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06/12/2015 03:13 CET | Aktualisiert 06/12/2016 06:12 CET

10 Dinge, die der Nikolaus meinem Sohn in diesem Jahr sagen wird

Meike Genz

Als Kind schon konnte ich mit dem Nikolaus nie so richtig was anfangen. Ich fand die Vorstellung, dass da so ein dicker, alter Mann mit weißem Rauschebart mit seinem finsteren Kumpel Knecht Rupprecht um die Häuser zieht, um böse Kinder zu maßregeln und brave zu beschenken immer total befremdlich.

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Einmal hatten wir einen extrem überengagierten Knecht Ruprecht zu Besuch, der mir (zu den ganz braven Kindern gehörte ich leider nie...) mit seinem komischem Besen so fest auf den Po haute, dass ich weinen musste.

Da half es auch nix, dass Nikolaus mir danach ein hübsch verpacktes Päckchen reichte!

Nikolaus ist nichts für mich


Schon gar nicht, nachdem er mir zuvor auch noch unter die Nase rieb, was ich alles in einem Jahr falsch gemacht hatte. DAS zu hören ist vor allem dann toll, wenn noch jede Menge andere Familienmitglieder oder Freunde drumrum sitzen und zuhören, was für ein schlechtes Kind du doch warst.

Ne, dieser Nikolaus-Brauch ist nicht so recht meins.

Aus diesem Grund gibt es das bei uns auch in dieser Form nicht!

Ich halte nichts davon, meinem Sohn Angst vor einer nicht realen Figur zu machen oder ihn damit zu erpressen, nur dann Geschenke zu bekommen, wenn er immer ein braver Junge ist. Erstens kann er das sowieso nicht einhalten und zweitens will ich nicht, dass er nur deswegen brav ist, weil er dann etwas dafür bekommt.

Wenn er mich also fragt, ob er, wenn er ganz brav ist, Geschenke bekommt, dann sage ich ihm inzwischen, dass es eben nicht so ist. Geschenke bekommt er, weil es uns Freude macht, ihm eine Freude zu machen!

Ich erkläre ihm, dass das „Bravsein" eine ganz andere Bedeutung hat. Dass es letztlich deswegen wichtig für mich ist, dass er auf mich hört, weil er mir damit hilft, ihn zu beschützen und nicht, weil ich ihm ohne Sinn und Verstand Regeln aufs Auge drücken will.

Ich erkläre ihm, dass ein netter Umgang mit seinen Mitmenschen dazu führt, dass man auch ihn gut behandeln wird - leider nicht immer, aber in der Regel eben schon. Ich erkläre ihm, dass Respekt, Anstand und Höflichkeit wichtige Werte im Leben sind, die selbstverständlich sein sollten, denn am Ende des Tages sind wir ALLE ein Team.

Ich erkläre ihm aber auch, dass es im Leben eben nicht nur ums „Bravsein" geht, nämlich dann, wenn er merkt, dass etwas nicht richtig ist, darf er/ soll er/ muss er den Lauf der Dinge ändern. Er soll nicht blind folgen und gehorchen, sondern seinen Kopf und sein Herz einschalten. Für das einstehen, woran er glaubt.

Ich brauche keinen verkleideten Moralapostel


Und da ich ihm als seine Mutter sowieso immer sofort sage, wenn etwas nicht richtig läuft oder er einen Fehler gemacht hat, brauch ich keinen verkleideten Moralapostel, der ihm seine „Sünden" auch nochmal vorhält.

Deswegen wird der Nikolaus meinem Sohn in diesem Jahr folgendes sagen:

Für deine Mama bist du der tollste Sohn der Welt, weil...

1.)

du keine Scheu hast, zu sagen „ich liebe dich!". Gerne auch zehn Mal am Tag und das ist wunderbar!

2.)

du dir nie zu schade bist, dich zu entschuldigen, wenn du einen Fehler gemacht hast.

3.)

du nicht lügen kannst. Selbst, wenn du es doch einmal versuchst, kommst du spätestens vor dem Zubettgehen von ganz allein und beichtest es mir;-).

4.)

du für Schwächere einstehst, auch wenn das bedeutet, dass du (wie letztens auf dem Schulhof) selbst eins auf die Nase kriegst.

5.)

du dich so bemühst, nicht wütend zu werden, wenn wir ein Brettspiel spielen und du verlierst;-).

6.)

du voller Inbrunst beim Wäsche sortieren hilfst, weil du willst, dass ich noch lange lebe und mich nicht überarbeite.

7.)

es niemanden gibt, mit dem man besser kuscheln kann.

8.)

du fleißig lernst und jeden Tag ohne Murren in die Schule gehst, obwohl du wirklich überhaupt keine Lust darauf hast.

9.)

du ein so mitfühlendes, kleines Kerlchen bist! Mit niemand anderem weine ich so gerne Arm in Arm bei Filmen wie Bambi, König der Löwen oder E.T.

10.)

du ein mutiger Junge bist, der seine Meinung vertritt, zur Not auch gegen viele andere. Du hast schon früh verstanden, dass nicht zwingend die recht haben, die zahlenmäßig überlegen sind!

Was sagt der Nikolaus bei Euch?

Die Autorin betreibt den Blog Mommies Use Side Door.

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