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13/12/2016 07:48 CET | Aktualisiert 14/12/2017 06:12 CET

Das Echo der Altersarmut

Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Das Echo der Altersarmut erklingt für die junge Generation noch in weiter Ferne. Weniger als ein Drittel der Menschen unter 27 macht sich Sorgen um die eigene Rente. Auch der Staat und die aktuelle Politik tun wenig gegen die Rentenverdrossenheit der Generation „yolo". Jedoch ist das Problem gegenwärtiger als zuvor.

Kommen heute drei Menschen im Arbeitsalter auf einen Ruheständler, sind es in 20 Jahren nur noch zwei. Das Verhältnis von Erwerbstätigen zu Rentnern verschiebt sich dramatisch. Anstatt dieses Problem durch innovative Konzepte und zu lösen wird es auf dem Rücken der jungen Generation ausgetragen. Es in Kooperation mit der jungen Generation zu lösen wäre dabei doch aber ein viel ratsamerer Weg - denn immerhin wird diese Generation, für die Mehrausgaben die für die Deckung des Rentendefizits benötigt werden aufkommen müssen.

Rente darf nicht allein für die aktuelle Rentnergeneration attraktiv sein, sondern muss es auch noch für die zukünftigen Generationen sein.

Dies kann nur erreicht werden indem das Rentensystem reformiert wird und mehr Anreize für die private und betriebliche Altersvorsorge geschaffen werden. Speziell in der Auszahlungsphase muss der Staat neue Regelungen finden um die eigene Vorsorge wieder attraktiv zu machen.

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Aktuell gilt: Wer in Rente geht, muss seine private Rente versteuern. Außerdem wird auf die Betriebsrente der komplette Krankenkassen- und Pflegebeitrag fällig. Anders gesagt: Was ich im Berufsleben an Sozialversicherungsbeiträgen „einspare", zahle ich später „zurück". Ähnlich ist es mit der Steuer. Das gilt im Übrigen auch für die „Riester-Rente". Dieses Konstrukt zeigt, dass die vom Staat geförderten Ansätze zwar gut gemeint- jedoch nicht bis zum Ende gedacht sind!

Weiterhin muss Seitens Regierung und Medien klarer kommuniziert werden, dass private Vorsorge das einzige Mittel gegen die zukünftig sinkenden Rentenbezüge sein kann.

Zu stark wird die junge Generation aktuell in Unwissenheit und Naivität gewogen.

Das schlimme Erwachen darf nicht erst bei Rentenantritt geschehen sondern muss spätestens mit dem 27. Lebensjahr bei Erhalt des ersten Rentenbescheids erfolgen. Denn eins ist klar: nur wenn die junge Generation aufgeklärt und bewusst ist gegenüber dem was sie später erwartet, kann sie handeln und für ihre Interessen eintreten.

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