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08/08/2015 04:41 CEST | Aktualisiert 08/08/2016 07:12 CEST

5 Gründe, warum deine Frau keinen Sex mit dir hat

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In meinem letzten Beitrag habe ich Frauen geschrieben: Wenn ihr wollt, dass euer Mann sich wie ein Mann verhält, solltet ihr ihn auch wie einen behandeln. Das klingt simpel.

Doch wir leben heute in einer Gesellschaft, in der die Geschlechterrollen sich weiterentwickeln, ändern und ausdehnen. In vielfacher Weise werden die Eigenschaften, die unsere Großväter zu Männern machten, für die heutige Männlichkeit nicht mehr als zwingend erachtet.

Einige der Veränderungen beklage ich, andere begrüße ich mit triumphalem Beifall. Ich könnte ein Buch füllen mit all den Dingen, die mir zu diesem Thema einfallen. Für diesen Artikel werde ich meine Definition von Männlichkeit jedoch auf den Teil beschränken, der die Ehemänner betrifft.

Bereit? Los geht's.

Ein Mann zeichnet sich nicht nur durch physische Stärke, ein Überlegenheitsgefühl oder seinen harten Kern aus. Männlichkeit basiert nicht auf der Fähigkeit, Dinge zu reparieren, zu erschaffen oder zu erschießen. Ein echter Mann schämt sich nicht für seine weiche Seite, doch er beugt sich auch nicht vor den schwierigen Dingen.

Die Dinge, die einen Mann zum Mann machen, haben nichts mit Klasse, Rasse oder Rang zu tun. Männlichkeit findet sich viel eher in den zentralen Werten, die Menschen verbinden. Menschen, die so unterschiedlich sind wie Wissenschaftler und Kriegssoldaten. Für einen Mann steht die Frau, die er liebt, immer an erster Stelle.

Er wacht nachts vom Babygeschrei auf und schließt die Schlafzimmertür vorsichtig hinter sich, damit seine Frau weiterschlafen kann, während er das Baby beruhigt. Er arbeitet Tag für Tag, im und ums Haus, für das Leben, das seine Familie verdient. Er weiß, dass es in einer Ehe kein „dein und mein" gibt, sondern nur ein „unser". Er weiß, dass das gleichermaßen für die Schufterei als auch das Vergnügen gilt. Ein Mann schenkt Glück, noch bevor er es zurückverlangt.

Ich glaube, dass es viele Männer und Frauen gibt, die immer noch versuchen, zu verstehen, was Männlichkeit bedeutet und welchen Platz sie in ihrem Leben einnimmt. Viele behalten diese 50er-Jahre Vorstellungen bei, in einer Welt, die diesen Vorstellungen schon längst entwachsen ist, wie einem Paar zu kleine Kinderschuhe.

Andere erfuhren von Menschen, „die es am besten wissen", was sie zu erwarten und verdient hätten. Bis sie eines Tages völlig desillusioniert aufwachten, weil die, „die es am besten wissen", falsch lagen. Viele wissen nicht, dass sie diese Fragen beschäftigen, spüren aber, dass sie sowieso keine Antworten darauf haben. Und indes wird es immer schwerer, die körperliche und emotionale Intimität zu wahren.

Es gibt so viele Männer, die jeden Tag nach Hause kommen, ihre Socken auf den Boden schmeißen, den Fernseher einschalten und sich wundern, warum ihre Frauen aufgehört haben, sie als Männer attraktiv zu finden.

Und so viele dieser Frauen fragen sich, wann sich der Junge, den sie einst geheiratet haben, endlich wie der Mann benimmt, zu dem er - wie sie glaubten - eines Tages heranwachsen würde. Dann gehen die Kinder ins Bett, die Lichter aus und beide schlafen sie ein, bis zum nächsten Morgen, auf den die nächste distanzierte Nacht folgt.

