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23/03/2016 09:52 CET | Aktualisiert 24/03/2017 06:12 CET

Erleuchtung - Das Ende aller spirituellen Übungen

lzf via Getty Images

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Es gibt erleuchtete Menschen hier und heute. Viel mehr, als man vermutet. Was ist Erleuchtung überhaupt? Kann man das selbst erreichen?

Bei vielen Menschen, die sich mit Spiritualität beschäftigen, geht es um solche Dinge wie "Reden mit Engeln", "Chakren öffnen" oder "ausserkörperliche Wahrnehmung". Das ist zwar faszinierend, aber es lässt sich beobachten, dass diejenigen, die das beherrschen, immer noch Angst haben.

Angst was andere von ihnen denken, Angst vor der Zukunft, Angst vor der Einsamkeit, Angst in den Augen der anderen niemand zu sein.

Da gibt es dieses Phänomen, bei dem all diese Ängste verschwunden sind. Es ist das Phänomen der Erleuchtung. Wenn Sie denken, nur Buddha und einige indische Gurus in grauer Vorzeit waren erleuchtet, so unterliegen Sie einem Irrtum.

Es gibt zurzeit schätzungsweise 15 bis 20.000 Erleuchtete auf der Erde. In Deutschland dürften es weit mehr als 1000 sein.

Einer der berühmtesten weltweit ist Eckhart Tolle, lebend in Kanada, in Deutschland ist der wohl bekannteste der in Frankfurt lebende Samarpan.

Was ist Erleuchtung

Erleuchtung passiert in einem Moment der grossen Erkenntnis und sie bleibt. Es gibt etliche Merkmale, die diese erleuchteten Menschen danach anders erleben. Sie alle sagen einheitlich, dass sie ihr "Ich" verloren haben. Sie agieren wie jeder andere Mensch auch, aber sie sagen "Da ist niemand mehr zu Hause" der all das tut. ES tut es durch mich".

Sie empfinden sich als Eins mit allem, was sie umgibt. Eins mit dem Baum, eins mit dem Tisch, eins mit anderen Menschen, eins mit dem Universum. Sie haben die Angst vor der Beurteilung anderen Menschen verloren, genauso wie die Angst vor dem Tod.

Ihr Gedankenstrom ist zu zwei Dritteln still. Sie erleben ständig Frieden und Stille. Und das Erstaunliche: Sie sagen einheitlich, dass wir, die anderen, in einer Illusion leben und das "echte" Leben sei das, das sie erleben.

All das läuft aber innen ab. Wenn Sie neben einem Erleuchteten an der Bushaltestelle stehen würden, würden Sie keinen Unterschied zu allen anderen bemerken.

Unser "Ich" ist eine Illusion

Es ist eine Tatsache, dass ein Mensch sein Ich verlieren kann und dadurch all seiner "Probleme" beraubt ist. Denn all unsere Probleme haben mit unserer "Person" zu tun. Wenn aber diese "Person" nicht mehr aktiv ist, ist kein Leiden mehr möglich.

Unsere Identität beruht auf einem erfundenen Konzept.

Wenn ein Mensch einen Namen Thomas bekommt und er auf diesen Namen reagiert, dann ist das erst mal ein Etikett, das man ja schnell wieder ändern kann.

Viele hören zum Beispiel von einem auf den anderen Tag auf einen Spitznamen, verheiratete Frauen hören plötzlich auf den Nachnamen des Ehemanns, oder ein Gefangener hört auf eine Nummer.

Ihr Name ist ein austauschbares Etikett, Sie reagieren zwar darauf, aber das sind Sie nicht.

Wie entsteht eine "Realität"?

Irgendwann in der Menschheitsgeschichte hat jemand einen "Monat" definiert. Die Menschen glaubten an diese Definition und plötzlich hatten wir eine "Realität" genannt Monat. Und dann definierte jemand noch, es gibt sogar 12 unterschiedliche davon.

Für einen Ureinwohner im Dschungel des Amazonas gibt es so etwas wie einen "Monat" nicht. Wenn Morgen die Menschheit durch einen Meteoriten ausgelöscht würde, würde es auch keinen Monat mehr geben. "Monat" gibt es nur als kollektiver Glaube, in den Köpfen von Menschen, er hat keine wahre Realität, ausser als geglaubter Gedanke.

Allem, was wir einen Namen gegeben haben, ist lediglich eine Definition und hat keine wahrhafte Realität. Jeder Name, sogar jedes Wort ist eine Erfindung, an die wir alle nur gemeinschaftlich glauben. Und so ist es auch mit unserem "Ich".

Ein Baby hat kein Ich

Ein Baby hat noch kein "Ich". Wir bringen ihm bei, dass mit seinem Namen und mit dem Wort "Ich" es sich in Zukunft selbst sehen soll. Und die Rechnung geht immer auf: Irgendwann empfindet das Kind gute Gefühle, wenn jemand diese "Ich" lobt, es empfindet schlechte Gefühle, wenn jemand diese "Ich" beleidigt. Das bleibt so bis zum Rest des Lebens.

Aber dieses Ich, dieser Name ist eine wahllose Worterfindung, wie "Monat". Wir identifizieren uns mit diesem "Ich", das fortan permanent durch unsere Gedanken rauscht und in Gesprächen erwähnt wird.

Ein "Monat" ist lediglich eine geglaubte Definition. Ein "Monat" kann nicht glücklich werden, ein "Monat" kann sich auch nicht selbst lieben - weil er keine reale Existenz hat. Und deshalb sind wir alle in Wahrheit nicht glücklich, und deshalb ist diese bedingungslose Selbstliebe in Wahrheit nicht möglich.

Erleuchtete haben das virtuelle "Ich" verloren.

Denn diese "Ich", dieses "Selbst", das wir da lieben wollen, ist nur ein geglaubtes Wort, wie das Wort "Monat", aber es hat keine weitere reale Existenz. Ohne Gedanken, gäbe es diese "Ich" nicht.

Erleuchtete, haben dieses virtuelle "Ich" verloren. Und haben keine Probleme mit Null und Nichts mehr. Das Paradies!

Kann man Erleuchtung aktiv erlangen?

Nein. Man kann sich aber damit beschäftigen und es dadurch wahrscheinlich machen. Es gibt nur wenige Menschen, die ohne Kontakt zur Spiritualität, zur Erleuchtung kamen.

Die meisten haben sich jahrelang mit Spiritualität beschäftigt, meditiert, viel gelesen, Kontakt zu Erleuchteten gehalten und dann ist es Ihnen plötzlich in einem Durchbruch passiert.

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Matthias Poehm ist Autor des Buches "Nichts muss sich ändern: Die Lösung für das Leid der Erde" (2014) und bloggt über Erleuchtung und Spiritualität.

2016-03-16-1458140627-4476846-shop2.png Hier könnt ihr das Buch kaufen.

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