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17/12/2016 11:05 CET | Aktualisiert 18/12/2017 06:12 CET

"Die Dreieinige Göttin", 66. Folge

Die drei Zeiten-Kreuze

01. Das „Schwellen-Kreuz" (Morgen, Mittag, Abend, Mitternacht).

02. Das „Mittel-Kreuz" (früher Vormittag, früher Nachmittag, später

Abend, Nacht nach Mitternacht).

03. Das „Schluss-Kreuz" (später Vormittag, später Nachmittag, Nacht vor

Mitternacht, früher Morgen).

01. Allen vier „Schwellen" dieses Kreuzes kommt seit alters eine besondere Bedeutung im Jahreslauf zu. Während dieser Zeiten können ungewöhnliche Dinge geschehen, die dem Menschen Erlebnisse von höchster Schönheit und Erhabenheit, aber auch Ängste und Schrecken bescheren. Was er erlebt, hängt von der jeweiligen Zeit, von ihm selbst und von den Umständen und Ereignissen um ihn herum ab. In diesem Bereich gibt es keine menschliche Willkür, die Erlebnisse sind nicht steuerbar.

Zur Erinnerung: Die Schwellen sind Tore zur Anderswelt. Naht die entsprechende Zeit, stehen diese Tore vorübergehend angelehnt oder offen. Ob wir das wahrnehmen, ist eine andere Frage. Heutzutage wohl eher nicht. Oder wir spüren nur noch eine Veränderung in unserem Lebensgefühl gegenüber dem Zuvor. Die Menschen der Vergangenheit waren für dieserart Geschehen offener. Noch bis ins 19. Jahrhundert hinein gab es von Erwachsenen ernsthafte Kommentare zu Zwergen, Nixen, Elfen und anderen heimlichen oder unheimlichen Wesen, Bewohnern der „Welt des Lebens" (keltische Mythologie). Der Erfolg von Tolkiens „Herrn der Ringe" und anderer Fantasy-Literatur zeigt, dass unterschwellig immer noch eine stille Sehnsucht der Menschen zu dieser Welt besteht. Erinnern wir uns an unsere Kindheit, so werden uns mancherlei magische Erlebnisse und Handlungen bewusst werden, die später von alltäglichen Erlebnissen zugeschüttet wurden. Sie alle waren in der „Nähe" der „Welt des Lebens" angesiedelt. Diese Betrachtungsweise beruht übrigens auf der Anschauung, dass unsere „Alltagswelt" an andere Welten angrenzt, zunächst an die des Lebens, die gewissermaßen ein „Transitland" ist. Sie wird von einigen philosophischen Richtungen (Theosophen, Anthroposophen, asiatischen esoterischen Bewegungen u. a.) auch „Ätherwelt" genannt. An sie schließt sich die „Seelenwelt" an, die in den genannten Kreisen auch „Astralwelt" heißt. „Darüber" erstrecken sich weitere rein geistige Welten. Wer immer also von dort in die Erdenwelt gelangen will, muss die „nächsttieferen" Welten passieren. Und umgekehrt. Diese bildhafte Beschreibung lässt natürlich außer Acht, dass alle geistigen Welten die materielle Welt und sich auch noch gegenseitig durchdringen.

02. Das „Mittel-Kreuz" der Tageszeiten besteht nun aus vier „Zweigen", die alle eine Art Neubeginn darstellen. Während die ihnen vorausgehenden „Schwellen-Zeiten" Grenzland markierten,

(Morgen und Abend das zwischen Tag und Nacht,

der Mittag das zwischen den beiden Tages- und

die Mitternacht das zwischen den beiden Nacht-Hälften)

und dabei gleichzeitig auf ein Altes und ein Neues hinweisen, steigen die Mittelkreuz-Zweige nun unvermischt in dieses Neue ein. Ihnen wohnt eine gewisse Ruhe und Beständigkeit inne.

03. Die vier Zeiten des „Schluss-Kreuzes" schließen dieses Neue dann ab. Auch sie beginnen mit der Ruhe und Beständigkeit des Mittelkreuzes, erhalten aber dann gegen Ende zu eine deutliche Dynamik, die sie scheinbar schneller fließen lässt. Sie münden zuletzt in den Zweigen des nächsten Schwellenkreuzes, und dort beginnt der Tanz von vorne.