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08/11/2015 06:37 CET | Aktualisiert 08/11/2016 06:12 CET

Der VW-Abgasskandal: Das Wichtigste auf einen Blick!

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Der VW-Abgasskandal zieht immer größere Kreise. Volkswagen hat im Rahmen einer internen Untersuchung bereits zugegeben, dass zusätzlich rund 800.000 Fahrzeuge betroffen sein könnten.

Volkswagen kündigt auf seiner offiziellen Webseite an, dass das Unternehmen die volle Verantwortung trägt. Zusätzlich will der Hersteller die vollen Kosten für alle erforderlichen Maßnahmen übernehmen. Am 15. Oktober 2015 hat das Kraftfahrtbundesamt die vom Volkswagen-Konzern vorgeschlagene Lösung ausgeschlagen und einen Rückruf von 2,4 Millionen Fahrzeugmodellen angeordnet.

Diese Rückrufaktion soll ab Anfang 2016 starten. Für die Besitzer der betroffenen Fahrzeuge stellen sich natürlich viele Fragen.

Ist Ihr Fahrzeug betroffen?

Zu den betroffenen Fahrzeugen gehören laut aktuellen Erkenntnissen überwiegend Diesel-Modelle. Auf der Webseite von Volkswagen können Sie testen, ob Ihr Fahrzeug betroffen ist. Zu diesem Zweck müssen Sie nur Ihre Fahrzeug-Identifizierungsnummer eingeben.

Diese finden Sie in Ihrem Service-Handbuch oder auf der Windschutzscheibe. Leider zählen auch Benziner zu den manipulierten Motoren - deshalb raten wir unbedingt auch hier zur Überprüfung.

Welche Rechte haben Sie?

Als Folge der Manipulationen könnte ein Mangel beim Kauf des Fahrzeugs vorliegen. Als Käufer eines der betroffenen Fahrzeuge stehen Ihnen dann die üblichen Mängelgewährleistungsansprüche zur Verfügung. Zu diesen zählen Rücktritt, Nacherfüllung, Minderung und Schadensersatzansprüche.

Die Besitzer können davon ausgehen, dass bei den betroffenen Fahrzeugen ein Mangel aufgrund der erhöhten Stickoxid-Werte vorliegt.

Deshalb haben die Käufer zuerst ein Recht auf Nacherfüllung und im Rahmen dieser muss der Mangel beseitigt werden.

Schlägt die Nacherfüllung fehl oder ist unter gewissen Umständen unzumutbar, dann haben Sie als Käufer weitere Rechte. Bisher ist es nicht beantwortbar, ob ein Rücktritt, eine Minderung des Kaufpreises oder sogar ein Schadensersatzanspruch besteht.

Wir empfehlen Ihnen deshalb, noch nichts zu überstürzen.

Was die vom Kraftfahrtbundesamt angeordnete Rückrufaktion für Sie bedeutet

Nach eigenen Angaben arbeitet der Volkswagen-Konzern momentan an technischen Lösungen. Diese will er dann den Behörden vorstellen. Erst anschließend werden Sie als Käufer eines betroffenen Fahrzeugs informiert.

Sollten Sie bereits vor der Rückrufaktion tätig werden?

Unabhängig von der kommenden Rückrufaktion Anfang 2016 können Sie als Käufer grundsätzlich bestehende Ansprüche geltend machen. Ob Sie selbst tätig werden müssen, hängt vor allem von der Verjährung Ihrer Ansprüche ab.

Normalerweise verjähren die rechtlichen Ansprüche gegenüber dem Verkäufer des Neuwagens nach frühestens 2 Jahren. Sollten Ihre rechtlichen Ansprüche von einer Verjährung bedroht sein, dann empfehlen wir Ihnen Ihre Verlagsunterlagen fachlich prüfen zu lassen.

Gegenüber wem machen Sie Ihre Ansprüche geltend?

Ihre Mängelansprüche müssen Sie gegenüber dem Autohändler bzw. dem Autohaus geltend machen.

Übernimmt Ihre Rechtsschutzversicherung die Kosten eines Rechtsstreits bei einer Schadensersatzforderung?

Generell übernehmen Privatrechtsschutz- und Verkehrsrechtsschutzversicherungen die Kosten. Problematisch ist aber die Festlegung der Schadenshöhe. Haben Sie eine Rechtsschutzversicherung, dann empfehlen wir Ihnen im Voraus eine Deckungszusage anzufordern.

Kann Ihrem Fahrzeug die Betriebserlaubnis entzogen werden?

Prinzipiell kann dies passieren. Volkswagen wird aber alles daran setzen, dass ein solches Szenario nicht eintritt. Nur wenn VW den Maßnahmen des Kraftfahrtbundesamts nicht nachkommt, kann den betroffenen Fahrzeugen die Betriebserlaubnis entzogen werden.

Besteht Ihr Haftpflichtversicherungs- und Kaskoversicherungsschutz trotz einer Entziehung der Betriebserlaubnis weiterhin?

Kommt es tatsächlich zu einer Entziehung der Betriebserlaubnis für Ihr Fahrzeug und Sie fahren es weiterhin, dann gilt Ihr Versicherungsschutz dennoch. Unter Umständen müssen Sie aber bei Schäden an einem gegnerischen Fahrzeug mit bis zu 5.000 Euro beteiligen.

Haben Sie als Besitzer von Volkswagen-Aktien einen Anspruch auf Schadensersatz?

Wir sprechen hier bereits von Schadensersatzansprüchen. Laut § 15 des Gesetzes über den Wertpapierhandel (WpHG) muss Volkswagen als Emittent der Aktien alle kursrelevanten Informationen sofort veröffentlichen. Eine unterlassene Information ist eine sittenwidrige

Schädigung.

Zusätzlich können weitere Ansprüche laut § 37 WpHG bestehen, falls nachgewiesen wird, dass Volkswagen bei der Unterlassung dieser Informationen vorsätzlich oder fahrlässig gehandelt hat.

Übernimmt Ihre Rechtsschutzversicherung die Klagekosten bei einem Werteverlust Ihrer Aktien?

Rechtsstreitigkeiten bei Aktiengeschäften sind in den meisten Rechtsschutzversicherungsverträgen ausgeschlossen. Wir empfehlen Ihnen, dass Sie als Erstes Ihre Versicherungsbedingungen überprüfen.

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