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10/03/2014 07:47 CET | Aktualisiert 10/05/2014 07:12 CEST

Mehr Smartphone-Apps oder mehr Empathie für die Gesundheit?

Erinnern Sie sich noch an die Zeiten, als es keine Handys und Smartphones gab? Zu der Zeit muss es auch Menschen gegeben haben, die gesund und munter durchs Leben gegangen sind. Warum ich das sage? Sucht man heute in sogenannten App Stores nach Anwendungen, die auf einem Smartphone laufen und mit dem Thema Gesundheit zu tun haben, findet man Hunderte, wenn nicht Tausende von Anwendungen, die in der Lage sind, Auskunft über unseren Körper, über Blutdruck, Kalorienverbrauch, zurückgelegte Strecken beim Joggen anzugeben. Da wird der Körper ge- und vermessen, und all das, um, wie es heißt, gesund zu leben.

Das muss ja auch früher, in der Vor-Smartphone-Epoche, möglich gewesen sein.

Vielleicht kann man sogar sagen, dass die intensive Beschäftigung mit dem Körper ein Zeichen der Zeit ist. All diese kleinen Programme führen dazu, dass die Gedanken nur noch um einen selbst kreisen. Die Frage stellt sich jedoch, ob das so hilfreich ist.

Auffällig ist nämlich, dass es gleichzeitig eine große Zahl an Webseiten und Büchern gibt, die einen entgegengesetzten Weg einschlagen. Den Körper weniger wichtig nehmen, sich mehr um den Gedankenhaushalt kümmern. Gesundheitsexperten empfehlen immer öfter, auf die natürliche Kraft der Empathie zu bauen. Dieser Einfluss gewinnt an Bedeutung. Weniger auf die App zu schauen, stattdessen das eigene Bewusstsein zu beobachten ist ein Weg zu besserer Gesundheit.

Diese Entwicklung geschieht unabhängig von der Entwicklung neuer Smartphones. Und sie reicht viel weiter zurück. In biblischen Zeiten wurde von einem guten Samariter berichtet, einem Wanderer, der einem Verletzten geholfen hat. Er hat sich die Zeit genommen hat, seinen Weg zu unterbrechen, um zu helfen. Seine Aufmerksamkeit, Empathie, hat ihn innehalten lassen und seine praktische tatkräftige Hilfsbereitschaft hat dem unglücklichen Opfer vermutlich das Leben gerettet.

Diese selbstlose Tat war wirkungsvoll. Sie kam aus dem Herzen, nicht gesteuert durch eine App. Diese Pflege, sowohl körperlich beispielsweise durch das Verbinden der Wunden, wie auch geistig, durch das aufmerksame Hinwenden und Sprechen mit dem Opfer, hat diesem wieder auf die Beine geholfen.

Dieses Anteilnehmen ist nicht etwas Unwichtiges, was halt einfach so nebenbei mal geschieht. Es ist eine ernstzunehmende Hilfe, die man erlernen und sogar studieren kann.

Immer mehr Krankenhäuser erkennen die segensreiche Haltung, durch Hingabe zu Heilungen zu kommen. Dr. Delos M. Cosgrove, Chef der Cleveland Clinic in Ohio, USA, berichtet, wie sich seine Klinik von einer Doktor-orientierten zu einer Patienten-orientierten Klinik gewandelt hat. Und er sagt: „Ja, wir unterrichten Empathie. Wir haben sie zu einem Bestandteil unserer Kultur gemacht. Wir haben noch einen weiten Weg vor uns. Aber wir sind auf dem Weg."

Laden Sie sich so viele Apps herunter, wie Sie wollen. Viele machen ja einfach auch Spaß. Nichts dagegen. Aber wenn es um die Gesundheit geht, pflegen Sie doch das, was Sie über sich und andere denken und nehmen Sie Anteil am Leben Ihrer Mitmenschen. Es ist eine positive Entwicklung, wenn die Menschheit lernt, den Wert der Empathie höher einzuschätzen.