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16/11/2015 05:48 CET | Aktualisiert 16/11/2016 06:12 CET

‪Kritik an #‎prayforparis‬: Warum ich trotzdem für Paris bete

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Ich lese auf Facebook, auf Twitter, auf Instagramm und in den Nachrichten, dass ‪#‎prayforparis‬ die falsche Reaktion ist, dass Religion Teil des Problems und nicht Teil der Lösung ist und das es deswegen genau das falsche Signal wäre, für die Menschen In Frankreich zu beten. Gleichzeitig lese ich, dass man nur dann für Paris beten darf, wenn man gleichzeitig auch für den Libanon, den Irak, Nordkorea, Indien, Russland, China, Afghanistan und jede andere Region der Welt auch betet.

Zu diesen ebenso wenig durchdachten wie zynischen Auffassungen möchte ich gerne folgendes klarstellen:

1. Abschaffung der Religion

Die Abschaffung, die Verdrängung, ja, die Bekämpfung der Religion, das Ende alles Religiösen als die universelle Lösung aller Probleme - so haben Hitler, Stalin, Mao und die Führung in Nordkorea auch gedacht. Weder die Sowjetunion unter Stalin, noch Nordkorea oder China aber haben gezeigt, wie friedlich und glücklich die Welt auf einmal wird wenn die Religion verbannt, wenn das Gebet unterlassen und die Muslime, Christen, Juden, Hindus und Buddhisten beschimpft, ermordet und unterdrückt werden.

Stalin hat als „überzeugter Atheist" in seinen „Säuberungen" mehr seiner eigenen Landsleute vor und nach dem Zweiten Weltkrieg umgebracht als die Japaner und Deutschen zusammengenommen.

Mao hat in der großen Kulturrevolution das größte Blutbad des 20ten Jahrhunderts angerichtet und die Menschen in Nordkorea leben in den schlimmsten denkbaren Verhältnissen.

2. Beten für alle

Wer sagt, man dürfe nur für Paris beten, wenn man zugleich an alle anderen Krisenherde der Welt denkt, hat einige ganz basale Dinge nicht verstanden. Wie wäre es denn, wenn ein Vater und eine Mutter sich nur um ihr Kind sorgen dürften, wenn sie sich gleichzeitig und in selbem Umfange auch um alle anderen Kinder sorgten? Wie wäre es, wenn wir nur an Brot für die Welt spenden dürften, wenn wir gleichzeitig auch noch an 10 andere Organisationen spenden würden?

Dieses Argument ist dumm und hohl. Die Franzosen sind unsere unmittelbaren Nachbarn - unsere besten Freunde. Wir sind Europäer und engste Verbündete und ich lehne es ab, dass wir uns nur um unsere Nachbarn kümmern dürfen, wenn wir gleichzeitig alle und überall auch begleiten.

Was es jetzt wirklich braucht ist ein Zusammenstehen der Demokraten

Die Angriffe auf Paris waren ein Angriff auf unsere Art zu leben - Angriffe auf unsere Freiheit, unsere Demokratie, unsere Selbstbestimmung und auf das Leben. Was es jetzt wirklich braucht, das sind keine zynischen Schuldzuweisungen und antireligiöse Ressentiments. Was es braucht, das ist jetzt ein Zusammenstehen der Christen, Muslime, Juden und derer, die an keinen Gott glauben für die Werte und Freiheiten des Westens.

Wir dürfen der Barbarei nicht mit Barbarei begegnen, wir dürfen unsere Freiheiten nicht abschaffen um sie zu schützen und wir dürfen unser Leben nicht in die Hände eines totalitären Kontrollstaates legen, der am Ende ebenso schlimm wie unsere Feinde ist.

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