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03/01/2017 14:58 CET | Aktualisiert 04/01/2018 06:12 CET

"Die Dreieinige Göttin", 68. Folge

Zeiten der Feste und Feiern

Von den Festen, die den Jahreslauf kulturell begleiten, gehören vier zu den ältesten Festen überhaupt. Sie beziehen sich jeweils auf einen besonderen Sonnenstand. Es sind die Sonnwend- und Tagundnachtgleiche-Feste, die im Jahreskreislauf innerhalb der „Schwellen-Zeiten" ihr eigenes Kreuz bilden:

die Frühlings-Tagundnachtgleiche (F-TNG) am 21.3.

die Sommer-Sonnwende (S-SW) am 21.6.

die Herbst-Tagundnachtgleiche (H-TNG) am 23.9.

die Winter-Sonnwende (W-SW) am 22.12.

Zeitlich etwas versetzt kommt dann ein zweites Fest-Kreuz hinzu mit den christlichen Jahresfesten, die sich, geringfügig verschoben, an die Sonnenstands-Feste anlehnen:

OSTERN liegt, je nach Jahr, zwischen 23. März und 27. April, abhängig vom Frühlings-Vollmond. Die Fest-Dauer beträgt 2 Tage, dann folgt die Osterzeit.

JOHANNI liegt am 24. Juni, Dauer: 1 Tag, dann schließt sich die Johannizeit an.

MICHAELI liegt am 29. September, Dauer: 1 Tag, dann folgt die Michaelizeit.

WEIHNACHTEN dauert vom 24. Dezember bis 6. Januar, also 13 Nächte; heutzutage mit starker Tendenz, es auf 3 Nächte zu verkürzen, von 24. bis 26. Dezember.

Ein drittes Festeszeiten-Kreuz ergeben die weniger bekannten vier alten Jahresfeste unserer keltischen Vorfahren:

IMBOLC am 1. Februar: Fest des Lämmersäugens. Die Göttin kehrt zur Erde zurück. Die Tore zur Anderswelt stehen offen. Die Festdauer beträgt 1 Nacht. Heute liegt Mariä Lichtmess (2. Februar) nahe dabei.

BELTENE am 1. Mai: Zu Ehren des Sonnengottes Belenus wurden „Sonnen-Feuer" entzündet. Die Göttin erwählt sich zum Gemahl einen irdischen „Jahr-König". Die Tore zur Anderswelt stehen wieder offen. Die Festdauer beträgt 7 Nächte. Heute liegt um diese Zeit die Walpurgisnacht (30. April auf 1. Mai).

LUNASA am 1. August: Schnitterfest, Erntedank. Fest zu Ehren des Sonnengottes Lu. Es dauerte von 15. Juli bis 15. August, also 31 Nächte. Diese Zeit ist heute ohne Feste.

SCHAWIEN am 1. November: Da wurde das Ende des Sommerhalbjahrs gefeiert. Die Göttin verlässt die Erde und kehrt zum (geweihtragenden) Jägergott Cernunnos (auch Cern oder Araun) in die Unterwelt zurück. Der irdische Jahr-König wird geopfert oder stirbt bei einem Jagdunfall. Die Festdauer beträgt 3 „Schawien-Nächte", das sind 2 übliche Nächte.

Hier eine Übersicht, zu welcher Zeit des Jahres - in Bezug auf die Mutter-Gottheit - die Jahresfeste liegen, wie lange sie gefeiert wurden und welche Tageszeiten ihnen entsprechen:

Zwei Schemata/ Bildschirm