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01/11/2015 08:54 CET | Aktualisiert 01/11/2016 06:12 CET

Wohnungs-Sharing: Warum Untervermietung nicht immer erlaubt ist

filo via Getty Images

Private Vermietung oder Untervermietung von Übernachtungsmöglichkeiten an Touristen und Kurzurlauber - das Konzept boomte und schloss eine Marktlücke. Internetbasierte Sharingbörsen wie airbnb realisieren das erfolgreiche Geschäftsmodell: Sie dienen als Marktplatz und bringen Gastgeber und Unterkunft Suchende zusammen.

Städtereisende können mit wenigen Klicks eine Privatunterkunft buchen. Dabei stehen unterschiedliche Optionen bzgl. des Preises, Location und Wohnambiente des privaten Vermieters zur Auswahl, an dessen Lifestyle der Gast für die Dauer seines Aufenthalts teilhaben darf.Allerdings liegt mittlerweile ein Gerichtsurteil (AZ: 67 T 29/15) des Landgerichts Berlins vor, das eine gründliche Abklärung der beabsichtigten Untervermietung mit dem Vermieter im Vorfeld zwingend erforderlich macht.

Nach § 540 BGB ist der Mieter "ohne die Erlaubnis des Vermieters nicht berechtigt, den Gebrauch der Mietsache einem Dritten zu überlassen, insbesondere sie weiter zu vermieten". Selbst eine kurze Aufenthaltsdauer des zahlenden Gastes von nur einer Übernachtung gilt rechtlich gesehen bereits als "gewerbliche Vermietung an Dritte".

Ein Vermieter stieß mit Klage gegen seine Mieterin das Urteil an. Sie hatte eine Privatunterkunft bis Januar 2014 wiederholt über airbnb untervermietet, ohne die Erlaubnis des Vermieters einzuholen. Daraufhin folgte im April des gleichen Jahres eine Abmahnung des Vermieters, die von der Mieterin insofern ignoriert worden war, als sie das Untervermietungsangebot über airbnb weiter aufrecht erhielt.

Obwohl ab nach der Abmahnung keine konkrete Untervermietung mehr durchführte, gab das Landgericht Berlin der anschließenden fristlosen Kündigung sowie der Räumungsklage des Vermieters statt: Das Aufrechterhalten der Anzeige wurde als Absichtserklärung zur Untervermietung und damit als schwerwiegende Pflichtverletzung gegenüber dem Vermieter gewertet.

Welche Punkte gilt es daher zu beachten, wenn Sie eine entgeltliche Untervermietung an Gäste beabsichtigen? Beim Einholen der sogenannten "Gebrauchsüberlassung an Dritte" vom Vermieter ist es wichtig, gemeinsam mit dem Vermieter einen Vertrag auszuarbeiten, in dem alle relevanten Punkte in schriftlicher Form festgelegt werden.

Wenn Sie hinsichtlich der teilweise komplexen rechtlichen Regelungen unsicher sind, sollten Sie auf jeden Fall zur Klärung einen Anwalt konsultieren. Je nach Dauer, Umfang und Häufigkeit der geplanten kostenpflichtigen Überlassung von Wohnraum an Dritte können nämlich unterschiedliche gewerbliche und steuerliche Einstufungen von der sogenannten geringfügigen "Bagatellvermietung" bis hin zur gleichartigen Nutzung der Wohnung ähnlich einer Pension oder eines Hotelbetriebes greifen.

Nachdem Sie mit Ihrem Vermieter alle Punkte transparent gemacht und vertraglich geregelt haben, steht der Realisierung Ihrer künftigen Rolle als Gastgeber nun nichts mehr im Weg!

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