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14/10/2017 12:14 CEST | Aktualisiert 14/10/2017 12:14 CEST

RETHINK THINGS. Mieten statt kaufen und kollaborativer Konsum

Rawpixel via Getty Images

Der Konsument ist auf dem Markt in der Position, Güter und Waren zu erwerben, sie anschließend zu nutzen, zu warten und instandzuhalten, bis die Ware oder das Gut soweit verbraucht, abgenutzt oder verwertet ist, dass sie durch ein neues Gerät ersetzt werden.

Konsum ist heutzutage meist noch mit der Konnotation besetzt, dass ein Gegenstand durch eine Person besessen wird -- Geräte werden in der Regel nicht mehrfach benutzt.

Über die Jahre hat sich die Nutzungs- und Lebensdauer von elektronischen Geräten wie Smartphones und Gadgets immer stärker verkürzt. Besonders durch die schnellen technischen Entwicklungen jagt ein Nachfolgemodell das nächste und weitere Innovationen warten um die Ecke. Kaum hat man sich ein Smartphone eingerichtet, kommt schon die besser ausgestattete nächste Generation auf den Markt, um dort dem Konsumenten zum Kauf angeboten zu werden.

Um immer up to date zu sein, ersetzen viele Konsumenten ihre Geräte durch die neue Generation. Durch die Beschleunigung des Lebenszyklus eines elektronischen Geräts erfolgt das Ersetzen von Altgeräten durch das neue Modell immer schneller und häufiger. Doch anstelle ihre obsolet gewordenen Konsumgüter wieder zu verkaufen, häufen die Menschen die Altgeräte in der Schublade oder im Keller an.

Dieses Phänomen konfrontiert uns mit unter anderem drei Herausforderungen.

Eigentum als Limitation

Immer mehr Kunden haben das Bedürfnis, die Vielzahl der unterschiedlichen, zur Verfügung stehenden Geräte zu nutzen, anstelle sich durch den Kauf auf ein Produkt festzulegen und damit (den im letzten Blogeintrag thematisierten) einhergehenden Ausschluss unendlicher, attraktiverer Möglichkeiten in Kauf zu nehmen. Der Wunsch nach Flexibilität macht somit aus Eigentum plötzlich Limitation und das Konsumverhalten ändert sich entsprechend. Der unmittelbare Zugriff auf Ideen, Produkte und Dienstleistungen zählt heute bereits mehr als der dauerhafter Besitz.

Kaufen kostet und ist unwirtschaftlich. Finanzierung der Anschaffung bindet zu lange.

Die Anschaffungskosten von immer neuer, aktuellerer Technik und Konsumgüter sind nicht zu unterschätzen. Für viele interessierte Konsumenten bleibt aufgrund der hohen Kosten der Weg zur neuesten Technik und den aktuellsten Gadgets versperrt. Denn die rasante Entwicklung neuester Technologien macht es nahezu unmöglich, immer die neuesten Geräte zu erwerben, wenn man kein dickes finanzielles Polster hat. Als Alternative zum direkten Kauf gab es bisher nur Finanzierungsmodelle, die den Käufer über einen langen Zeitraum binden. Da technische Geräte heute immer schneller veralten und der Produktlebenszyklus abnimmt, ist eine lange Finanzierung von Gebrauchsgegenständen nur sehr selten eine gute Alternative. Hier gilt es, umzudenken. Denn der Kauf von Geräten ist unter diesem Aspekt eigentlich total unwirtschaftlich.

Es ist Zeit, auf die Bedürfnisse der Konsumenten einzugehen und das Nutzen eines Produktes von dessen Besitz zu entkoppeln. So wie es Grover frei nach dem Motto „mieten statt kaufen" anbietet. Damit schafft Grover Zugang zu neuester Technologie, da Gegenstände nicht mehr zu einem vollen Preis gekauft werden müssen, sondern einfach für einen selbstgewählten Zeitraum genutzt werden können. Dass dieses Modell den Zahn der Zeit trifft und auf großes Interesse bei Konsumenten trifft, wird unter anderem an folgendem Beispiel deutlich:

Während die Anfragen und Vorbestellungen in den USA für das iPhone 8 wesentlich geringer sind als für das iPhone 7 und iPhone 6, zeigt sich bei Grover ein gegenläufiger Trend. Dies mag vor allem auch an dem empfindlichen Kaufpreis der neuen iPhone Generation liegen, der einen großen Teil der Bevölkerung von der Nutzung dieser neuen Technik ausschließt. Mit Grovers Product-as-a-Service Modell wird der Zugang zu den neuesten Technologien für jeden Nutzer möglich; flexibel und zu einem sinnvollen Preis.

