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09/09/2017 07:14 CEST | Aktualisiert 09/09/2017 07:14 CEST

Das ist der Mann, der deinen Kaffee anbaut

Denis Tabler via Getty Images

Weißt du eigentlich, wo dein Kaffee herkommt oder gar, wer ihn produziert? Vermutlich nicht, deshalb stellen wir dir jetzt Andrew Hakizimana vor - ein Kaffeebauer aus Ruanda. Andrew ist in der Kaffeekooperative Musasa Dukundekawa organisiert, die den Spezialitätenkaffee Café de Maraba produziert. Natürlich in Fairtrade-Qualität, denn das kleine Land Ruanda hat sich der Nachhaltigkeit verschrieben und sich gemeinsam mit Mexiko als bisher einziges Land weltweit dazu verpflichtet, den Kaffeeanbau komplett auf Nachhaltigkeit umzustellen. Eigentlich kein Wunder in einem Land, in dem sogar Plastiktüten verboten sind.

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Andrew ist ein Mann der Tat. Er ist nicht nur ein bekanntes Mitglied von Musasa Dukundekawa, sondern auch Vorstand einer kleineren Kooperative in der Nachbarschaft, die sich gegenseitig mithilfe von Mikrokrediten unterstützt. 3.600 Kaffeesträucher werden von Andrew versorgt, pro Strauch kann er bis zu 10 Kilogramm Kaffeekirschen ernten. Als wir Andrew trafen, war die Ernte gerade in vollem Gange. Da hatte er bereits 4,5 Tonnen guter Kaffeekirschen geerntet. Am Ende dürften es rund 7 Tonnen geworden sein. In manchen Jahren erntet Andrew sogar 8 Tonnen.

Der Ernteertrag ist weitestgehend vom Klima abhängig, z.B. ob der Regen zur richtigen Zeit kommt. Wenn es jedoch schneit oder hagelt, ist das gar nicht gut für die Kaffeepflanzen. Aber das kommt in Ruanda zum Glück nicht sehr oft vor. Andrew baut seine Bourbon-Arabicabohnen übrigens auf knapp 2.000 Metern Höhe an.

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Doch auch die Pflege der Pflanzen ist entscheidend. Andrew nutzt organischen Dünger, deswegen ist die Ernte so gut. Er kauft den Kuhdung von seinen Nachbarn und anderen Leuten, die gar nicht wissen, welch positiven Einfluss er hat. Dann vermischt er ihn mit etwas Gras und lässt das Ganze eine Weile stehen, weil man es nicht sofort benutzen darf. Später verteilt er es in geringem Abstand zum Stamm der Kaffeepflanzen, damit sie gestärkt werden.

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Nach der Ernte sortiert Andrew seine Kaffeekirschen. Die Kaffeekooperative Musasa Dukundekawa hat einen sehr hohen Qualitätsanspruch und nimmt nur die besten Kirschen. Nicht umsonst gewann die Kooperative mit ihrem Kaffee in bislang jedem Jahr den Rwanda Cup of Excellence, das ist so etwas wie die Oscars der Kaffeeindustrie. Um die Kirschen zu sortieren, füllt Andrew eine Schüssel mit Wasser und gibt die Kaffeekirschen hinein.

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Die meisten sinken sofort, doch einige wenige schwimmen an der Oberfläche. Dies sind die schlechten, die Andrew an private Händler verkauft. Zuvor schält er sie noch, denn für das trockene Parchment bekommt er einen besseren Preis. Während manche Kaffeebauern die Kaffeekirschen traditionell mit einem Stein schälen, hat Andrew eine eigene Maschine dafür - ein Blechungetüm, das sich Entpulper nennt. Es erinnert an eine übergroße Getreidemühle und nach wenigen Umdrehungen mit dem Hebel purzelt das noch feuchte Parchment heraus.

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Bei so viel Einsatz für die Kaffeekirsche erstaunt es nicht, dass Andrew bereits einige Male für die Qualität seiner Ware ausgezeichnet wurde. Mitunter lehrt er andere Kaffeebauern, um sein Wissen mit ihnen zu teilen.

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Mit seinem Einkommen ist Andrew zufrieden. Ein großer Teil geht in die Schulgebühren. Sein Sohn studiert Elektrotechnik und eine seiner Töchter studiert ebenfalls. Was genau, das kann Andrew gar nicht sagen. Aber er bezahlt dafür: „Wie das ein guter Vater eben so macht, viel arbeiten, damit die Kinder studieren können..." Auch in Ruanda ist Bildung der Schlüssel zum Erfolg. Seine anderen Kinder sind noch in der Grundschule, da fallen noch keine Gebühren an.

In der Erntezeit heuert Andrew überdies Arbeiter an, die ihn von 7 Uhr morgens bis 15 Uhr nachmittags unterstützen. Damit er auch wirklich die besten Arbeiter bekommt, zahlt er mehr als andere Kaffeebauern. So stellt er sicher, das sein Kaffee so gut bleibt, wie er ist.

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