BLOG
30/01/2016 07:36 CET | Aktualisiert 30/01/2017 06:12 CET

"Warum Juden in Europa keine Zukunft haben"

JACK TAYLOR via Getty Images

Als Kabbalist, spezialisiert auf die Feinheiten der menschlichen Natur, weiß ich, dass der Druck auf Juden ansteigen wird, je weiter sich die Situation in Europa verschlechtert. Ja, der Judenhass wird in die Höhe schnellen, und sie werden zweifellos verfolgt werden. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt zum Umsiedeln, denn noch können sie ihr Kapital mitnehmen, wenn sie gehen. Als Flüchtlinge wird es für sie viel schwieriger sein, einen Neuanfang zu machen.

Erst letztens veröffentliche Huffington Post meinen Beitrag „Juden haben in Frankreich keine Zukunft". Der Beitrag entfachte eine lebhafte Debatte bezüglich der Frage nach jüdischer Kontinuität in Europa und insbesondere in Frankreich. In diesem Beitrag würde ich gerne einige Argumente der Kommentatoren aufgreifen.

Juden sollten mit Waffen zurückschlagen

2015-11-12-1447332656-6784274-Facebook2.jpg

Etliche Kommentatoren bezeichneten die Idee, Frankreich zu verlassen, als defätistisch. Einige schlugen vor, die Juden sollten mit Waffen zurückschlagen; einige schrieben, sie sollten in der Öffentlichkeit jüdische Erkennungszeichen zeigen, wie beispielsweise die Kippa (Kopfbedeckung männlicher Juden), um der gegen sie gerichteten Gewalt zu trotzen; wieder andere behaupteten, dass es keinen Sinn habe, wegzugehen, da Juden schon überall verfolgt worden seien, und sie auch diesmal in anderen Ländern Gleiches erwarte. Es sei also besser, zu bleiben wo man ist, und den Sturm zu überstehen.

Ob es nun defätistisch ist, Europa zu verlassen, oder nicht, die Wahrheit, wie ich sie sehe, ist, dass Juden nicht nur in Frankreich keine Zukunft haben, sondern in ganz Europa. Ich habe keinerlei Zweifel, dass Europa, abgesehen von vielleicht einigen wenigen rechtsextremen Aktivisten, nicht der Lage sein wird, irgendetwas gegen die islamische Übernahme des Kontinentes auszurichten.

Horde rauer muslimischer Einwanderer

Die Tatsache, dass deutsche Polizeibeamten deutschen Frauen, die Angst vor sexuellem Missbrauch durch eine Horde rauer muslimischer Einwanderer haben, sagen: „Ich würde Ihnen sehr gern helfen, aber ich kann nicht", zeugt von der Hilfslosigkeit Deutschlands, des Migrantenstroms Herr zu werden. Ihr dreistes und ungezügeltes Verhalten traf auf „überforderte Polizeibeamte, nicht ausreichendes Polizeiaufgebot und mangelnde Ausrüstung". Dies wird sie nur darin bestärken, bei der ersten Gelegenheit noch dreister zu werden.

Was für Deutschland gilt, gilt für Frankreich seit langem - davon zeugen die schrecklichen Ereignisse vom 13. November und generell aus dem gesamten Jahr 2015. In Anbetracht der feindseligen Atmosphäre, die in Großbritannien gegenüber Israel und Juden herrscht, ist sogar die fest etablierte britische jüdische Gemeinde kein Zufluchtsort mehr für Juden. Vor diesem Hintergrund macht es mir nichts aus, als „Defätist" bezeichnet zu werden, solange einige Juden diese Zeilen lesen und Notiz nehmen.

Die Geschichte wiederholt sich

In den 1930er-Jahren glaubten deutsche Juden nicht, dass ihnen irgendetwas zustoßen könnte. Als sie endlich gewillt wären, wegzugehen, wollte sie niemand mehr haben, und der überwältigende Großteil wurde im Holocaust ermordet.

Das ist der Grund dafür, dass mein Beitrag über das Fehlen einer Zukunft für Juden in Frankreich mit den Worten abschloss, es sei unser Glück, dass wir nun einen jüdischen Staat haben. Kurz vor dem Zweiten Weltkrieg versicherten Jüdische Gemeindeleiter ihren Gemeinden, dass ihnen nichts zustoßen würde. Heute hören wir Stimmen, dass es keinen Anlass zur Aufregung gebe. Sie lagen damals falsch, und sie liegen heute falsch. Wir müssen die Lehren aus der Vergangenheit ziehen.

Ich gestehe ein, dass Israel nicht der bequemste Ort für neue Olim [Jüdische Einwanderer nach Israel] ist, und auch das schrieben einige Kommentatoren als Reaktion auf meinen Beitrag, wie Khatun Khanke. Allerdings ist hier der Ort, an dem wir sein müssen. Hier müssen wir zusammenkommen und eine zusammenhaltende Gesellschaft errichten, ein Vorbild der Einheit, welches die Welt nachahmen wird.

Antisemitismus breitet sich in der ganzen Welt rasant aus

Verständlicherweise mag das europäische Judentum die USA oder Kanada als ihre neue Heimat auswählen. Dort ist die Sprachbarriere kaum vorhanden, und das Leben ähnelt viel eher der Lebensweise der europäischen Juden. Langfristig gesehen sehe ich jedoch auch in den Vereinigten Staaten keine guten Zukunftsaussichten für Juden.

Antisemitismus breitet sich in der ganzen Welt rasant aus, und die Vereinigten Staaten werden bereits davon heimgesucht. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis der Antisemitismus dort mit voller Kraft ausbricht.

Zugleich gibt es einen Weg, dem Trend entgegenzuwirken, vorausgesetzt wir werden proaktiv. Das Jüdische Volk hat eine Aufgabe. Sie müssen sich vereinigen und den Geist der Einheit im Rest der Welt verbreiten. Sie können diese Einheit durch die Kenntnisnahme willentlich erreichen, wenn sie ihre Berufung anerkennen, oder widerwillig durch den Druck der Völker, welcher bewirken wird, dass wir uns zusammenkauern müssen, obgleich Letzteres keine wahre Einheit ist.

Von allen Seiten hören wir, wir seien einzigartig, anders und vor allem verantwortlich und rechenschaftspflichtig! Wenn wir unserer Mission aus dem Weg gehen, dann werden die Antisemiten die Welt gegen uns anführen, und schließlich werden wir einen hohen Preis dafür zahlen, die Welt nicht zur Einheit geführt zu haben.

Wenn wir uns allerdings dazu entscheiden, uns zu verbinden und ein „Licht für die Nationen" zu werden, um das biblische Gleichnis zu verwenden, dann wird die Welt uns mit Freuden annehmen, und wir werden willkommen sein, wo immer wir hingehen.

„15 Years Of Terror": Animation zeigt alle Terror-Anschläge weltweit der letzten 15 Jahre

Israelischer Ministerpräsident reist nach Moskau: Netanjahu befürchtet Angriffe auf Israel mit russischen Waffen

Lesenswert:

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter

blog@huffingtonpost.de.