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07/10/2015 07:57 CEST | Aktualisiert 07/10/2016 07:12 CEST

Die Dreieinige Göttin, 12. Teil

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„Meine Mutter war Magia geheißen, eine Königin von Huldumannaland und aus einem alten, zauberkundigen Geschlecht. Eines Tages kam Rudian, der Dicke aus Risaland auf einer Irrfahrt in ihr Gebiet und sie wurde sein Weib. Aber unter dem Vorwand, in seiner eigenen Herrschaft nach dem Rechten sehen zu müssen, verließ er seine Gemahlin.

Beim Abschied mahnte die Ahnungsvolle, er solle ihrer ja nicht vergessen. Unterdessen schenkte meine Mutter Magia einer Tochter das Leben. Diese nannte sie Huld. Und das war ich. Jedoch aus Kummer über die Treulosigkeit meines Vaters setzte sie mich aus, während sie Rudian durch ihre Zauberkünste tötete. Selber grämte sie sich in der Folge zu Tode.

Gifgas aber, der Bruder meines Vaters und ein Riese voller Zauberkunst, erfuhr von dem ausgesetzten Kind. Er flog in Drachengestalt nach Huldamannaland und holte mich heim in seine Burg. Hier unterrichtete er mich in der Kunst des Zauberns.

Da ich nun sechzehn Jahre alt geworden war, heiratete er mich und ich schenkte ihm zwei Töchter, Thorgerd und Yrpa, die du ja nun kennen gelernt hast.

Kurz danach war mein Gemahl von seinen Nachbarn erschlagen worden. Aus Furcht vor mir, der zauberkundigen Huld, boten die Mörder einen Vergleich an sowie die Unterwerfung unter meinen Spruch.

Daraufhin berief ich alle Riesen und Unholde zu einer Versammlung nach Hallmundartheithir in Jötunheim (Riesenheim) zu einem Gerichtsthing."

„Dich, Odin", so erklärte die nächtliche Erzählerin weiter, „habe ich nun zu mir gelockt, um deiner zu genießen. Dafür will ich dir nun die Ehre antun, dass du den Schiedsspruch auf jenem großen Thing persönlich fällen darfst. Auch empfehle ich dir meine beiden Töchter Thorgerd und Yrpa."

Odin war bereit, die Bitte der Huld zu erfüllen. Er warf sich auf sein Leibross Sleipnir. Sie aber begleitete ihn, eingehüllt in das alte Drachengewand. Als sie zu dem Gerichtsort gelangten, waren alle schon versammelt zum großen Thing. Nun fällte Odin den Schiedsspruch: „Als erstes bestimme ich, dass Huld von nun ab die Oberkönigin über das ganze Volk der Riesen und Unholde im Nordland sein soll.

Zum zweiten ergeht hiermit der Befehl, dass in Trölladyngja zu Ehren der Huld und zu meiner Verehrung ein Tempel errichtet werden soll, dem sie mit ihren Töchtern vorstehen wird und dem alljährliche Abgaben zu entrichten sind.

Zum dritten bestimme ich, dass der Riese Swadhi mit den übrigen Leuten, die bei der Tötung des Riesen Gifgas beteiligt gewesen sind, die Syrgisdalir verlassen muss."

Und damit hatte es sein Bewenden.

Thorgerd, die ältere und angesehenere der beiden Töchter, erhielt den Beinamen Huldartröll (oder Hörgabruthur).

In alten Sagen und Büchern aber wird die Huld mit ihren Töchtern vielfach als Schutzgeist ihrer Freunde angerufen. Der Riese Swadhi aber ließ sich damals auf Athathors Rat in Thorsdale nieder.

Dem Odin schenkte Huld ihre beiden Raben, welche ihn seitdem begleiteten und ihm alle Neuigkeiten zutrugen, die seit jener Zeit in der Welt geschehen sind.

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