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15/09/2015 13:18 CEST | Aktualisiert 15/09/2016 07:12 CEST

Was wir von Helena Zumsande lernen können

STILLFX via Getty Images

Manchmal passiert es, dass Menschen diese Welt leider viel zu früh verlassen müssen. Einer dieser Menschen ist Helena Zumsande, die mit nur 21 Jahren verstarb. In ihrem Buch Solange ihr mein Lied hört: Mein Leben mit Krebs erzählt Helena, die das Buch zusammen mit Nina Poelchau schrieb, dass sie nicht einfach so verlöschen möchte, ohne etwas zu hinterlassen.

Dieser Gedanke war unberechtigt, denn Helena hat uns ihre Coverversionen von John Legends Lied All of me und eine wunderschöne Version von Sarah Connors Wie schön du bist geschenkt. Darüber hinaus hat Helena uns ein Buch hinterlassen, das eine Botschaft mit sich bringt und zum Nachdenken anregt, wie schön das Leben sein kann und wie sehr man Dinge schätzen sollte, die für viele Menschen alltäglich, aber nicht unbedingt selbstverständlich sind. Sie sind ein Geschenk.

Zumal man oft denkt, dass die ganzen schlimmen Dinge nur den anderen Menschen passieren.

Das Buch erzählt die Geschichte von Helenas viel zu kurzem Leben. Auf sehr offene, authentische und teilweise schonungslose Weise wird gezeigt, wie grausam das Leben sein kann. Beim Lesen des Buches wird einem bewusst, wie sehr sich die junge Frau durch ihre Krankheit veränderte, menschlich daran wuchs und erkannte, worauf es im Leben wirklich ankommt.

Bis zu ihrem achtzehnten Lebensjahr war Helena gesund und genoss das Leben, indem sie all die Dinge tat, die man als Kind und Jugendlicher macht. Als sie achtzehn war, bekam sie plötzlich verschiedene Symptome wie Übelkeit, Bauchschmerzen und körperliche Schwäche. Daraufhin begann eine regelrechte Ärzteodyssee.

Helena spürte ganz genau, dass etwas nicht mit ihrem Körper stimmte, doch die Ärzte nahmen sie nicht wirklich ernst. Hinzu kam, dass sie gesund aussah und nicht jammerte, was wohl ebenfalls dazu beitrug, dass Ärzte die ernste Situation verkannten. Im Laufe der Zeit bekam sie immer mehr Symptome. Gegen die Schmerzen, die sie hatte, verschrieb ihr beispielsweise ein Orthopäde Krankengymnastik sowie Einlagen für die Schuhe.

Helena landete irgendwann bei einem Psychiater, der eine Studie machen wollte zum Thema Beschwerden, für die Ärzte keine Erklärung haben. Doch bevor die Studie begann, nach ganzen zwei Jahren Ärztemarathon, fanden die Ärzte doch etwas. Was auf den ersten Blick nach Lymphkrebs aussah, entpuppte sich nach genauerer Untersuchung als Magenkrebs.

Magenkrebs, der mittlerweile schon in die Lymphknoten gestreut hatte. Die Ärzte erklärten Helena, dass es keine Chance auf Heilung gäbe. Nichtsdestotrotz begann Helena zu kämpfen und hatte Hoffnung.

Helenas Geschichte gibt uns die Gelegenheit, über die wichtigen Dinge im Leben nachzudenken und zu erkennen, was zählt. Zudem appelliert sie an die Menschen, die ganz deutlich merken, dass mit ihrem Körper etwas nicht stimmt, auf ihr Bauchgefühl zu hören und sich nicht einreden zu lassen, dass da nichts ist, nur weil Ärzte nichts finden. Dieses Buch sollte auch ein Aufruf an Ärzte sein, Menschen, ihre Beschwerden und eigenen Einschätzungen ernst zu nehmen.

Schonungslos und offen berichtet Helena in ihrem Buch, wie sehr sich ihr Leben durch die Erkrankung verändert hat. Davon, wie nach und nach Freundschaften zerbrechen, davon wie es sich anfühlt nicht mehr dazuzugehören, weil man nicht mehr mithalten kann. Wie man, wie durch eine Scheibe von seiner Umwelt getrennt, lebt.

Doch Helena zeigt uns in ihrem Buch auch, was es bedeutet zu kämpfen und dass es sich immer lohnt sich nicht aufzugeben und Hoffnung zu haben, egal wie die ärztliche Prognose ist. Auch wenn es paradox klingt, ist dieses Buch voll von Lebensmut und man spürt die große Hoffnung und den Kampfgeist dieser jungen Frau.

Helena hat eine Spur in unserer Welt hinterlassen.

Ruhe in Frieden!

Buch: Solange ihr mein Lied hört: Mein Leben mit Krebs

Autor: Helena Zumsande, Nina Poelchau

Verlag: Ullstein

ISBN-10: 386493043X

ISBN-13: 978-3864930430

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