BLOG
30/11/2015 05:18 CET | Aktualisiert 30/11/2016 06:12 CET

"Die Weihnacht", 16. Teil

Hemera Technologies via Getty Images

Lucia aus Syrakus

Von Santa Lucia gibt es viele Legenden, die sich stark voneinander unterscheiden.

Bekannt ist jene, nach der Lucia, weil sie sich ganz dem Christenglauben hingeben wollte, die Hochzeit mit dem heidnischen Verlobten aufgekündigt hatte und dieser sie im Zorn an den Präfekten verriet.

2015-11-12-1447332656-6784274-Facebook2.jpg

Lucia sollte öffentlich dem Glauben abschwören, verweigerte dies aber. So wurde sie verurteilt und mehrere tausend Soldaten erhielten den Befehl, sie in ein Bordell zu bringen. Doch die Ochsen, die das Gespann mit der Jungfrau ziehen sollten, rührten sich nicht vom Fleck.

Da wurde die Jungfrau auf Befehl des Richters mit heißem Öl übergossen, doch das konnte ihr nichts anhaben, ebenso wenig der Schmerz, als man ihr die Augen ausriss. So wurde sie schließlich mit einem Schwertstich in den Hals getötet.

Hier noch eine andere Lucia- Legende (Anonymus):

Zur Zeit der Urchristen lebte in Syrakus eine Jungfrau, die wurde ihrer Schönheit wegen weit und breit gerühmt. Ihre Augen waren so herrlich anzuschauen, dass sie niemand anblicken konnte, ohne ein besserer Mensch zu werden.

Diese Jungfrau hieß Lucia. Ihre Eltern waren dem jungen Christenglauben zugetan und Lucia wurde in ihm erzogen. In Gebet und Versenkung fand sie ihre größte Freude und Erfüllung. Sie hatte darum beschlossen, sich ganz dem Glauben hinzugeben und unvermählt zu bleiben.

Aber der Sohn des römischen Statthalters entbrannte in Liebe zu ihr und Lucias reine Freundschaft war ihm nicht genug. So bat er sie, seine Gemahlin zu werden. Lucia wies sein Werben freundlich zurück, worauf der Jüngling nur desto stürmischer in sie drang.

Schließlich, da kein Bitten half, begann er zu drohen: Wenn Lucia nicht die Seine würde, so wolle er sie und die Ihren bei seinem mächtigen Vater als Christen anzeigen. Lucia wusste sich nicht zu helfen. In ihrer Not stach sie sich die schönen Augen aus, die des Jünglings Herz verführt hatten und ließ sie ihm auf silbernem Teller bringen.

Er ward darüber tief erschüttert und sah von seinem Ansinnen ab; ja er wurde selbst Christ und diente fortan in Demut der frommen Gemeinde. Beim nächsten heiligen Abendmahl aber, das Lucia gereicht bekam, wuchsen ihr neue Augen, die waren noch viel schöner als die verlorenen. So genas sie und wurde wieder sehend.

Im nächsten Blog (17) soll die Verbindung zwischen Lucia und Staffan herausgearbeitet werden. Dass es eine solche gibt, zeigt jene Variante des Lucia- Brauchs, bei welcher Lichterbräute und Stallknechte zusammen umherziehen und die Lucia- und Staffans- Weise abwechselnd singen.

Aus: „Die Weihnacht", M. Duesberg, 2015 erschienen bei „tredition" und in jedem Buchladen erhältlich.

Auch auf HuffPost:

Video:Ihr habt Weihnachten ruiniert: Hasbro verkauft Kinderbackset mit Penis-Spritze

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter

blog@huffingtonpost.de.

Lesenswert:

Hier geht es zurück zur Startseite