Sex ist gleichzeitig so viel mehr als alles andere und so viel weniger. Es ist eine heilige Sprache, die nur ihr beide sprecht und bringt Stimmung in die Bude. Es ist langsame Liebe und schnelle Lust. Es ist Geben und Nehmen.

Es ist ein Entkommen des Alltags und eine Rückkehr zu dir selbst. Es ist Realität und Fantasie. Es ist „ich brauche jetzt" und „ich verspreche für immer". Es ist ein Lachanfall und ein Zischen und ein Feuerwerk der Gefühle. Es ist „ gleich da" und „lass nicht los". Es ist wichtig.

Und viele Männer können sich nicht erklären, wieso sie es nicht haben.

Ähm. Hallo du. Ja, du. Komm, mach den Fernseher aus, pack die Videospiele weg und lass die Vorbereitungen für den Campingtrip der Jungs mal sein. Ich möchte mal kurz mit dir sprechen. Erinnerst du dich an das Mädchen, das du geheiratet hast? Die, die sich seit Tagen, Wochen, Monaten, Jahren nicht von dir berühren lässt?

Hör zu, sie hat aus verdammt guten Gründen keinen Sex mit dir. Wenn du versprichst, nett zu sein, kann ich dir fünf davon anvertrauen. Schnall dich gut an und mach dich auf die unbequeme Wahrheit gefasst. (Keine Sorge, ich glaube du bist Mann genug, um es zu verkraften.)

Also, die Dinge, die du wissen musst, nicht tust und ganz einfach lernen kannst.

1.Frauen wollen, dass du ihnen zuhörst, dass du dich erinnerst und dass du dich bedankst. Wir erwarten hier echt nicht viel.

Du musst zuhören. Eine Frau will, dass du dir ihre Träume, Sorgen, das Gefühl, das ihr ein bestimmter Tag gibt und die Folgen ihrer Erfolge und Niederlagen anhörst. Indem du deiner Frau zuhörst, zeigst du ihr auf eine Weise, dass sie nicht nur ein Spiegelbild am Ende eines jeden Tages ist. Es ist eine Art, ihr mitzuteilen, dass du weißt, dass sie vollkommen und wichtig und wertvoll ist.

Du musst dich erinnern. Und ich rede nicht nur von Geburtstagen und Jahrestagen. (Auch wenn ich nachdrücklich empfehlen würde, dass du die nicht vergisst.) Erinnere dich hin und wieder daran, deiner Frau ihre Lieblingsblumen, eine Schachtel der Kugelschreiber, die sie so mag oder Karten zu dem Konzert, von dem sie vor ein paar Monaten erzählt hat, mitzubringen.

Es ist erstaunlich, was eine einfache Geste bei der Frau, die dich liebt, bewirken kann. Erinnere dich auch daran, wer dein Schatz ist, erinnere dich daran, wo sie hinmöchte und wer sie werden möchte. Und dann, an den Tagen, an denen die Welt zu groß und die Räume zu klein werden, kann sie sich an dich wenden und du kannst ihr dabei helfen, sich auch daran zu erinnern. Es ist erstaunlich, was du für euer gemeinsames Leben tun kannst, wenn du versuchst, die Frau, die du liebst zu verstehen.

Du musst dich bedanken. Es kann sehr ermüdend sein, dieses „glücklich bis ans Lebensende". Ja, es gibt Liebe und Tänze in der Küche und süße Babywangen. Aber es gibt auch schlaflose Nächte und Hypotheken und Schwangerschaftsstreifen. Danke ihr für jeden langen Tag und jede lange Nacht. Danke ihr für jedes Lächeln und jedes laute Lachen.

Danke ihr für eure Babys. Danke ihr für die Träume, die sie verfolgt und die, die sie auf Eis legt. Dankbarkeit zeigt sich oft in Taten. Zeig es ihr, indem du den Abwasch machst, mit ihrem Haar spielst, ihr Zeit gibst und ihre Hand hältst. Aber hau sie von Zeit zu Zeit von den Socken, indem du einfach mal „Danke" sagst.

