverlässiges System zu haben, um zur richtigen Entscheidung zu gelangen. Mancher wird den Rat von Angehörigen und Freunden einholen, mancher wird verschiedene Ärzte konsultieren und andere werden sich auf ihr Bauchgefühl verlassen.

Ein etwas anders geartetes Vorgehen wäre folgendes: Es ist nicht allein der Zustand der Knochen, des Blutes oder der Organe, der die Gesundheit bestimmt. Es sind andere Einflüsse, vor Jahren noch stark vernachlässigt, heute immer öfter in Zeitschriften und Zeitungen angesprochen: die Gedanken, mit denen ich mich umgebe. Optimisten, das zeigen wissenschaftliche Studien, sind seltener oder weniger lange krank als Pessimisten.

Damit ist nicht gemeint, einem oberflächlichen Gefühl zu folgen, das da sagt, es wird schon alles nicht so schlimm sein. Ein vernünftiger Optimismus kann darauf beruhen, im Alltag zu beobachten, wie eine positive Grundeinstellung, die Erwartung von Lösungen statt von Komplikationen, und auch die Beschäftigung mit spirituellen Inhalten das Denken und Handeln des Menschen prägt.

Solche Menschen sind weniger geneigt, eine Krankheit als schicksalsgegeben zu betrachten, sondern sie sehen darin die Gelegenheit, im eigenen Bewusstsein zu einer Besinnung, Neuordnung oder gar Umkehr zu kommen. Manche Menschen fangen an, sich mit eher geistigen Themen zu befassen. Literatur, Musik, Gebet, Kunst. Vielleicht werden sie Bücher lesen über Menschen, die sich ein hohes, geistiges Ziel gesetzt und auch unter widrigen Umständen daran festgehalten haben, anderen Menschen solche, nennen wir es, spirituellen Wahrheiten zu vermitteln.

Mehr auf geistige Inhalte zu achten und weniger die körperlichen Gegebenheiten als endgültige Aussage über die Gesundheit zu nehmen, kann zu neuen Erkenntnissen, zu einer gedanklichen Befreiung und auch zu einer Heilung führen. Auch aus dieser Sicht sind eine Reihe von Operationen dann überflüssig.


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