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12/03/2015 10:07 CET | Aktualisiert 12/05/2015 07:12 CEST

Schlüssel verloren? Dieses Startup hilft Ihnen bei der Suche

Eine neue Generation wühlt klassische Industrien auf. Junge Unternehmer, die für ihre Ideen brennen. Die nicht nur davon reden, sondern machen. Mit der Reihe Startup der Huffington Post werfen wir einen Blick hinter die Kulissen und schaffen eine Plattform für kreative Ideen und ungewöhnliche Konzepte.

Wenn auch Ihre Idee Teil der Reihe Startup werden sollte, schreiben Sie eine Mail an blogs@huffingtonpost.de.


Das Zentrale Fundbüro ist ein Onlinedienst, der das einfache Wiederfinden von Verlorenem, Gestohlenem und Entlaufenem sowie das Einstellen von Fundsachen ermöglicht. Die weltweit einzige Meta-Suchplattform für Verlustsachen bildet über 700 kommunale sowie private Fundbüros übersichtlich auf einer einfach zu bedienenden Karte ab, zählt bereits über 220.000 Einträge (Stand 02/2015) und ist somit das „größte" Online-Fundbüro auf dem Markt.

Die eigens für Unternehmen und Behörden entwickelte Lösung - Zentraler Fundbüro Manager - vereinfacht das Handling von Fundsachen und Verlustanfragen deutlich, ist als Online-Lösung ohne Installation nutzbar, an die Online-Plattform angebunden ab März als neue App-Version erhältlich.

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Wie wirst Du mit Deiner Idee die Welt verändern?

Ich biete die innovativste Lösung, Verlorenes stressfrei wiederzufinden und Unternehmen das Handling von Fundsachen maximal zu vereinfachen.

Wo bist Du auf die Idee gekommen?

Die besten Ideen entstehen oft aus eigenen leidlichen Erfahrungen; so auch beim Zentralen Fundbüro. Letzten Sommer vergaß ich meinen Rucksack an der S-Bahn - somit waren mein Geldbeutel, meine Schlüssel sowie ein USB-Stick mit wichtigen Dateien und weiterer Kleinkram erst einmal weg.

Und dann begann eine Odyssee, auf die ich gerne verzichtet hätte: Angefangen beim Fundbüro der Stadt und des Hauptbahnhofs über die Stellen unseres lokalen Nahverkehrsunternehmens bis hin zu nahegelegenen Restaurants und Märkten. Zur Polizei ging ich natürlich auch. Die Antworten waren aber immer dieselbe Leier: "Bisher nichts, rufen Sie später nochmal an."

Gleichzeitig überprüfte ich regelmäßig die Online-Einträge unterschiedlichster Fundseiten im Internet. Während dieser Recherchen stellte ich erstmals fest, dass die meisten bestehenden Fundseiten veraltet, nicht ausreichend gepflegt oder thematisch und regional eingeschränkt waren.

Also habe ich beschlossen, eine eigene, bessere und zentrale Plattform aufzubauen, damit andere in einer ähnlichen Situation es zukünftig einfacher haben.

Für welche Überzeugung halten Dich andere Menschen für verrückt?

Vor allem beim Aufbau eines Unternehmens bin ich der festen Ansicht, dass man nur das zurückbekommt, was man auch zu geben bereit ist. Am Anfang äußert sich das in einer messbaren Größe: Zeit. Unter 50 Stunden Arbeit die Woche und ich werde nervös. Das bisschen Privatleben, das da noch bleibt, verbringe ich fast ausschließlich mit meiner Freundin - die studiert Medizin und kann ein straffes Zeitmanagement daher glücklicherweise nachvollziehen.

Einige meiner Freunde und Familienmitglieder sehen das natürlich anders. Allen Bemühungen liegt meine Überzeugung zugrunde, dass auch in Deutschland eine IT-Revolution nach amerikanischem Vorbild möglich ist. Bei der Erschaffung eines deutschen Silicon Valley möchte ich natürlich meinen Teil beitragen, da ich es für absolut möglich halte; und das nicht nur in Berlin.

Das in Kombination hat schon einige dazu gebracht, meine geistige Gesundheit anzuzweifeln, aber diesen Stimmen werde ich das Gegenteil beweisen.

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Wie wird Deutschland zu einem Gründerland?

Trotz der führenden Positionen, die Deutschland in vielen Bereichen einnimmt, steckt noch ein gewaltiges Potenzial in unserem Land. Im Gründerbereich können wir noch sehr viel mehr tun - und gerade der IT-Sektor eignet sich hierfür hervorragend. Darum müssen wir, um uns in diesem zukunftsorientierten Markt als internationale Spitzenklasse zu behaupten, eine mutigere Herangehensweise wagen.

Mit der richtigen und frühzeitigen Förderung von Ideen, nicht nur fertigen Produkten, kann "Made in Germany" so auch ein Qualitätsmerkmal in der IT werden. Natürlich braucht das ein gewisses Maß an Risikobereitschaft, doch der Herausforderung müssen wir uns stellen - und bewältigen können wir sie allemal.

