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13/12/2016 08:48 CET | Aktualisiert 14/12/2017 06:12 CET

Wir müssen „Alter" neu denken

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Das Thema Rente ist wieder an der Tagesordnung. Auch bei guter Wirtschaftskonjunktur ist es nach wie vor der demographische Wandel, der uns alle vor neue Herausforderungen stellt. Deutschland wird trotz Einwanderung älter. Der Anteil der Rentner in der Bevölkerung wird unvermeidbar steigen.

Bereits heute erreichen jährlich fast 50 Prozent mehr Menschen die Regelaltersgrenze als Jugendliche die Schule beenden. Nach Angaben der Prognos AG wird wegen der steigenden Zahl der Rentner bei abnehmender Anzahl Erwerbstätiger für das Jahr 2040 ein Defizit in der Gesetzlichen Rentenversicherung in Höhe von 83 Milliarden Euro vorausgesagt.

Die Erhöhung des Renteneintrittsalters ist die logische Konsequenz aus der steigenden durchschnittlichen Lebenserwartung.

Erwerbsbiographien und Lebensarbeitszeiten werden flexibler, eine starre Altersgrenze passt nicht mehr dazu. Die richtige Antwort auf die Herausforderungen der demographischen Entwicklung haben wir als Große Koalition auf Initiative der CDU mit der Verabschiedung der sogenannten Flexi-Rente vor wenigen Wochen gegeben. Freiwilliges, längeres Arbeiten attraktiver zu machen, ist ein erster Schritt in die richtige Richtung.

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Es stimmt, dass wir mit dem Drei-Säulen-Modell aus gesetzlicher Rente, betrieblicher und privater Altersvorsorge gut gefahren sind. Auch hier ist Eigeninitiative statt staatlicher Bevormundung gefragt. Die private Vorsorge soll mit der Riester-Rente nach wie vor eine zentrale Rolle spielen.

Menschen sollen ermuntert werden, auch selbständig für ihr Lebensalter zu sorgen. Die Erfahrung zeigt, dass innerhalb des Drei-Säulen-Modells die Einführung einer säulenübergreifenden Renteninformation für mehr Transparenz sorgt.

Darüber hinaus sollten wir an die Steigerung der Wohneigentums-Quote, die derzeit bei etwa 50 Prozent liegt, denken. Wohneigentum ist Altersvorsorge, entsprechend sind Abschreibungen von selbstgenutztem Wohneigentum bei Neuerwerb oder Neubau, eine notwendige Entlastung.

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Zukunftsfest ist die Rente dann, wenn sie generationengerecht ist. Das heißt für mich als jungen Politiker mehr Sachlichkeit in der Debatte statt Populismus und Wahlkampfkalkül jeglicher Couleur. Nur ein fairer Ausgleich zwischen den Generationen garantiert die nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft.

Die junge Generation darf durch übermäßig steigende Rentenbeiträge nicht überfordert werden.

Wir müssen „Alter" neu denken und werden nicht umhin kommen, weitgehende Reformen des Rentensystems durchzuführen. Dieses „Bohren von harten Brettern mit Leidenschaft und Augenmaß zugleich" gelingt nur in gemeinsamer, generationenübergreifender Verantwortung.

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