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04/12/2016 06:44 CET | Aktualisiert 05/12/2017 06:12 CET

"Die Dreieinige Göttin", 64. Folge

Polaritäten und Spiegelungen (2.)

Und nun zur Nacht-Hälfte:

Abend, 18 - 20 Uhr (analog: September = 23. Sept. bis 23. Oktober)

Später Abend, 20 - 22 Uhr (analog: Oktober = 24. Okt. bis 22. Nov.)

Nacht vor Mitternacht, 22 - 24 Uhr (analog: November = 23. Nov. bis 22. Dez.)

Ab dem Abend durchlaufen wir abermals den Lern-Prozess durch Wollen, Fühlen und Denken hindurch, nur dass jetzt andere Bedingungen herrschen.

Auf ähnliche Weise gegensätzlich stellen sich hier der Morgen mit den beiden Vormittags-Teilen und der Abend mit den vormitternächlichen Nacht-Teilen dar: Bei beiden führt uns eine klare Lerngebärde in einen neuen Zeitabschnitt hinein, egal ob es sich um den Tag oder die Nacht handelt. Der Weg Richtung Mittag führt zum tieferen Eintauchen in die Erdenwelt, der Weg Richtung Mitternacht zum Sich-Lösen von ihr.

Ähnliches spielt sich zwischen der zweiten Tages- und der zweiten Nachthälfte ab:

Mittag, 12 - 14 Uhr (analog: Juni = 22. Juni bis 23. Juli)

Früher Nachmittag, 14 - 16 Uhr (analog: Juli = 24. Juli bis 23. August)

Später Nachmittag, 16 - 18 Uhr (analog: August = 24. Aug. bis 22. Sept.)

und

Mitternacht, 24 - 2 Uhr (analog: Dezember = 23. Dez. bis 20. Januar)

Nacht nach Mitternacht, 2 - 4 Uhr (analog: Januar = 21. Jan. bis 19. Febr.)

Früher Morgen, 4 - 6 Uhr (analog: Februar = 20. Februar bis 20. März).

Hier ist nun der Tagesteil auf die Nacht hin orientiert, auf die er zusteuert, der Nachtteil blickt dagegen auf den kommenden Tag, dem er zustrebt.

Vom Morgen bis zum Mittag wurden wir an der Hand der „Jäger-Göttin" zunehmend „Erdenbürger" und durchdrangen uns mit den Impulsen des Tages. Dank unseres Intellekts und unserer Wissbegier glichen wir uns auch dem Verhalten der „Jägerin" an: Wir waren ebenso „auf der Jagd" wie sie und erlegten dabei unsere „Tages-Beute" an Erfahrungen und Sinneseindrücken, an Gedanken, Gefühlen und Taten. Am Mittag nahm uns dann die „Erdenmutter" an der Hand, führte uns liebevoll und fürsorglich durch die nun verwandelte Welt Richtung Abend, wo wir ganz gelöst ankamen.

Nun an der Grenze zum Abend müssen wir uns auch etwas mehr mit der Nacht-Welt beschäftigen, die uns heute so fremd geworden ist und von der wir nicht einmal genau wissen, was wir wirklich in ihr erleben. Hier leitet uns ja die Alte, deren Bereiche die „dunklen" Seiten des Lebens sind (Schlaf, Nacht, Bewusstlosigkeit), in Dunkel, winterliche Starre und Tod. Hier raunt das Schicksal in all seinen Spielarten vernehmlicher. Dass wir des Morgens gesundet und erquickt erwachen, zeigt zwar, dass uns auch hier etwas Heilsames widerfährt, was genau wir aber zur Mitternacht in Begleitung der „Alten" erleben, bleibt buchstäblich im Dunkeln. Im Märchen „Frau Holle" führt die Holde Frau das Mädchen (Marie) am Ende seiner Dienstzeit zum Tore hin, durch welches es als Menschenkind wieder in die Erdenwelt gelangen wird. Je nach Beschaffenheit der Seele, die da die Anderswelt verlässt, empfängt sie „Gold" oder „Pech" auf ihren weiteren Lebensweg. Etwas Vergleichbares geschieht jeden Morgen auch mit uns: Aus einer unbekannten Heimat werden wir durch unterschiedliche Welten zur Erde geleitet, die wir durch ein Tor, die Grenze zwischen Jenseits und Diesseits, durchschreiten. Was wir von „drüben" mitbringen, sind unterschiedliche Gaben der Alten, auch „Gold-" oder „Pechregen". Und doch hat das Schicksal weder mit Zufall noch mit Prädestination und Fatalismus zu tun.