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27/10/2015 10:36 CET | Aktualisiert 27/10/2016 07:12 CEST

Die Weihnacht, 11. Teil

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Wie die einzelnen Tage der Woche eine Tag- und eine Nachtseite haben, so auch die Wesen der Weihnacht: Hell und Dunkel, Schön und Hässlich, Hold und Unhold, segnend und drohend - und manchmal beides zugleich.

Das fängt schon bei St. Nikolaus an, dessen Festtag noch vor Beginn der 13 Dunkel- oder Sperrnächte (13./14. bis 23./24. Dezember) liegt. Obgleich er aus dem christlichen Glaubenskreis stammt und damit viel jünger ist als die Weihnacht, tritt er, bis auf regionale Ausnahmen, nicht als Einzelwesen auf, sondern zieht zusammen mit Knecht Ruprecht (oder Hruodpercht) umher, in dessen Name die vermännlichte Perchta steckt.

Oder mit Hans Muff, Hans Trapp oder dem Krampus, wobei der Nikolaus stets weise und gütig, Knecht Ruprecht dagegen ruppig und unberechenbar ist. Ersterer beschenkt die Kinder, letzterer schreckt und ängstigt sie.

Als Schimmelreiter hat auch der Sunnwendmann zwei Gesichter: Zum einen ist auch er weise und gütig und lindert oft menschliche Nöte, zum andern erscheint er wild und unberechenbar und droht oder zerstört mit der Kraft einer Naturgewalt. Das Gleiche gilt für sein Gefolge, die Wilde Jagd oder das Wilde Heer.

Da in des Nikolaus' Namen die Perchta vermännlicht drinsteckt, andrerseits (je nach Region) das Wilde Heer diese Frau Perchta, Frau Holle oder die Holde Frau im Gefolge hat oder sie gar verfolgt, gibt es auch Querverbindungen zwischen Nikolaus und dem Schimmelreiter, so dass er in einigen Regionen als ein und dieselbe Gestalt gilt. Gestützt wird solches durch alte Nikolaus- Verse, die seinen Schimmel nennen. Zwei Beispiele:

Niklaus, komm in unser Haus,

pack deine große Tasche aus.

Stell den Schimmel untern Tisch,

dass er Heu und Hafer frisst.

Heu und Hafer frisst er nicht,

Zuckerplätzchen kriegt er nicht.

Lustig, lustig tralalalala,

bald ist Niklausabend da,

bald ist Niklausabend da.

***

Bimmelt was die Strasse lang,

kling und klang und kling und klang.

Hält ein Schlitten vor dem Tor

und ein Schimmel schnauft davor.

Aus dem Schlitten vor dem Haus

steigt der Nikolaus heraus.

Durch den Schnee stapft er daher

oh, wie ist sein Sack so schwer.

Braven Kindern in dem Haus

leert er seinen Sack wohl aus.

Kling und klang und kling und klang,

weiter geht's die Strasse lang.

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