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08/01/2014 06:32 CET | Aktualisiert 10/03/2014 06:12 CET

Etwas Sinnvolles lernen: Gute Laune

happy

Mittags: Ich will einen Brief schreiben, der Computer spinnt. Das Programm funktioniert nicht so, wie ich es brauche. Ergebnis: Schlechte Laune. Nachmittags: Der Heimatverein verliert sein wichtigstes Saisonspiel, die Zuschauer pfeifen ihn aus - schlechte Laune. Und in den Abendnachrichten heißt es, dass trotz gegenteiliger Meldungen die Steuern nun doch erhöht werden sollen. Ergebnis: wieder schlechte Laune.

Mal trifft es den Einzelnen, mal Fußballfans, mal die Mehrheit der Wähler. Was auffällt: Es ist fast immer irgendwer Schuld an der schlechten Laune. Oder jedenfalls wird es so empfunden.

Frage: Was kann ich dagegen tun? Einfach abschalten oder ein dickes Fell zulegen?

Mir wäre das zu wenig.

Gewiss, ich muss nicht über jede Störung im Alltag stolpern, etwas mehr Gelassenheit tut da schon gut. Ob man das immer durchhalten kann? Ich weiß nicht so recht, ob das die Lösung ist.

Es gibt inzwischen viele Forscher, Psychologen, Gesundheitsexperten, die erkunden, wie es möglich ist, sich ein ausgeglichenes Wesen zu schaffen oder zu bewahren.

Kürzlich erschien im Spiegel ein Bericht darüber, dass gute Laune erlernbar ist. Da schreibt Stefanie Maeck, eine freie Journalistin aus Hamburg, die Germanistik, Philosophie und Romanistik studiert und in Literaturwissenschaft promoviert hat, über die Möglichkeiten, für die eigene gute Laune besser zu sorgen.

Sie zitiert dabei den Psychologen Helmut Fuchs, dessen Ziel es ist, „die Laune der - zumindest klischeehaft - schlecht gelaunten Deutschen zu verbessern. Nicht Personen, Situationen und Ereignisse entscheiden, ob wir schlechte Stimmung haben", sagt der Psychologe. Fuchs zufolge sind wir vielmehr Steuermann unserer Laune. „Die Stimmung senkt sich also nicht wie eine geheimnisvolle Macht über die Stadt - sie hängt mit unserem Denken und Tun zusammen."

So löblich das Ziel an sich ja ist, guter Laune zu sein, wichtiger ist noch die Bereitschaft, die Welt in einem versöhnlicheren Licht zu sehen. Also durch die eigene Betrachtungsweise aufbauend zu wirken. Nicht jeder wird auf Anhieb den Wert einer solchen Haltung erkennen, aber es ist nun einmal so, dass ruhige, positive Gedanken die Atmosphäre in einer Firma oder der eigenen Familie prägen können.

Damit ist nicht gesagt, Probleme unter den Teppich zu kehren, sondern voller Elan Lösungen anzustreben. Dieses lösungsorientierte Denken ist eine Bereicherung, die auch die gute Laune hebt.

Sicher gibt es ganz unterschiedliche Vorgehensweisen, diese Haltung zu erreichen und sie sich dauerhaft zu Eigen zu machen. Mein Weg ist, aus einer schier unermesslichen Fülle an Ideen und Fähigkeiten zu schöpfen, die ich mit dem Menschen ganz generell in Verbindung bringe. Mich nicht abhängig zu machen von dem, was entweder andere zu einem Thema befürchten oder mit einem Wenn und Aber belegen. Für mich ist das die Suche nach einer eher geistig gearteten Natur des Menschen. Ziel: die Menschen in ihrer Vielfalt akzeptieren, Interesse zeigen, nicht die Befürchtungen verstärken, wo Lösungen möglich sind.

Den guten Ausgang einer Sache erwarten, nicht immer Schuld bei anderen (oder bei sich selbst) suchen, und darauf vertrauen, dass diese aufbauende Haltung Sinn macht, hat nichts mit einer rosaroten Brille zu tun, die alles verfälscht - es kann einem den ganzen Tag (und mehr) retten.

Was auch dazu gehört: Die eigenen Fähigkeiten korrekt einschätzen. Wir können zum Erfolg einer Sache viel beitragen.

„Wenn das Ziel erstrebenswert ist, beschleunigt die Erwartung unseren Fortschritt. Das Ringen um Wahrheit macht uns stark anstatt schwach, erfrischt uns anstatt uns zu ermüden." Dieses Zitat steht in einem für das eigene Bewusstsein wegweisenden Buch einer amerikanischen Autorin, Mary Baker Eddy, die mir zu mancher Erkenntnis verholfen hat und die ich nicht mehr missen möchte. Titel des Buches: „Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift."

Das Fazit solcher Überlegungen könnte sein: Man ist besser gelaunt, egal, ob das Computerprogramm wieder startet oder nicht. Und irgendwann wird der Fußballverein auch wieder gewinnen.