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15/09/2015 12:39 CEST | Aktualisiert 15/09/2016 07:12 CEST

Das sind die 2 wichtigsten Dinge in deinem Leben

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Es geht heute darum, die Frage zu beantworten, worum es im Leben geht. Und was wirklich zählt. Es wird also philosophisch. Und ich denke, dass ich dir eine gute Antwort liefern kann.

"Geld allein macht nicht glücklich, aber es macht vieles leichter." Diesen Spruch hat wohl jeder schonmal gehört. Davon kann man halten, was man möchte. Und die eigene Meinung hängt natürlich oft auch davon ab, wieviel man selbst hat oder nicht hat und wie das eigene Weltbild aussieht.

Studien haben gezeigt, dass Menschen ab einem bestimmten Einkommen nicht mehr glücklicher werden. Dieses Level, ab dem die Lebenszufriedenheit in Industrieländern ihr Hoch erreicht, liegt bei einem Nettoeinkommen von rund 60.000 Euro im Jahr. Mehr Geld bringt demnach weder mehr Glück noch weniger Stress. [1]

Denn das Problem, was viele nicht sehen: Wer viel hat, kann auch viel verlieren. Das schürt die Angst, etwas vom erarbeiteten Wohlstand wieder einzubüßen - und allein dieses Gefühl reicht schon aus, um die Lebensfreude einzutrüben.

Zudem muss man weiterhin arbeiten, um das Geld zu verdienen - und wenn uns diese Arbeit nicht gefällt, erhöht das nicht gerade das Glücksgefühl. Auch gleichen sich unsere Erwartungen schnell an und wir nehmen alles als selbstverständlich hin, ohne es wirklich zu schätzen.

"Blessed is he who expects nothing, for he shall never be disappointed." (Alexander Pope)

Bis hier also nicht viel Neues. Glück ist in hohem Maße subjektiv. Aber ich möchte auf etwas ganz anderes hinaus. Denn meiner Meinung nach ist die ganze Diskussion zu kurz gegriffen. Geld, und jetzt kommen wir zum Kern des heutigen Beitrags, ist keines der wichtigsten Dinge in unserem Leben. Garantiert nicht.

Das, was wir im Leben wirklich besitzen, ist Zeit und Energie. Das sind die ganz elementaren Dinge, mit denen wir disponieren können. Denn egal, was wir machen - welche Arbeit, welche Hobbies, welche Experimente - alles braucht Zeit und Energie. Es kommt also nur darauf an, wie du diese Ressourcen, von denen jeder von uns in seinem Leben in etwa gleich viel besitzt, verteilst und optimierst.

Egal, wer du bist und was du machst, eines Tages ist dein Leben vorbei. Das ist absolut sicher. Bis dahin hast du eine bestimmte Menge an Zeit und Energie, um dein Leben zu leben und die Dinge zu tun, die du dir erträumst. So einfach ist das.

Fokussiere dich auf das, was du wirklich willst. Denn das schafft etwas, was meiner Meinung nach noch wichtiger ist als Glück: Es schafft Sinn in deinem Leben. Den Sinn, etwas aus innerster Überzeugung zu tun. Und nur das wird dich am Ende auch glücklich machen.

"Everybody is a financial trader. Most people are trading time for money. Worst trade of one's life. (Tony Robbins)

Um den Sinn in deinem Leben zu finden, musst du dich fragen, was du wirklich willst. Worauf willst du zurückschauen, wenn und alt und grau bist? Was willst du unbedingt gemacht haben? Was würdest du bereuen, wenn du damit deine Zeit verschwendet hast? Was ist schlimmer - deine Angst, etwas zu tun, oder die Angst, es später zu bereuen, es nicht versucht zu haben? Die Antworten auf diese Fragen muss jeder selbst finden, da jeder andere Träume hat.

Eines aber ist für uns alle gleich: Um das zu tun, was wir wirklich wollen, braucht es Zeit und Energie. Und diese Ressourcen werden eines Tages verbraucht sein, auch wenn sie dir heute noch riesig erscheinen. Denn nichts ist so sicher und unausweichlich wie der Tod (und die Steuern).

Wechseln wir mal die Perspektive. Im Magazin "€uro" gibt es einen regelmäßigen Abschnitt mit dem Titel "Milliardär des Monats". Vor kurzem war dort der letzte noch lebende Enkel des legandären Ölmagnaten und 1. Milliardärs in Amerika, John D. Rockefeller abgebildet. Er feierte dieses Jahr seinen 100. Geburtstag.

Dieser Mensch hat sein Leben erfolgreich gelebt, ohne Zweifel. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass es enden wird. Zeit und Energie sind verbraucht. Ganz fundamental betrachtet ist es das einzige, was wir im Leben haben. Was nützt ein volles Konto, wenn wir keine Zeit und keine Energie mehr haben?

