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07/02/2014 03:33 CET | Aktualisiert 09/04/2014 07:12 CEST

Mehr Mut zu Spiritualität

„Einfach die Probleme weglächeln. Und nicht vergessen, die rosarote Brille aufzusetzen. Dann wird schon alles gut. Na klar, ganz sicher!" Diese oft zynischen, klischeehaften Äußerungen über eine spirituelle Sicht auf das Leben hört man immer wieder mal. Doch die, die sie äußern, werden weniger.

Und inzwischen gibt es genug ernst zu nehmende Menschen, die sachlich und verständnisvoll auch öffentlich eine andere Haltung begründen. Ein Beispiel aus diesen Tagen: Der brasilianische Starautor Paulo Coelho spricht auf der DLD-Konferenz in München (Konferenz über das digitale Leben) mit der Gründerin dieses Onlineportals Arianne Huffington über, wie es hieß, wirklich wichtige Werte im Leben.

Huffington sagt: „Es sieht so aus, als könnten Roboter uns eines Tages ersetzen, aber sie können nie das Herz ersetzen."

Über Coelho, der immerhin an die 170 Millionen Bücher weltweit verkauft hat, schreibt die Focus-Autorin Petra Apfel: „Seine Worte berühren die Herzen seiner Leser, mehr noch: Sie bringen sie dazu, im eigenen Leben spirituellen Aspekten mehr Raum zu geben."

Was sind diese Aspekte? Ich habe viele Menschen in schwierigen Lebenslagen beraten und oftmals mit ihnen Lösungen entdeckt, wenn folgende grundsätzlichen Gedanken das eigene Bewusstsein geprägt haben:

1. Der Mensch, mit dem wir es zu tun haben, ist nicht Konkurrent, sondern Partner.

2. Es gibt immer die Möglichkeit, ein Problem mal von einer anderen Seite zu betrachten.

3. Aufbauend, liebevoll, zart über den anderen zu denken ist nicht Schwäche, sondern Stärke.

4. Den Einfluss „guter" Gedanken auch auf Gesundheit und Körper nicht zu unterschätzen, ist Erfolg versprechend.

Man kann eine solche Haltung regelrecht erlernen und sie sich zu Eigen machen. Ich sprach kürzlich mit dem Chef eines mittelständischen Betriebs, der mir zu Beginn unseres Gesprächs vermitteln wollte, dass er mehr Einsatz der Ellenbogen und mehr Aggressivität in seinem Geschäftsgebaren brauche, um erfolgreich zu sein. Und er gebe mir zehn Minuten Zeit, einmal meine Sicht darzulegen.

Nach den eingeplanten zehn Minuten gab er seiner Sekretärin ein Zeichen, dass sie für die nächste Stunde alle Telefonate abwimmeln solle, da er gerade ein wichtiges Thema zu besprechen habe. In der folgenden knappen Stunde, die ich gut nutzen konnte, um ihm meine Sicht darzuilegen, war ein Wandel in seiner Einstellung zu erkennen. Und er kommentierte, dass eine eher spirituelle Sicht vielleicht doch aussichtsreicher ist, zu mehr Erfolg zu führen, als seine Konkurrenten als Feinde zu sehen und zu bekämpfen.

Wie kommt man zu dieser spirituellen Sicht? Man kann Bücher zu diesen Themen lesen, gewiss, auch Artikel in Zeitungen und Zeitschriften sind heutzutage leicht zu finden, man kann die Augen und Ohren offen halten, und wird schnell von ermutigenden Beispielen hören, man kann durch Meditation und Gebet selbst auf neue Überlegungen stoßen.

Und: Man kann sich von solchen Persönlichkeiten inspirieren lassen, die sich bewusst für einen neuen Weg entschieden haben. Arianne Huffington hat zum Launch dieses Onlineportals im Oktober 2013 solche Ideen propagiert. Im Zentrum dieser Ideen steht, in ihren Worten: „Wohlbefinden und Gesundheit, Offenheit für das Leben, Mitgefühl, Geben und Teilen."

Mehr Mut zu Spiritualität bedeutet eben nicht, sich und andere leichtsinnig ins Verderben zu stürzen, sondern, sogar mit Gottes Hilfe, ungeahnte Möglichkeiten entdecken, die womöglich allen nutzen. Das wärmt das Herz und führt zu Erfolg.