Ressourcenverschwendung und Belastung der Umwelt durch Lagern der Altgeräte

Eine weitere nicht zu verachtende Herausforderung der verkürzten Nutzungsdauer elektronischer Geräte und Gadgets ist die Anhäufung von Altgeräten in den privaten Haushalten und einer daraus resultierenden Ressourcenverschwendung, da die Altgeräte nicht erneut genutzt und somit die Möglichkeit eines verlängerten Produktlebenszyklus verfällt. Menschen die immer die neueste Technologie nutzen möchten, haben dementsprechend schnell einen großen Haufen an alten Geräten bei sich zu Hause. Effizienter wäre es, bereits genutzte, aber noch funktionsfähige Produkte, wieder in den Kreislauf zurückzuführen, statt sie in das Inventar der Nutzer zu hieven. eBay et al sind für die Mehrheit der Menschen nur noch bedingt eine Alternative, da Aufwand und Unsicherheit außer Verhältnis stehen. Wie im vorherigen Beitrag beschrieben, stören sich Konsumenten mehr und mehr an dieser Wegwerfkultur und setzen sich für eine Circular Economy ein. Ziel ist es demnach, den Produktlebenszyklus wieder zu verlängern, indem man Produkte instand hält und durch einen anderen Nutzer weiterverwertet. Anstelle einer linearen Produktkette (make-take-dispose), die mehr Müll produziert, wird eine Circular Collaborative Consumption angestrebt und promotet. Durch das Prinzip des Mietens, verlängern Initiativen wie Grover durch die Mehrfachnutzung der elektronischen Geräte/Güter die Nutzungszyklen und schonen dabei die Umwelt.

It's Time to Rethink Things. Das Product-as-a-Service Modell für Elektogeräte

Ich bin überzeugt, dass diese Veränderung im Konsumverhalten irreversibel und zukunftsweisend ist. Was, wenn wir keine lang anhaltenden Beziehungen mehr zu den Dingen aufbauen, die wir benötigen? Was, wenn wir nicht mehr kaufen müssen, sondern neue Wege implementieren, Zugriff auf Produkte zu haben?

Das Product-as-a-Service Modell revolutioniert den Zugang zu Produkten und bietet eine frische Alternative zum Eigentum, die das Neueste aus der Welt der Technik für jeden zugänglich macht, indem man es ganz einfach monatlich mietet statt kauft und jederzeit zurückgeben, gegen eine neuere Version eintauschen oder sich etwas ganz anderes aussuchen kann. Dadurch haben Nutzer einen unbegrenzten Zugang zu High-Tech, genießen eine größere Freiheit und es wird weniger weggeworfen. Bisher wird Grover insbesondere von Nutzern in Anspruch genommen, die es gewohnt waren, Gegenstände für einen einmaligen Betrag zu kaufen. Zusätzlich gibt es noch einige Nutzer, die den einmaligen Betrag nicht aufwenden können oder möchten und daher ein Gerät über einen längeren Zeitraum finanzieren.

In der sogenannten Collaborative Consumption ist Eigentum nicht mehr nötig, um die Güter in Anspruch zu nehmen und in ihren Genuss zu kommen. Aboservices, Mieten und Sharing sind der flexiblere und nachhaltigere Weg, um sowohl immaterielle Dinge (Erfahrungen) und materielle Dinge in ein optimales Nutzen/Kosten Verhältnis zu bringen. Dieses Umdenken und dieser neue Umgang mit Technologie verlängert den Lebenszyklus eines Produkts, maximiert den Mehrwert für die Menschen und reduziert Waste. Das Weniger an Verschwendung und Abfall bildet sich gleichzeitig im Budget der Konsumenten ab und diese können mehr haben und mehr erleben - alles zur gleichen Zeit.

In der Collaborative Consumption ist die Beschleunigung und Technologisierung somit nicht mehr nur zum Vorteil einer kleinen Elite, sondern jedem zugänglich und kann in seinen Vorteilen 100% genutzt werden - ohne Nachteile.

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Lesenswert:

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