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04/05/2014 05:03 CEST | Aktualisiert 04/07/2014 07:12 CEST

Schöpferkraft - religiöser Fanatismus oder praktische Schaffenskraft?

Wenn wir von Schöpfung reden oder an den Schöpfer denken, wird das in den allermeisten Fällen direkt mit Religion in Verbindung gebracht.Ich möchte aber gar nicht all zu tief in die Religiosität abschweifen , sondern auf einer praktischen Ebene verbleiben.

Wenn wir von Schöpfung reden oder an den Schöpfer denken, wird das in den allermeisten Fällen direkt mit Religion in Verbindung gebracht. Die Erde ist eine Schöpfung Gottes, Gott als Schöpfer von „Allem was Ist". Ich möchte aber gar nicht all zu tief in die Religiosität abschweifen (wobei im lateinischen unter dem Wort „religio" die „gewissenhafte Berücksichtigung" von Etwas zu verstehen ist), sondern auf einer praktischen Ebene verbleiben, denn wir schöpfen in unserem Leben häufig Mut, Papier wird geschöpft und wir titulieren uns selbst ja nun auch als Geschöpfe dieser Erde. Es ist daher hilfreicher, diesen Begriff in seiner Vielschichtigkeit zu betrachten.

Bislang gibt es keine absoluten Beweise für die Entstehung der Erde oder der Menschheit, die Naturwissenschaft baut auf physikalische Prinzipien, es gibt die Urknalltheorie und viele verschiedene Ansätze und Denkweisen. Lassen wir uns also nicht davon irritieren, dass wir keinen 100%igen Beweis haben, ob zuerst die Henne oder das Ei da war, sondern schauen uns den Begriff der Schöpfung, des Schöpfers als einen konstruktivistischen Begriff von „etwas erschaffen" an.

Und gehen wir weiter davon aus, dass es eine zentrale Kraft gibt, die wir weder kennen, noch mit unseren Mitteln messen aber dennoch überall sehen können. In jedem Baum, in jeder Pflanze, jedem Tier, jedem Sonnenstrahl, jeder Wolke, jedem Tropfen Wasser usw. Eine zentrale Kraft, die alles erschaffen hat, was es je gab, was es gibt und was es je geben wird. Dann wäre eine Schlussfolgerung aus diesem Gedanken, dass auch wir Menschen ein Teil dieser Kraft sind. Und wenn wir ein Teil dieser Kraft sind, sind wir durch und durch von dieser Kraft durchströmt, als ein Teil von „Allem was Ist". Vollkommen wertfrei, bedingungslos, ohne Erwartungen und Ansprüche.

Folgen wir diesem Gedanken weiter, sind wir alle, Sie genauso wie ich ein Teil der Schöpfung, tragen die Schöpferkraft in uns und werden somit zum Schöpfer in unserem eigenen So-Sein: in unserem Leben. Was bedeutet das? Das bedeutet auf jeden Fall, dass wir die Verantwortung haben, für alles, was uns in unserem Leben passiert. Wir können keinen Anderen dafür heranziehen und ihm dieses fatale Konstrukt der "Schuld" anhängen. Denn wir sind unser eigener Schöpfer und haben alles erschaffen, was uns widerfährt.

Jedem unserer Gedanken entspringt wahre Schaffenskraft, jeder Gedanke IST wahre Schaffenskraft. Das Paradoxe daran ist, dass wir das im Negativen wunderbar umsetzen können, uns dann aber darüber beschweren, was wir mit unseren eigenen Gedanken angezogen haben, Andere dafür verantwortlich machen, wie schlecht es uns geht, immer und immer wieder die negativen Gedanken mit Aufmerksamkeit und Energien versorgen und nichts anderes ernten, als das was wir gesät haben. Jeder Gedanke ist vergleichbar mit einem Samenkorn, die Emotion, die diesen Gedanken begleitet, ist der Dünger für die entstehende Pflanze und schon haben sie wieder etwas erschaffen und waren ihr eigener Schöpfer in ihrem Gedankengarten.

Selbst wenn der ein oder andere bewusste, positive Gedanke dabei ist, wird dieser ihren unbewussten Gedankengarten so gut wie gar nicht erreichen können, denn ihre Emotionen haben eine starke Mauer darum herum aufgebaut. Alles, was äußerlich geschieht, geht auf das zurück, was bei Ihnen innerlich geschieht, somit ist ihre Außenwelt ein Spiegel ihrer Innenwelt. Alles, was ihnen in ihrer Innenwelt nicht bewusst ist, wird ihnen im Außen bewusst gemacht. Erkennen sie das, wird es bewusst und damit veränderbar. Verändern sie dies, sind sie schöpfend tätig.

Egal was war, was ist und was sein wird, jeder von uns ist sein eigener Schöpfer, sein eigener Lebens - Gestalter und trägt somit auch die volle Verantwortung. Jedes Mal, wenn etwas nicht klappt und wir mit uns hadern, Andere schlecht machen, versuchen sie zu übervorteilen oder auszunutzen, geben wir unsere Verantwortung aus der Hand. Und schließlich schaden wir uns selbst doppelt, denn wenn wir dem Gedanken von „es ist alles Eins was Ist" folgen, sind wir ein Teil wie alle Anderen ein Teil sind von ein und demselben und schaden uns auch somit selber.

Das, was uns begrenzt in unserer Schöpfer- bzw. Schaffenskraft ist NUR unser Denken. Wir denken, dass es so etwas gar nicht gibt, wir denken, dass es uns dann besser gehen würde, wenn sich unser Partner nur ändern würde, wenn wir einen besseren Chef hätten, wenn unsere Kinder freundlicher zu uns wären etc. Veränderung kann aber nicht angewiesen werden, denn jeder von uns ist ein mächtiger Schöpfer und keiner von uns will sich in seine Art zu schöpfen hineinreden lassen. Verändere ich meine eigene Schöpfung, verändere ich also mich, dann reagiert mein Umfeld auf meine Veränderung und richtet sich entsprechend aus. Somit habe ich durch meine innere Veränderung auch Veränderung im Außen geschaffen!

Es ist an der Zeit, dass wir alle unsere Verantwortung bewusst in unsere eigene Hand nehmen, uns unsere Schöpfer- und Schaffenskraft bewusst werden und somit unser höchstes Potential endlich verwirklichen!