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01/11/2015 07:08 CET | Aktualisiert 01/11/2016 06:12 CET

Spotify, Maxdome und Co. mitschneiden - legal oder rechtswidrig?

John Lamb via Getty Images

Im digitalen Zeitalter spielt das Streaming von Medieninhalten jeglicher Art - von Musik über Videos bis hin zu Serien und Filmen - eine gerade für jüngere Zielgruppe wichtige Rolle. Über die Rechtslage im Hinblick auf das Mitschneiden dieser Streams sind sich jedoch nur wenige Anwender bewusst, obwohl die deutsche Rechtsprechung hier nur selten mit Grauzonen in Kontakt kommt.

Legalität von Streaming

Grundsätzlich gilt: Handelt der Anbieter des Streaming-Angebots legal, ist auch das Empfangen eines Streams aus dieser Quelle für den Anwender legal. Das betrifft im Musikbereich beispielsweise Angebote wie Spotify, Napster, Groove Music, Apple Music und Deezer, bei Filmen und Serien sind unter anderem Amazon Prime Instant Video, Netflix oder auch Maxdome und Watchever hervorzuheben.

Diese Anbieter haben entsprechende Verträge mit den Inhabern der Rechte ausgehandelt und dürfen die Inhalte daher im Internet als Streaming-Angebot bereitstellen. Falls keine Internetverbindung vorliegt, ist für den Anwender ein Mitschnitt dieser Quellen komfortabel, um sich die Inhalte auch offline anzusehen - aber ist das noch rechtskonform?

Erlaubte Privatmitschnitte

Nach Aussage von Christian Solmecke, Kölner Fachanwalt für Medienrecht, sieht die Rechtslage weitgehend eindeutig aus: Das Mitschneiden von Streaming-Angeboten wie Spotify und Netflix ist komplett legal.

Auch der Mitschnitt von Musikvideos über Plattformen wie YouTube ist gestattet, der Download auf den eigenen Computer darf ohne Einschränkungen erfolgen. Komplizierter wird es bei Online-Mediatheken: Das Ansehen ist zwar rechtens, der Mitschnitt stellt jedoch in den allermeisten Fällen einen Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen dar - aber nicht gegen das Urheberrecht.

Rechtlich einwandfrei trotz Vertragsbruch

Das Mitschneiden aus Quellen wie Spotify, Apple Music oder Amazon Prime Instant Video bleibt ohne rechtliche Konsequenzen. Das heißt jedoch nicht, dass diese Praxis dem Anbieter des Streaming-Angebots ebenfalls egal ist: Die AGB dieser Unternehmen untersagen laut einem Fachartikel des Computer-Magazins CHIP in der Regel den aktiven Mitschnitt, sodass rechtlich gesehen ein Vertragsbruch vorliegt.

Daraus folgt, dass der Anbieter beispielsweise dazu berechtigt wäre, das Vertragsverhältnis zu kündigen und das Nutzerkonto des Anwenders permanent zu sperren. Greifbare Konsequenzen in Form von Geldstrafen oder ähnlichen Maßnahmen hat dies für den Anwender nicht unbedingt und auch können die Streaminganbieter technisch nicht nachweisen, dass ein Mitschnitt überhaupt erfolgt.

Geeignete Software für das Mitschneiden

Recht populär für den Mitschnitt von Streaming-Inhalten sind die Tools von Audials. Für Einsteiger empfiehlt sich Audials Tunebite 2016 Platinum als Rekorder für Musik- und Videostreaming und den Mitschnitt bei Anbietern wie Deezer, Spotify, Napster und Apple Music sowie Maxdome, Netflix, Watchever und Skygo. Praktisch aus Anwendersicht ist vor allem auch, dass Musikstücke automatisch mit den richtigen ID3-Tags versehen werden, sodass mitgeschnittene Inhalte später im Musikplayer mit dem richtigen Titel und Künstlernamen vertreten sind. Tools dieser Art erkennen für gewöhnlich automatisch, wann ein neues Lied beginnt, was die Verwaltung großer Sammlungen erleichtert.

Der Problemfall "Weitergabe an Dritte"

Audials selbst hebt ebenso wie Fachanwalt Solmecke hervor, dass der Mitschnitt von Spotify, Deezer, Watchever und Co. nach deutschem Recht nur für den sogenannten Eigenbedarf rechtens ist. Allerdings dürfen diese Dateien anschließend keinen Dritten zur Verfügung gestellt werden, was beispielsweise die Weitergabe von Musikstücken im Freundeskreis ausschließt.

Auch die öffentliche Aufführung oder die Nutzung der mitgeschnittenen Audio- und Videodateien beispielsweise in Diskotheken wäre nicht gestattet, da beispielsweise keinerlei Abgaben an die GEMA geleistet werden.

Recht auch auf Filme anwendbar

Weiterhin weist Solmeke darauf hin, dass sich die Aussagen in Bezug auf Musik auch auf Filme übertragen lassen: Auch offensichtlich illegale Streaming-Angebote von aktuellen Kinofilmen beispielsweise dürfen unproblematisch angesehen werden, der Genuss dieser Werke alleine stellt keine Urheberrechtsverletzung dar.

Innerhalb des Rahmens des Eigenbedarfs darf eine Software ebenfalls genutzt werden, um diese Angebote mitzuschneiden - aber auch in diesem Fall darf wieder keine Weitergabe an Dritte jeglicher Art erfolgen.

Allein bei Tauschbörsen sind sich Rechteinhaber und das Gesetz einig: Diese sind niemals legal und stellen immer Urheberrechtsverstöße dar, sodass Napster, Maxdome, Amazon Prime Instant Video und andere Anbieter die rechtlich bessere Wahl sind.

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