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10/12/2016 09:12 CET | Aktualisiert 11/12/2017 06:12 CET

"Die Schulden von heute sind die Steuererhöhungen von morgen."

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Die Debatte über generationengerechte Politik ist untrennbar mit dem Nachhaltigkeitsbegriff verbunden. Der Begriff „Nachhaltigkeit" geht auf ein über 300 Jahre altes Prinzip aus der sächsischen Forstwirtschaft zurück, demzufolge nicht mehr Holz gefällt werden darf, als in absehbarer Zeit auf natürliche Weise nachwachsen kann.

Mit diesem klugen Grundsatz sollte der langfristige Bestand des Waldes und somit die Existenzgrundlage der Forstwirte sichergestellt werden.

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Inzwischen ist der Gedanke der Nachhaltigkeit zum Leitbild für ökologisches, wirtschaftliches und politisches Handeln geworden. Es sind diese drei Dimensionen, die wir im Blick behalten müssen, um in Deutschland nachhaltige und somit gerechte Politik für Jung und Alt zu machen.

Zukünftigen Generationen eine lebenswerte Umwelt bewahren

Ökologische Nachhaltigkeit bedeutet in erster Linie, ressourcenschonend zu wirtschaften und zu leben, um zukünftigen Generationen, eine lebenswerte Umwelt zu bewahren. Nur durch einen schonenden Umgang mit unseren ökologischen Ressourcen kann das Miteinander der Generationen langfristig gesichert werden.

Mit der Energiewende haben wir dafür gesorgt, dass Deutschland schrittweise seinen Energiebedarf aus Erneuerbaren Energien deckt, Vorreiter beim Klimaschutz ist und weltweit ökologische Maßstäbe setzt.

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Während die ökologische Dimension der Nachhaltigkeit beständig im Fokus der öffentlichen Debatte steht, treten ökonomische und politische Nachhaltigkeit oftmals in den Hintergrund. Dennoch sind diese beiden Dimensionen nicht weniger wichtig.

Solide Staatsfinanzen als Grundlage künftigen Wohlstandes

2014 wurden zum ersten Mal seit 45 Jahren im Bund keine neuen Schulden aufgenommen. Im November legte die Bundesregierung zum vierten Mal in Folge einen ausgeglichenen Haushalt vor.

Mittlerweile haben wir begonnen, Schulden zu tilgen. Die schwarze Null ist nicht nur ein Beleg einer Haushaltspolitik mit Weitblick, sondern vor allem Ausdruck eines nachhaltigen ökonomischen Handelns. Es ist im Interesse einer generationengerechten Gesellschaft, den eigenen Kindern und Enkeln keine Schulden zu vererben.

Denn es gilt der Grundsatz: „Die Schulden von heute sind die Steuererhöhungen von morgen."

Der ausgeglichene Haushalt 2017 ist ein klares Signal an die junge Generation, dass es die Bundesregierung mit einem Ausgleich der Interessen von Jung und Alt in diesem Land ernst meint.

Mir persönlich ist es sehr wichtig, den Konsolidierungskurs konsequent fortzusetzen, um die öffentlichen Haushalte zukunftsfähig zu machen. Nach derzeitiger Planung bleibt der Bundeshaushalt in jedem Jahr bis 2020 ausgeglichen.

Durch diese nachhaltige Haushaltspolitik ohne Schulden schaffen wir mit Investitionsspielräumen auch die Grundlage für den wirtschaftlichen Erfolg zukünftiger Generationen. Unser Wohlstand entwickelt sich nicht auf Pump, sondern auf soliden Staatsfinanzen. Davon profitieren auch die Generationen von morgen.

Engagiert euch!

Nachhaltigkeit in der Politik bedeutet jedoch auch, nicht nur Politik für einen begrenzten Zeitraum zwischen den Wahlkämpfen zu machen, sondern Politik langfristig und vorausschauend zu gestalten, um die Interessen junger Menschen zu wahren.

Dafür sind aber auch ein stärkeres Engagement und eine aktivere Beteiligung an politischen wie gesellschaftlichen Debatten seitens der jungen Generation notwendig. Der Ausgang des Brexit-Referendums hat deutlich gemacht, dass eine große Mehrheit der jungen Generation die Chance vertan hat, über ihre eigene Zukunft mitzuentscheiden.

Die Proteste junger Briten gegen Ausgang des Referendums sind daher schwer nachzuvollziehen. Es reicht schlichtweg nicht aus, sich über den Ausgang von Wahlen und  Volksentscheiden zu beklagen, wenn man zuvor untätig zugesehen hat. Die jüngeren Generationen müssen sich ins Bewusstsein rufen, dass sie aus ureigenem Interesse an der politischen Willensbildung teilhaben sollten.

Junge Menschen müssen Lösungsvorschläge für drängende Zukunftsfragen erarbeiten. Die Forderung „Hört auf mit der Politik gegen die junge Generation!" sollte daher auch als Aufruf an junge Menschen verstanden werden, wählen zu gehen, sich selbstbewusst in die öffentliche Debatte einzumischen und die politische Auseinandersetzung zu suchen.

Wollen die Jungen ihre Zukunft in sicheren Händen wissen, müssen sie sich stärker engagieren.

Als Abgeordneter werde ich auch weiterhin entschieden für eine nachhaltige, generationengerechte und zukunftsorientierte Politik für junge Menschen und künftige Generationen eintreten.

Um die Möglichkeiten zukünftiger Generationen nicht einzuschränken, gilt es, die Auswirkungen unseres heutigen Handelns stets im Blick zu behalten.

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