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01/07/2015 06:00 CEST | Aktualisiert 01/07/2016 07:12 CEST

Sex gegen Stress

Thinkstock

Hochsommer - nicht nur das Thermometer steigt in diesen Tagen auf Höchstwerte, sondern auch das Liebesverlangen so mancher Zeitgenossen. Das ist gut. Denn: Sex ist eines der besten Mittel gegen Stress.

Gerade eben ist mein Buch „RELAX - Endlich stressfrei" erschienen. Obwohl es erst seit ein paar Wochen im Handel ist, hätte ich doch schon Grund, es zu ergänzen. Denn - ich muss es offen zugeben -: Einen entscheidenden Punkt habe ich in meinem Programm zum systematischen Stressabbau vergessen: Sex! Auf den Gedanken gebracht hat mich Werner Siefers äußerst lesenswertes Buch „Wir - und was uns zu Menschen macht".

Siefer verdeutlicht, dass Bonobos - unsere engsten Verwandten in der Stammesgalerie, mit denen wir 98,73 Prozent unserer Gensequenz teilen - vor allem deshalb Sex haben, um sich zu entspannen und um Spannungen sowie Streit in der Gruppe zu entschärfen. Dabei geht es recht wild zu.

Bei den Bonobos vergnügen sich Männer mit Männern, Frauen mit Frauen und natürlich auch Männer mit Frauen. Okay, nun darf man nicht dem „naturalistischen Fehlschluss" unterliegen und Beispiele aus der Tierwelt eins-zu-eins auf uns Menschen übertragen, aber es gibt genügend belastbare Studien, die belegen: Sex lässt uns Menschen die Dinge lockerer sehen und entspannter durch's Leben gehen.

Schon lange ist klar, dass Sex gegen Kopfschmerzen hilft, vor Osteoporose schützt und die Abwehrkräfte stärkt. Eine Untersuchung des britischen Gesundheitsdienstes hat gezeigt, dass Sex in gesundheitlicher Hinsicht sogar mehr wert ist als Sport: je mehr Orgasmen desto besser. Sex kurbelt den Hormonhaushalt an. Bei Männern steigt der Testosteronspiegel, was sie widerstandsfähiger macht. Ein höherer Östrogenpegel wirkt sich bei Frauen positiv auf das äußerliche Erscheinungsbild aus. Und bei beiden Geschlechtern sorgen Endorphine für ein Wohlgefühl, was Balsam für die Psyche ist.

Sex steigert nicht nur die Laune, sondern ist auch ein höchst wirksames Stressventil. Der britische Psychologe Stuart Brody von der University of Paisley fand in einer Studie heraus, dass Sex stressbedingte Blockaden lösen kann. Die Teilnehmer, die ein entspanntes und ausgefülltes Sexualleben hatten, reagierten in Stress-Situationen deutlich gelassener als die abstinenten Probanden. Die positiven Effekte von Sex beruhen übrigens nicht nur auf der Kurzzeit-Entspannung nach dem Orgasmus, sondern hielten mindestens eine Woche lang an.

Ich weiß, was Sie jetzt einwerfen: „Dass Sex Stress abbaut, kann ich ja verstehen. Aber ich bin einfach zu abgekämpft und habe schlichtweg keine Lust." Tja, manchmal muss man sich halt ein wenig zwingen. Wie hat schon François Rabelais in seinem Roman „Gargantua et Pantagruel" geschrieben: „L'appétit vient en mangeant." Der Appetit kommt eben oft beim Essen. Vielleicht machen es die hochsommerlichen Temperaturen dieser Tage einfacher, sich zu überwinden ...


Martin-Niels Däfler ist Professor für Kommunikation an der FOM Hochschule in Frankfurt/Main. Daneben arbeitet er als Trainer, Berater und Coach. In der Nähe von Aschaffenburg führt er Workshops für Führungs-kräfte mit Pferden durch. www.daefler.de

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