In unseren jungen Jahren ist es genau umgekehrt. Wir haben viel Zeit und viel Enrgie. Unser Körper ist stark und wir können einiges einstecken. Und alles, was wir im Kopf haben, ist, unsere Zeit und Energie zu opfern, um damit Kohle zu scheffeln - Kohle, uns irgendwann nichts mehr nützen wird und die wir dann, wenn es zu spät ist, viel lieber in Zeit und Energie tauschen würden.

Klingt übertrieben? Dann stell dir mal folgende Frage: Wenn einer der reichsten und erfolgreichsten Menschen der Welt, Warren Buffett (wird am 30. August 85 Jahre alt) die Wahl hätte, durch Aufgabe seines gesamten Vermögens und Erfolgs mit dir zu tauschen und nochmal jung zu sein und viel Zeit und Energie zu haben, aber sonst nichts - denkst du, würde er sich auf diesen "Trade" einlassen?

Aber noch viel wichtiger: Würdest du dich darauf einlassen? Geld gegen Zeit und Energie tauschen?

Ich möchte damit auf keinen Fall sagen, dass wir im Leben nicht versuchen sollten, etwas zu erreichen. Ganz im Gegenteil. Wir sollten hart daran arbeiten, unsere Träume zu erreichen. Aber um das zu schaffen, müssen wir unsere Ressourcen bewusst und sparsam für genau diese Zwecke einsetzen, statt einfach planlos vor uns hin zu leben und sie zu verschwenden.

Klar können unsere Ziele als netten Nebeneffekt auch beinhalten, viel Geld zu verdienen. Warum nicht. Nur sollte es nicht das primäre Ziel sein. Warum als Manager jahrelang schuften und im Stress leben, um dann "irgendwann genug Geld zu haben, um endlich frei zu sein"? Dieses Denken ist absurd. Denn wer ohne Geld nicht glücklich und frei ist, wird es auch mit Geld nie sein!

Natürlich fragt man sich manchmal, "wofür mache ich das alles"? Ganz ehrlich, das frage ich mich oft. Und das einzige, was mich dann wieder antreibt, ist, dass es zu den Dingen gehört, die ich in meinem Leben unbedingt erreichen möchte. Weil es eine Herausforderung ist. Weil es etwas ist, das es wert ist, Zeit und Energie zu opfern. Weil es Dinge sind, die mir einen Sinn im Leben geben.

Im Triathlon frage ich mich in jedem Wettkampf: Warum das Ganze? Warum diese Quälerei und die Schmerzen, um alles rauszuholen, was der Körper hergibt? Im Ziel weiß ich dann immer, warum: Um zu spüren, dass ich lebe. Um zu schätzen, welchen Wert eine Banane und ein Becher Cola haben können, wenn man völlig am Ende ist.

Um mir vor Augen zu führen, dass jeder Schmerz vergänglich ist und man einfach nur durchhalten muss. Und um später, wenn ich alt und schwach bin und meine Zeit und Energie zur Neige geht, darauf zurückschauen zu können und mich zu erinnern, was damals alles möglich war.

Ganz ähnlich im Trading: Warum sich immer wieder Unsicherheit und Risiko aussetzen und Fehler eingestehen? Warum nicht einfach alles langfristig investieren - ohne ständig darüber nachzudenken, was an den Märkten kurzfristig passiert? Die Antwort ist, dass es eine der größten Herausforderungen ist, die es im Leben gibt.

Etwas zu tun, von dem die meisten glauben, dass es unmöglich ist. Professionell Entscheidungen unter Unsicherheit und Risiko zu treffen. Der Weg wird steinig und lang sein und viel Zeit und Energie erfordern. Doch ich würde es später bereuen, es nie versucht zu haben.

Ich hoffe, dass dir der Beitragt hilft, das Große Ganze zu sehen. Es ist sicher das schlimmste, was man bereuen kann, am Ende seines Lebens festzustellen, dass man das, wonach man die ganze Zeit gesucht hat, die ganze Zeit vor Augen hatte: Das Leben selbst. Unsere Zeit und unsere Energie. Die Chance, etwas zu erreichen und zu erleben. Und dann zu realisieren, dass wir unsere Ressourcen sinnlos verschwendet haben. Sorge dafür, dass dir das nicht passiert!

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PS: Die Idee für den heutigen Beitrag stammt von Mercenary Trader. [2] Die Jungs sind gut, ich habe deren Newsletter im Abo. Einer der Gründer der Pattform, Justice Litle - bekannt unter dem Synonym "Jack Sparrow" - hatte in einem Beitrag über das Konzept gesprochen. Ich habe die Idee aufgegriffen und im Beitrag aus meiner Perspektive dargestellt.

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Quellen:

[1] Spiegel Online, Reichtum-Studie: 60.000 Euro jährlich reichen für vollendetes Glück, Zugriff am 24.08.2015, http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/reichtum-studie-60-000-euro-jaehrlich-reichen-fuer-vollendetes-glueck-a-716132.html

[2] Mercenary Trader, a community of ruthless profiteurs, http://www.mercenarytrader.com

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