Männer! Diese drei Dinge! Das ist Romantik! Das ist Liebeswerben! Das ist Liebe! Und wisst ihr, was Frauen wirklich antörnt?

ROMANTIK. LIEBESWERBEN. LIEBE.

2. Führ sie mindestens zweimal im Monat aus. Macht euch schick und geh mit ihr ins Restaurant, Museum, Kino oder einfach nur in der Stadt spazieren. Öffne ihr die Tür und lege deine Hand auf die Stelle direkt über ihrem Po. Sei der Junge, in den sie sich verliebt hat und sie wird das Mädchen sein, dass dein Herz zum rasen gebracht hat. Vor der Heimfahrt im Auto rumzumachen wird dringend empfohlen. (wenn auch optional.)

3. Wenn du willst, dass dich deine Frau wie ein Mann behandelt, dann benimm dich auch wie einer. Deine Frau hat dich nicht geheiratet, um dich großzuziehen. Sie lebt nicht dafür, dein Geschirr zu waschen, deine Socken aufzuräumen oder die Kinder allein ins Bett zu bringen, während du das Spiel „nur noch fünf Minuten" schaust. (Auch wenn sie all diese Dinge hin und wieder gerne macht, einfach weil sie es kann.) Du bist nicht ihr Projekt oder ihre Verantwortung. Es ist rein gar nichts sexuell anziehend an einer Person, die mehr Arbeit, mehr Sorgen und weniger Freiheit bedeutet.

Deine Frau hat dich geheiratet, weil sie entschied, dass ihr Leben mit dir als Partner bereichernd und bedeutender sein würde. Hör auf sie von dem Gegenteil zu überzeugen. Du bist ihr Verbündeter für Abenteuer, Langeweile, Angst, Freude, für die Wäsche, den Abwasch, die Kinder, Armut und Reichtum.

So etwas wie Frauenarbeit oder Männerarbeit gibt es nicht. Es gibt nur eure gemeinsamen Lebensaufgaben und du musst die Ärmel hochkrempeln und direkt an ihrer Seite mit anpacken. Koche Abendessen, wechsle Windeln und küsse aufgeschürfte Knie. Du wirst verblüfft sein, wie viel lieber (eifriger!) eine Frau ihren Körper mit dir teilen wird, wenn sie weiß, dass du all die großen und kleinen Dinge ihres Lebens mit ihr teilst.

Nebenbemerkung: Wenn ich noch einmal einen von euch sagen höre, dass ihr „auf die Kinder aufpasst", wenn eure Frau unterwegs ist, werde ich Kopien von „The Feminine Mystique" aushändigen (und das will keiner.) Es sind genauso deine Kinder wie es ihre sind. Du bist kein Babysitter, du bist ein Elternteil. Mach ihr kein schlechtes Gewissen, wenn sie geht, frag sie nicht, ob sie das Baby mitnimmt (sie wird es tun, wenn sie es will) und ruf sie nicht an oder schreibe ihr, um zu fragen, wann sie heimkommt. Es sind nur Kinder, um Himmels Willen. Das wirst du ja wohl schaffen.

4. Sie braucht jeden Tag einen Moment nur für sich. Deine Frau braucht Zeit und Raum, zwei Dinge, die oft zu kurz kommen, in einem Leben voller Arbeit und Geburtstagspartys und Fahrdiensten. Sie braucht Raum zum Atmen, zum Erschaffen, um zu stoppen und einfach nichts zu tun.

Jede Frau ist anders. Manche von uns springen in ein Schaumbad, andere gehen unter dem Sternenhimmel spazieren und wieder andere (mich eingeschlossen), schreiben, bis sie keinen Gedanken mehr zu Papier bringen können.

Erinnere sie daran, sich eine Pause zu gönnen. Es wird ihr dabei helfen, sich daran zu erinnern, dass sie zurückkommen will. Wenn sie zurückkommt, wird sie frisch und munter sein und das absolute Gegenteil von „Nicht heute Nacht, Schatz. Ich bin zu müde." Hinweis. Hinweis.

