BLOG
15/03/2016 11:13 CET | Aktualisiert 15/03/2016 11:13 CET

Ich blickte nachts durch ein Fenster. Was ich sah, änderte mein Verhalten als Mutter

lissart via Getty Images

Es war eine dieser kalten Nächte Ende Februar, in der es schien, als würde die "Geisterstunde" drei Stunden dauern und mein Mann war für ein paar Tage auf Geschäftsreise. Ich konnte mich einfach nicht dazu durchringen, ins Bett zu gehen und hatte mich gerade mit einem Buch auf dem Sofa niedergelassen, als ich ein leises, bellendes Geräusch aus der Nähe meiner Füße wahrnahm.

Mein kleiner Hund Neko, der die hohe Kunst des "Flüster-Bellens" beherrschte, war bereit für seinen Abendspaziergang. "Vergiss mich nicht", schien er ungeduldig zu grummeln. Weil ich meinen Schlafanzug schon angezogen hatte und die Kinder oben schliefen, entschied ich, dass wir nur ein wenig in dem großen Garten hinter dem Haus herumlaufen würden. Kein langer Spaziergang in den benachbarten Sackgassen in diesem Schlafanzug, mein Freund!

Also zog ich mir ein paar antike Ugg-Boots an und schloss den Reißverschluss meines Parkas. Als ich das Garagentor öffnete, fiel mir auf, dass es kaum noch Winter war, aber auch noch nicht Frühling. Widerwillig verließ ich das Haus.

Ich lief durch den stillen Garten

Wir liefen entlang des Nachbarzauns durch unseren stillen Garten. Der verbliebene Schnee knirschte unter meinen Füßen und eine leichte Brise brachte mich dazu, mir meine Kapuze über den Kopf zu ziehen. Ich blickte hinauf in den bewölkten Himmel, der mich an die Haut einer Giraffe erinnerte.

Jenseits der vorüberziehenden Wolkendecke sah ich ein paar funkelnde Sterne. Wir liefen auf den dunklen Wald hinter unserem Haus zu und Neko nahm sich die Zeit, an jedem Stein und Busch zu schnuppern. Es war eine absolut stille Nacht, denn die nackten Bäume hatten keine Blätter, an denen der Wind rütteln könnte.

Wir drehten uns wieder um und ich sah etwas, was ich noch nie zuvor gesehen hatte. Ein schönes kleines Haus voller Licht und Farben. Eine sanfte Helligkeit lockte aus frostigen Glasfenstern. Die Äste streiften an dem Wohnzimmerfenster entlang, als wollten sie eine Einladung aussprechen: "Komm herein, zieh deine antiken Ugg-Boots aus und wickle dich in eine Decke."

Was ich durch die Fenster erkennen konnte

Im Fernsehen flimmerte einsam die Fortsetzung einer Episode von Paw Patrol - verlassen von ihrem Publikum, das längst ins Bett gegangen war. Wie Beweisstücke stapelten sich Schulranzen und halbgegessene Pausenbrote neben dem Spülbecken. Durch die nebligen Fenster konnte ich vereinzelt Kunstwerke im Gang und Bildtafeln auf dem Küchentisch erkennen.

Einen Pfad aus Legos erspähend konnte ich das Gelächter und das Tappen kleiner Füße erahnen, das bestimmt Stunden zuvor zu Hören war. Was für ein gemütlicher Zufluchtsort. Ein Ort, der keinesfalls perfekt war, aber voller Leben und dem liebevollen Chaos, das damit einhergeht. Was für ein glückliches kleines Haus.

Für jemanden, der von Außen hineinsieht, scheint es wirklich ein schöner Ort zu sein. Das gemütliche Licht, das die glühende Lampen durch jedes Fenster nach Außen tragen. Die erschöpften kleinen Wolken, die in der kalten Nacht verpuffen, zeugen von endlosen Wäscheladungen für die Waschmaschine.

Der flimmernde Fernseher hinter den zugezogenen Vorhängen. Die Kunstwerke der Kinder an den Wänden der Gänge. Das unordentliche und schiefe Regal im Schmutzraum, das förmlich nach einer Reparatur schreit.

Ein Haus voller Glück und Liebe

Es sieht aus wie ein Haus voller Glück und Lachen und Liebe. Es sieht aus, als hätten Mama und Papa nicht genug Zeit, jedes schiefe Regal zu reparieren und jede vollgestellte Wand in Ordnung zu bringen.

Vielleicht, weil sie zu beschäftigt sind, in diesem kleinen Refugium zu leben? Vielleicht muss ja auch nicht jedes Regal repariert werden? Vielleicht sind diese kleinen Makel ein notwendiger Teil der gesamten Existenz? Ein unvermeidliches Teilchen des großen Puzzles, das unser Leben ist? Ein weiteres "Tick Tack" im nahtlosen Verstreichen der Zeit?

Aus der dunklen Nacht heraus sieht alles so aus, wie es aussehen sollte. Es sieht für mich aus, als wäre es einfach ein gemütliches, glückliches, kleines Nest. Und das ist es es wohl, wie ich das erste Mal feststelle. Es gibt kein anderes Haus, weder groß noch klein, in das ich lieber zurückkehren und es mein Haus nennen würde.

Dieser Blog erschien ursprünglich in der Huffington Post USA und wurde von Gina Louisa Metzler und Lisa Mayerhofer aus dem Englischen übersetzt.


Auch auf HuffPost:

Mutter kann nicht glauben, was sie im schwarz verfärbten Knie ihres Sohnes findet

Lesenswert: