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10/10/2015 13:53 CEST | Aktualisiert 10/10/2016 07:12 CEST

Der Dieselskandal bei VW und seine Folgen für den Verbraucher

dpa

Nach einer ersten Beurteilung der Sachlage muss VW infolge des Dieselskandals mit weitreichenden Schadenersatzforderungen rechnen. Renate Künast von den Grünen fordert Entschädigungen für die durch manipulierte Abgaswerte getäuschten Verbraucher.

Doch was bedeutet diese Forderung für Sie als Nutzer eines dieser Fahrzeuge? Welche Konsequenzen ergeben sich, wenn festgestellt wird, dass Ihr Fahrzeug einen höheren Schadstoffausstoß hat als wie in der Zulassungsbescheinigung vermerkt? Über die gegenwärtige Situation und deren Rechtslage informiert Sie die folgende Übersicht.

Mit welchen Folgen müssen betroffene Autofahrer rechnen?

Zunächst kommen auf die Fahrzeugbesitzer möglicherweise technische Probleme zu. Prinzipiell hat sich VW verpflichtet, die Fahrzeuge einer Revision zu unterziehen. Ziel sei es, den Stickoxid-Ausstoß zu verringern. Doch diese Manipulation wird mit einem erhöhten Dieselverbrauch erkauft.

In diesem Falle haben Sie nicht mehr das sparsame Auto, welches Sie ursprünglich gekauft haben. Gegenwärtig prüfen Juristen, ob der höhere Preis, der wegen einem vermeintlich spritsparenden Auto gezahlt wurde, die Kunden zu Ausgleichszahlungen berechtigt.

Welche Auswirkungen ergeben sich für die Kfz.-Steuer?

Die vorgenommenen Änderungen an den Motoren könnten zu einem erhöhten Ausstoß von Kohlendioxid führen. Zusammen mit dem Hubraum und der Schadstoffklasse bestimmt dieser Wert die Höhe der Kfz.-Steuer. Im ungünstigsten Falle müssen Sie auch hier mit Mehrausgaben rechnen. Ob und in welcher Weise dies tatsächlich erfolgt, ist jedoch noch völlig offen.

Komme ich mit dem Auto noch in die Umweltzone?

Hier gibt es noch die geringsten Probleme. Der Grund ist die Tatsache, dass für die Erteilung der grünen Plakette die Emission an Rußpartikeln entscheidend ist. Erst zukünftige Messungen werden zeigen, ob es auch hier zum Überschreiten der gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte kommt.

Die Geltendmachung von Rechtsansprüchen - aber wie?

Um es vorwegzunehmen: Auch wenn die von den VW-Manipulationen betroffenen Autobesitzer Anspruch auf Schadenersatz haben, müssen Sie diesen nach (noch) geltendem deutschen Recht vor Gericht erstreiten - in Einzelverfahren wohlgemerkt.

Kostengünstige und meist auch erfolgreiche Sammelklagen wie in den USA kennt die deutsche Rechtsprechung leider nicht. Doch es gibt Pläne des Justizministeriums, die Hoffnung machen. In Zukunft sollen sogenannte Musterfeststellungsklagen zugelassen werden.

Dann muss im Prinzip nur eine einzelne Person oder ein Verband Klage einreichen. Dieser Klage können sich weitere Geschädigte anschließen. Hierzu genügt eine Eintragung in ein zentrales Register.

Wird vom Gericht der Schadenersatzforderung grundsätzlich stattgegeben, haben auch alle anderen Betroffenen automatisch diesen Anspruch.

In jedem Fall ist es ratsam für den Verbraucher sich durch einen Fachanwalt vertreten zu lassen und sich so juristisch abzusichern, um Erfolgschancen erhöhen zu können.

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