Was war Dein größter Fehler?

Aus unternehmerischer Sicht würde ich sagen, dass ich schon sehr viel früher mit der Finanzierung und Entwicklung der B2B-Software-Lösung für Unternehmen und Behörden, also dem Zentralen Fundbüro Manager und der App, hätte beginnen sollen. Aber mir ging es in erster Linie darum, den Menschen eine funktionsfähige Plattform zu liefern, damit sie sich auch selbst untereinander helfen können.

Als echten "Fehler" sehe ich die Entscheidung daher nur unter wirtschaftlichen Investitions-Aspekten. Die Module für die Einnahmequellen zu realisieren, war zu Beginn nie die höchste Priorität - das musste dann im Nachhinein noch angepasst werden.

Mittlerweile ist uns die Richtung aber klar: Beibehaltung und Promoten des Allgemeindienstes bei gleichzeitigem Ausbau und verstärktem Vertrieb der verschiedenen B2B-Lösungen, die teilweise schon verfügbar sind, teilweise aber auch noch in der Entwicklung stecken.

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Welcher Unternehmer hat Dich am meisten beeinflusst?

Beeinflussen würde ich es jetzt nicht nennen, aber ich habe enormen Respekt vor Elon Musk, der wohl am besten für die Gründung von PayPal bekannt ist. Er ist jemand, der schon sehr früh anfing, seinen Träumen nachzugehen - und sich auch nicht davon abbringen ließ, jedem Widerstand zum Trotz.

Seine Projekte sind nicht nur erfolgreich, sondern auch nützlich und haben oft auch einen großen nachhaltigen oder sozialen Wert. Auch sein derzeitiges Aushängeschild, Tesla Motors, gliedert sich nahtlos in diese Reihe ein. Das Elektroauto für jedermann ist ein echter Fortschritt beim Kampf gegen die Klimaerwärmung - ich hoffe, dass er damit flächendeckenden Erfolg haben wird und sich gleich darauf aufs nächste Projekt stürzt.

Erst kürzlich ließ er verlauten, sich intensiver um SolarCity kümmern zu wollen, soweit ich mich entsinne - auch ein Unternehmen, für das er das Ursprungskonzept lieferte.

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Was bedeutet Work-Life-Balance für Dich?

Ich habe es ja vorhin bereits angedeutet: Mein Naturell ist ehrlicherweise das eines Workaholics. Ginge es also nach mir, wäre die "Balance" alles andere als ein tatsächliches Gleichgewicht. Allerdings habe ich das große Glück eines wunderbaren sozialen Umfelds, das mich ab und an aus dem Arbeitsmodus reißt und zu spaßigen Aktivitäten zwingt. Aber auch nicht zu viel, sonst werde ich wie gesagt unruhig.

Welche Technologie wird die nächsten 10 Jahre prägen?

Ich bin davon überzeugt, dass wir in verschiedensten Branchen mit weitreichenden Fortschritten rechnen dürfen. Beispielsweise in der Nanotechnologie, in der gerade signifikante Durchbrüche erzielt werden, was sich dann wiederum auf andere Felder auswirkt - von der Medizin über die Automobilindustrie bin hin zur Textilwirtschaft sind hier vielseitige Einsatzmöglichkeiten denkbar.

Aber auch die soziale Vernetzung wird sich weiterentwickeln. Man muss sich vorstellen, dass rund zwei Drittel der Weltbevölkerung noch nicht ans Internet angebunden sind. Mit Projekten wie denen von Google, die eine globale mobile Vernetzung zum Ziel haben, könnte hier schon in naher Zukunft ein Modernisierungsprozess eingeläutet werden.

Vor allem in Afrika und Asien ist ein dramatischer Anstieg an Internetnutzern zu erwarten, die sich natürlich auch sozial vernetzen werden, um mehr von der Welt zu sehen und sich mit anderen auszutauschen. Das kommt selbstverständlich auch dem Zentralen Fundbüro zugute - je größer das globale Netzwerk, desto mehr Partizipation, umso besser können Menschen sich gegenseitig helfen.

Und das sollte ja ein vordergründiger Gedanke bei allen Entwicklungen sein - den Menschen nachhaltige Möglichkeiten zu bieten, das Leben ein wenig zu erleichtern. Ich bin der Überzeugung, dass die zu Grunde liegende Technik für diese Lösungen überwiegend mit IT-Automatisierung, Cloud-Lösungen und Graphdatenbanken realisiert werden wird.

Aber könnte ich die Zukunft tatsächlich voraussagen, wäre ich wohl kein Entrepreneur, sondern professioneller Pokerspieler und ihr würdet mich auf Eurosport finden.

Links:

www.zentralesfundbüro.de

www.fundbüromanager.de

www.app.zentralesfundbuero.de

www.verlustmeldungen.de


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