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14/06/2015 07:10 CEST | Aktualisiert 15/06/2016 07:12 CEST

Darum sind Hackathons die Champions League des Lernens

Von anderen Branchen lernen, zielorientiert und im Team agieren und Arbeiten in einer kooperativen Umgebung: Teilnehmer von Wochenend-Wettbewerben um den besten digitalen Prototypen erleben eine äußerst steile Lernkurve. Auch beim diesjährigen Burda Hackday.

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Von anderen Branchen lernen, zielorientiert und im Team agieren und Arbeiten in einer kooperativen Umgebung: Teilnehmer von Wochenend-Wettbewerben um den besten digitalen Prototypen erleben eine äußerst steile Lernkurve. Auch beim diesjährigen Burda Hackday.

Wenn Olcay Buyan über den Reiz solcher Veranstaltungen spricht, benutzt er oft den Begriff der Brücke. Der 30-Jährige (siehe Bild unten) steht vor einem der Hackers Islands im Münchner Forum der Hypo Vereinsbank, einem Tisch mit sechs Stühlen, an dem er und sein Team an diesem Wochenende einen digitalen Prototypen, kurz: Hack, erstellen werden.

Bei diesen so genannten Hackathons wetteifern Teams aus Programmierern, Designern und inhaltlichen Fachleuten, um innerhalb von 30 Stunden eine erste App-Idee vor einer Jury anfassbar zu machen. An diesem Wochenende vom 13. und 14. Juni 2015 findet der Burda Hackday in Kooperation mit der Hypo Vereinsbank statt. Das Thema: die Finanzwelt der Zukunft. Der Hauptpreis: 5.000 Euro für das Siegerteam.

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Olcay Buyan: Fruchtbare Lernumgebung außerhalb der Komfortzone

Natürlich geht es ums Gewinnen. "Aber auch ums Brücken bauen", sagt der Gründer von tivipeek - und meint interdisziplinäre Verbindungen, aber auch solche innerhalb einer Branche. „Zum Beispiel Azure Services mit iOs-Apps verbinden - das lernst Du nur, wenn Du aus Deiner Komfortzone herausgehst." Genau das ist ein Grund für ihn, warum er hier ist: das Lernen. Denn Hackathons sind äußerst fruchtbare Lernumgebungen.

Seit Juni 2014 existiert die Seite hackevents.co. Die Macher bieten dort eine Suchmaschine an, auf der Interessierte die nächsten öffentlichen Events Deutschlands (und bald Europas) erfahren. 100 bis 200 sind es mittlerweile pro Jahr, berichten sie. Tendenz steigend.

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Jascha Quintern: „Altes Wissen schnell neu anwenden"

„Hackathons sind die beste Umgebung, um Wissen neu anzuwenden", erzählt Jascha Quintern. Der 26-Jährige (Bild oben), der bei SAP als User Experience Experte und Software Architekt arbeitet, steht vor einem Flipchart mit Stichwörtern, Pfeilen und Skizzen einer App-Oberfläche. „Die Herausforderung ist, sein Know-How auf ein neues Gebiet zu transferieren." Zum Beispiel beim Burda Hackday im Oktober 2014, als er für das Gewinner-Projekt eine Lösung programmierte, mit der Nutzer via Handy live Daten auf einer Webseite aktualisieren konnten.

Natalia Karbasova ist vielfache Hackathon-Teilnehmerin, sie ist die digitale rechte Hand des Verlegers Hubert Burda - und Gründerin des Burda Hackdays. „Mein wichtigster Lernmoment während eines Hackathons war, als wir merkten, dass keiner wusste, wer nun was wann machen soll", erzählt die 28-Jährige.

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Natalia Karbasova: Teamarbeit lernen per Kanban-Board

Die Lösung war ein Canban-Board - eine Methode, die Arbeitsschritte in „Aufgaben", „in Arbeit" und „fertig" rubriziert. Die erlaubt, schnell zu wissen, wer an was arbeitet. Und die ihr half, über Zielgruppen und Positionierung des digitalen Produkts nachzudenken, während der Programmierer Daten aufbereitete und der Designer die Oberfläche gestaltete.

Eine Umfrage unter weiteren Teilnehmern bestätigt diesen Schnelllern-Charakter dieser Events. Weil niemand nirgends schneller einen Einblick, ein Gefühl für die Arbeit, für die Technologien des Kollegen erhält. Weil das Lernen produkt- und zielorientiert und die Gemeinschaft hilfsbereit und respektvoll gegenüber Fehlern sei - vor allem während der gemeinsamen Nachtschicht. „Und weil ich zum Schluss auch noch übe, einem Publikum meine Ideen zu verkaufen", sagt ein Programmierer.

Schnell ausprobieren, schnell scheitern, schnell weitermachen

Olcay Buyan will sich gerade zu seinen Kollegen umdrehen, als er sich noch einmal umdreht. „Das beste an solchen Events aber", beginnt er zu erzählen. „Das beste ist der Umgang mit Fehlern." Ausprobieren, analysieren, verwerfen, neue Idee angehen: „Diese Lernkultur auf Hackathons ist einzigartig."

(Bilder: Fettich Video, Maximilian Gaub)

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