5. Es macht keinen Spaß. Himmel. Da haben wir's. Der Elefant im Porzellanladen. Frauen haben eher Lust auf Sex, wenn ein Orgasmus involviert ist und viel zu oft ist er es leider nicht. Aus unbekannten Gründen ist der weibliche Orgasmus geheimnisumwoben und unerreichbar.

Ich muss die Schuld am Fortbestand dieses Mythos den Männern geben. Ich glaube, die Logik dahinter lauter folgendermaßen: „Die weibliche Sexualität unterscheidet sich stark von der männlichen. Deshalb muss die Funktionsweise unzugänglich sein." (UNZUGÄNGLICH! Es tut mir Leid, ich konnte mich nicht zurückhalten.)

Das entspricht natürlich nicht der Wahrheit.

Ich hatte mal einen Professor, der einst die perfekte Beschreibung der beiden Geschlechter lieferte, ähm, „aufstehen und loslegen". Er sagte, dass die sexuelle Erregung von Männern und der männliche Orgasmus wie das Einschalten eines Lichtes zu verstehen wären. Finde den Schalter, mach ihn an und lass es Licht werden.

Mr. Professor sagte dann, dass die sexuelle Erregung von Frauen und der weibliche Orgasmus mehr wie das Fliegen eines Flugzeugs wären. Wenn du mal im Cockpit sitzt, musst du diverse Schalter und Knöpfe in der richtigen Reihenfolge drücken, um das Flugzeug für den Start vorzubereiten.

Der Vorgang benötigt etwas mehr Fingerspitzengefühl und ja, du musst ein Gefühl dafür entwickeln. Aber wenn du es einmal raus hast... Halleluja, dann sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. (Oh mein Gott, ich hoffe mein Vater hat vor zwei Abschnitten aufgehört zu lesen.)

Lasst euch davon nicht einschüchtern. Zu jeder Zeit können die meisten Männer die Regeln des BCS erklären, wissen genau, was sich unter der Motorhaube ihres Lieblingsautos befindet und kennen die Statistiken von Sportlern auswendig, die nur wichtig sind, wenn die Olympischen Spiele anstehen.

Ihr Männer seid in der Lage, Informationen zu verarbeiten und sie im wahren Leben anzuwenden. Das ist die einzige Fähigkeit, die ihr hier braucht. Keine Magie. Lernt es selbst. Lest ein paar Bücher. Fragt sie ein paar Dinge. Frauen haben schon Orgasmen seit es, naja, Frauen gibt. Das „Wie" ist kein Geheimnis.

Schämt euch nicht. Es ist nichts Peinliches daran, wenn ihr eure Frau und ihre Bedürfnisse an erste Stelle stellt. Ihr lernt gemeinsam und mein Gott, kannst du dir einen besseren Lehrplan vorstellen? Übung macht den Meister. Ich hasse es, das zuzugeben. Aber um gut darin zu werden, müsst ihr viel Sex haben. Ich weiß, welch schwere Last.

Hallo nochmal. Wie geht's? Habe ich zu oft „Orgasmus" gesagt? Es tut mir so Leid.

Orgasmus.

Okay, vielleicht bist du in den letzten Stunden, Tagen, Wochen, Monaten oder ähm, Jahren nicht in Bestform gewesen. Eine der reinsten Freuden unseres Lebens ist die Fähigkeit, uns zum besseren zu verändern. Fang jetzt damit an. Lass den Fernseher aus, nimm eine Pause von den Videospielen und verschiebe den Campingausflug. Es steht jede Menge Arbeit an und du weißt, welch tolle Arbeit das ist.

Und mein Gott, ist sie es nicht wert?

Zur Hölle, ja!

Dieser Text erschien ursprünglich bei der Huffington Post USA und wurde von Sarah Czok aus dem Englischen übersetzt.


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