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10/09/2015 13:39 CEST | Aktualisiert 10/09/2016 07:12 CEST

Zur Rendite führt kein Weg an Aktien vorbei

ullstein bild via Getty Images

Haben Sie sich schon einmal die Rangliste der reichsten Menschen hierzulande angesehen? Es ist erstaunlich. Denn dort befinden sich fast ausschließlich Unternehmer. Sie sind es, die für ihren eigenen, aber auch für den Wohlstand einer Volkswirtschaft sorgen.

Die Unternehmer und ihre Unternehmen schaffen Mehrwert. Dagegen werden Sie niemanden finden, der es mit dem Sparbuch oder mit einer Lebens- oder Rentenversicherung auf diese Liste geschafft hat. Beteiligungen am Produktivkapital sind deshalb ein wichtiger Schlüssel, um ein Vermögen aufzubauen.

Dividenden

Das sollten auch Anleger hierzulande beherzigen. In ein gut strukturiertes Portfolio gehören Aktien, nicht nur, aber auch. Aktien bringen zunächst einmal Dividenden. Diese jährlichen Ausschüttungen der Unternehmen an ihre Aktionäre sind derzeit einfach viel lukrativer als Tages- oder Festgeld.

Während die Dividendenrendite der Dax-Firmen derzeit bei etwa 2,8 Prozent liegt und die des EuroStoxx 50 bei über drei Prozent, werfen das Sparbuch oder zehnjährige Bundesanleihen gerade mal ein Prozent ab. Das heißt, allein die Dividendenrendite bietet, ohne Berücksichtigung der Kursentwicklung, eine Rendite über den realen Kapitalerhalt hinaus.

Langfristig sinkt das Verlustrisiko bei Aktien

Allein das ist ein gutes Argument für ein Aktieninvestment. Doch ist dabei eben die Entwicklung der Aktienkurse noch nicht berücksichtigt. Zwar haben diese die Eigenschaft, im Durchschnitt deutlich stärker zu schwanken, als zum Beispiel die Kurse von Bundesanleihen, auch wenn es bei diesen zuletzt ebenfalls zu heftigen Kursverlusten kam.

Grundsätzlich aber sind bei Aktien kurzfristige, zum Teil auch sehr starke Kurseinbrüche, wie wir sie in den vergangenen 15 Jahren zweimal erlebt haben, immer wieder möglich. Allerdings haben die Aktienmärkte diese Verluste, zumindest auf mittlere bis lange Sicht, stets wieder aufgeholt.

Renditedreieck

Kein Wunder also, dass sich Aktieninvestments in der Vergangenheit vor allem langfristig auszahlten. Laut dem Renditedreieck des Deutschen Akteninstituts stabilisiert sich die Rendite von Aktienanlagen ab einem Anlagezeitraum von über 15 Jahren bei rund neun Prozent im Schnitt pro Jahr. Bei noch längeren Zeiträumen sind sogar durchschnittliche Erträge von über zehn Prozent pro Jahr möglich.

Allerdings mag der Blick auf den derzeitigen Höchststand beim Dax auf viele Anleger abschreckend wirken. Dabei gilt es aber Verschiedenes zu bedenken. Zum einen wird der Dax als Performance-Index berechnet, in dem neben der Kursentwicklung auch die reinvestierten Ausschüttungen enthalten sind.

Die reine Kursentwicklung dagegen bildet der Kursindex des Dax ab. Und der notiert Ende Juni 2015 bei rund 5.750 Punkten. Im Juli 2007 vor der Finanzkrise stand er zwar bei rund 5.300 Punkten, also etwa acht Prozent tiefer, im März 2000 aber war er auf über 6.250 Punkten angestiegen. Von dieser Übertreibung ist der deutsche Aktienmarkt also noch ein gutes Stück entfernt.

Solide aufgestellte Unternehmen

Dazu kommt, dass die DAX-Unternehmen in diesen 15 Jahren auch ihre Gewinne steigern konnten. Und dass folglich auch das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), das Experten gerne heranziehen, um festzustellen, wie hoch ein Aktienmarkt bewertet ist, niedriger ist als damals.

Auf Basis der erwarteten Gewinne in den kommenden zwölf Monaten beträgt das KGV des DAX derzeit knapp 15 und liegt damit in etwa auf dem historischen Durchschnittsniveau. Zum Vergleich: Im Jahr 2000 lag es bei über 30. Und viele Unternehmen haben seit der New-Economy-Blase gezielt an der Qualität ihrer Bilanzen gearbeitet, sind heute gesünder aufgestellt als vor der Finanzkrise.

Qualitativ hochwertige Unternehmen

Zwar muss dies alles nicht bedeuten, dass Aktien derzeit günstig sind und dass deren Kurse auch in den nächsten Jahren kontinuierlich steigen. Entscheidend ist aber, dass Anleger mit Beteiligungen an qualitativ hochwertigen Unternehmen in der Vergangenheit erfolgreich durch jede Krisen gekommen sind. Und dass Kursverluste bei einem langfristigen Anlagehorizont auch stets wieder aufgeholt wurden.

Natürlich sind nicht alle Unternehmen erfolgreich. Manche geraten durch Missma-nagement in Schwierigkeiten oder gehen gar Konkurs. Anleger, die in Aktien inves-tieren und damit langfristigen Vermögensaufbau betreiben wollen, müssen deshalb auch manches berücksichtigen.

So ist eine sorgfältige Auswahl der Firmen, in die jemand investiert, entscheidend. Als Maßstab können hier Kriterien wie ein über viele Jahre hinweg erfolgreiches Geschäftsmodell, eine starke Marktstellung, ein hoher Cashflow oder die Fähigkeit, nachhaltig hohe, im Idealfall steigende Dividenden zu zahlen, dienen.

Diversifikation zahlt sich aus

Ein zweiter wichtiger Aspekt ist eine breite Streuung und zwar sowohl über Einzelti-tel, sowie über Länder und Branchen hinweg. Denn auf diese Weise lassen sich firmen-, länder- oder branchenspezifische Risiken reduzieren. Der vielleicht wich-tigste und schwierigste Punkt ist schließlich die Disziplin.

Anleger, die langfristig für ihren Vermögensaufbau in Aktien investieren, sollten nicht versuchen, auf jedes Ereignis zu reagieren und laufend zu kaufen und verkaufen. Zum einen bringt dies hohe Kosten mit sich, die die Rendite belasten. Zum anderen laufen Anleger so Gefahr, dem Markt hinterherzulaufen und im falschen Moment ein- und wieder auszusteigen.

Fazit:

Wenn Sie Ihr Kapital langfristig real erhalten und vermehren wollen, kommen Sie um die Beimischung von Aktien in ihrem Portfolio nicht herum. Allerdings dürften sich viele Privatanleger angesichts der Fülle an Investmentmöglichkeiten, sie reichen von der Direktanlage in Einzelwerte über passiv anlegende Produkte bis hin zu aktiv gemangten Fonds, schnell überfordert fühlen.

Den individuell passenden Weg zu finden, ist deshalb schwierig. Anleger sollten aus diesem Grund darüber nachdenken, sich professionelle Unterstützung bei der Geldanlage zu holen. Den besten Rat können Anleger dabei von Honorarberatern wie bestadvice erwarten, die von dem Honorar, das ihre Kunden ihnen zahlen, leben, und nicht von Provisionen aus dem Verkauf von Anlageprodukten.

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