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21/02/2016 08:09 CET | Aktualisiert 21/02/2017 06:12 CET

"Die Dreieinige Göttin", 28. Blog

ullstein bild via Getty Images

Aus dem 19. Jahrhundert v. u. Z. haben wir zwar keinerlei schriftliche Zeugnisse, doch wurden stattdessen in dem Bereich zwischen Balkan, Donau und heutiger Ukraine, einem Gebiet, das Marija Gimbutas als Alteuropa bezeichnete, Tausende von Statuetten aus dieser Zeit gefunden, die durch Brüste, Schamdreieck und teilweise überbreite Hüften gekennzeichnet sind. Männliche Darstellungen befanden sich nur vereinzelt darunter (an einem Ort waren von 598 Figuren 97 % weiblich, in einer jüngeren Schicht aus dem 4. vorchristlichen Jahrtausend mit 83 Figuren über 90 % und an wieder einem anderen Ort in Nordgriechenland alle 250 Figuren). Insgesamt wird von über 20.000 weiblichen Statuetten aus der Jungsteinzeit berichtet. Solche Figuren wurden auch in Anatolien, unter anderem in der jungsteinzeitlichen Großsiedlung Çatalhöyük gefunden, wo sie bis ins 8. vorchristliche Jahrtausend zurück datiert werden konnten.

Kopfzerbrechen bereiten jene gestaltlich direkt vergleichbaren Figurinen, die geschichtlich sehr viel weiter zurück datiert werden können, teilweise bis um etwa 600.000 v. Chr. Diese scheinen ja zu belegen,

► dass die Kultur der Großen Mutter sehr viel älter ist als ursprünglich angenommen (angenommen wurde sie zwischen 10.000 und 2000 v. Chr.);

► dass die Dauer einheitlicher Kulturimpulse länger sein könnte als erwartet.

Hier zwei Kindersprüchlein zu Frau Holle, ein norddeutsches und ein süddeutsches (letzteres gibt es auch auf Schweizerdeutsch):

Die Bäumchen im Walde

Die Bäumchen im Walde hatten Besuch,

Frau Holle kam über Nacht -

Und hat für jedes Pflanzenkind

Ein Pelzröcklein mitgebracht.

Da haben sich alle ganz tief versteckt,

Mit den weißen Decken fein zugedeckt -

Denn still unterm Schnee

Tut der Frost den Gräsern und Bäumen nicht weh.

(Hertha Ohling)

Kinderreim

„Miameide - steht auf der Heide -

Hat ein grün's Röcklein an.

Sitzen drei schöne Jungfern daran.

Die eine schaut nach vorne,

die andre in den Wind.

Das Weibsbild an dem Borne

hat viele, viele Kind."

(Volksbrauch)

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