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16/04/2014 04:11 CEST | Aktualisiert 16/06/2014 07:12 CEST

Green Economy in Berlin: Innovationen für mehr Wirtschaftswachstum

Berlin ist in den letzten Jahren zum Zentrum der Green Economy mit insgesamt über 500 Unternehmen und deutlich mehr als 40.000 Beschäftigten geworden. Die deutsche Hauptstadt hat beste Vorrausetzungen, den Wandel zu einer klimafreundlichen Stadt zu vollziehen.

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Unter dem Begriff Green Economy fallen umweltorientierte Wirtschaftszweige wie erneuerbare Energien, Wasser- und Kreislaufwirtschaft sowie die Elektromobilität. Berlin ist in den letzten Jahren zum nationalen Zentrum der Green Economy mit insgesamt über 500 Unternehmen und deutlich mehr als 40.000 Beschäftigten geworden. Die deutsche Hauptstadt hat dabei beste Vorrausetzungen, den Wandel zu einer klimafreundlichen Stadt zu vollziehen. Mit ihren Forschungseinrichtungen verfügt Berlin über wissenschaftliche Einrichtungen und Unternehmen, die diesen Wandel forcieren können.

Deutlich wird bei einer gesamtstädtischen Betrachtung, dass bei den erneuerbaren Energien, bei der energetischen Sanierung und der E-Mobilität die größten Wachstumschancen von Berliner Unternehmen liegen. Deloitte & Touche geht in einer Studie davon aus, dass Deutschland bis 2030 über 300 Milliarden Euro zur Umsetzung seiner Klimaziele und der Reduzierung von CO2-Emissionen investieren muss. Ein Großteil wird davon in erneuerbare Energien, in die energetische Sanierung und weitere CO2-sparende Technologien fließen.

Bei den erneuerbaren Energien und der energetischen Sanierung verfügt Berlin über ein breites Angebot an Unternehmen, die dort tätig sind. Bei der E-Mobilität werden diese Kapazitäten gerade aufgebaut und durch den Berliner Senat gefördert. Bei der Green Economy handelt es sich um wertschöpfungsstarke Arbeitsplätze, die entstehen können. Die Stadt tut daher gut daran, die Entwicklung in dieser Branche aktiv zu fördern und die Unternehmen dabei zu unterstützen, sich in Berlin wirtschaftlich zu entfalten.

Das Berliner Handwerk kann die treibende Kraft bei der energetischen Sanierung der Gebäude in der deutschen Hauptstadt sein. Dadurch können neue Impulse für das Baugewerbe und neue Jobs in Berlin entstehen. Laut der Vereinigung der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg führen Investitionen in die energetische Sanierung in Höhe von 10 Millionen Euro in Bestandsgebäude zu rund 300 neuen Arbeitsplätzen beziehungsweise zu dem Erhalt derer im Bauhauptgewerbe. So kann die energetische Sanierung von Bestandsgebäuden in Berlin zu einem erheblichen Wachstum der regionalen Beschäftigung beitragen.

Im Bereich der energetischen Sanierung gibt es in Berlin einen Investitionsbedarf von insgesamt etwa 36 Milliarden Euro: Davon ca. 7 Milliarden Euro bei Ein- und Zweifamilienhäusern sowie rund 29 Milliarden Euro bei Mehrfamilienhäusern. Diese Investitionen könnten auch zu Kostenreduzierungen führen: Die Einsparungen würden in etwa 2 Milliarden Euro pro Jahr ausmachen.

Bei den erneuerbaren Energien ist der Standort Berlin-Adlershof das Aushängeschild Berlins. Dort haben sich zahlreiche Unternehmen aus dieser Branche niedergelassen. Der Wissenschafts- und Technologiepark Adlershof erstreckt sich auf 4,2 Quadratkilometern und gilt als die Berliner Erfolgsgeschichte. Zu den Schwerpunkten gehören neben der Umwelttechnik und der Photovoltaik die Photonik und Optik, Mikrosysteme und Materialien, die Informationstechnik und Medien sowie in Teilen die Biotechnologie.

Adlershof gehört zu den erfolgreichsten Hochtechnologiestandorten Europas und gilt als Musterbeispiel für gelungene Wirtschaftsförderung. Dabei zeigt die Untersuchung, dass der seit einigen Jahren sinkende Anteil von Fördermitteln am Umsatz des Industrieparks Adlershof dazu führt, dass die Unternehmen die Unterstützung als Anschubfinanzierung nutzen und sich selbst tragende Strukturen herausbilden. Im Nordosten Berlins entsteht auf 90 Hektar ein Gewerbepark für saubere Technologien: Der Clean Tech Park Marzahn. Dabei finden die Unternehmen dort eine Infrastruktur aus Strom, Wasser, Fernwärme, Druckluft, einer Gasfarm, Telekommunikationsmedien, neuen Verkehrswegen und öffentlicher Begrünung vor.

Um die Verbreitung der Elektromobilität von politischer Seite zu unterstützen, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Die Entwicklung und Ausbreitung der Elektromobilität kann unter anderem durch steuerliche Anreize, durch direkte Zuschüsse beim Kauf eines Elektrofahrzeugs oder zinsgünstige Kredite, durch ordnungsrechtliche Vorgaben für den Anteil von Elektrofahrzeugen bei Neuzulassungen sowie durch Nutzervorteile wie dem kostenlosen Parken, der Benutzung der Busspuren und der Befreiung von der City-Maut, gefördert werden. Der Berliner Senat sollte versuchen, gerade durch nicht-monetäre Anreize die Elektromobilität in der Stadt zu unterstützen und damit Standortvorteile für diese Technologie in der deutschen Hauptstadt zu schaffen.

Berlin kann zu einem Labor- und Experimentierraum für nachhaltige Produktionen und Prozesse werden. Diese können in den unterschiedlichsten Branchen durch eine kritische Masse in der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg umgesetzt werden. Über ein Projekt zur Elektromobilität mit Car-Sharing bis hin zu einer autarken Versorgung der Stadt mit regenerativem Strom. Solarstrom, Wärmekopplung und neue Formen der Energieerzeugung bieten sich dafür in der Hauptstadt besonders an. Der Weg aus den Forschungseinrichtungen zu Modellversuchen ist hier besonders kurz. Berlin kann dadurch zu einer Trendstadt werden, die weltweite Maßstäbe für saubere Technologien setzt.

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