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14/04/2016 13:50 CEST | Aktualisiert 15/04/2017 07:12 CEST

Souverän mit Trollen umgehen

mokee81 via Getty Images

"Mal ehrlich, wer hier hat schon mal getrollt?", wollte ein Referent auf der Besser Online Tagung wissen. Trolle verbreiten gerne Hasskommentare oder machen Furore für irgendwelche politischen Zwecke. Das ist natürlich leicht, wenn man ein Pseudonym für seine Hassbotschaften missbraucht.

Ein Pseudonym gibt Usern die Möglichkeit die eigene Person in den Hintergrund zu stellen und offen ein Thema anzusprechen. Hinter dem falschen Namen kann der Nachbar, ein Mitarbeiter oder sogar der Chef sein.

Auf den meisten Konferenzen die ich besuchte, zuletzt auf Online trifft Offline, wussten viele Teilnehmerinnen nicht wie man mit Trollen umgeht. Vor allem die Gespräche auf der letzten Tagung haben mich zu diesem Beitrag inspiriert. Trolle sind auch nur Menschen. Menschen mit einem Ziel und relativ neu auf deutschsprachigen Webseiten. Im türkischsprachigen Web sind Trolle schon viel länger unterwegs und agieren organisierter.

Formen des Trollens

Es gibt ganz verschiedene Formen des Trollens. Da ist das simple Verbreiten von Hasskommentaren, im hiesigen Land besonders beliebt bei AfD-Anhängern. Dann gibt es noch die englischsprachigen Kontaktaufnehmer, die man nie verstehen wird, weil ihre Grammatik so schlecht ist. Es gibt Trolle die in Gruppen agieren und alle zeitgleich eine Person mobben.

Autsch! Und dann sind da noch die unscheinbaren Accounts, die erst lustige Sprüche verbreiten und sich dann in irgendeinen ideologischen oder fiesen radikalen Account verwandeln. Igitt! Da sieht man noch mal, dass man kaum für die Accounts in Rechenschaft gezogen werden kann, denen man folgt.

Derzeit kann man beobachten, dass Unternehmen und Mainstreammedien mit der Hau-drauf-Methode gegen Trolle vorgehen. Das zeigt zwar eine schnelle Wirkung, auf lange Sicht wird es aber scheitern, da dies die Trolle eher "trainiert". Auch Trolle machen sich ihre Gedanken und können lernen.

Wenn sie sich erst Mal an die harschen Antworten gewöhnt haben, antworten sie härter zurück und die rhetorische Schlammschlacht beginnt erneut. Das Trolling kam überraschend auf und genauso überraschend werden die Polemiker wohl zum nächsten Schlag ausholen.

Der Polemik ein Ende setzen

Die Mathematik des Trolling ist simpel: Etwas Negatives gleicht man mit etwas Positivem aus. Ein positiver Grundton, Faktenwissen und eine logische Argumentation nehmen jedem Polemiker den Wind aus den Segeln. Wer einem Troll antwortet, sollte sich vor allem um Freundlichkeit bemühen. Das ist nicht immer leicht.

Besonders wenn man gerade üble Beleidigungen oder sogar Drohungen an den Kopf geschmissen bekam, fühlt man sich wie durch den Fleischwolf gezogen. Ausgerechnet Wut und Hass sind jene Gefühle, die Trolle provozieren wollen.

Das sollte man nicht zulassen. Und wenn es einem über den Kopf wächst, hilft ein keckes: "Trollst du mich?". So ironisch es klingt, am peinlichsten ist es für einen Troll, öffentlich als Troll bezeichnet zu werden.

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