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24/01/2016 16:20 CET | Aktualisiert 24/01/2017 06:12 CET

Unternehmen sind die besten Plattformen für Veränderung

Thomas Barwick via Getty Images

Ich werde jeden Tag aufs Neue daran erinnert, dass wir uns gerade im spannendsten Zeitalter des Wandels in der Geschichte befinden. Ich bin seit über 35 Jahren in der Technologiebranche tätig und niemals zuvor gab es so viele Neuerungen in einem so unglaublich schnellen Tempo.

Tiefgreifende Veränderungen, die von Cloud Computing, sozialen und mobilen Technologien, Data Science und dem Internet der Dinge hervorgerufen wurden, verändern sämtliche Industriezweige, vom Transport über die Unterhaltungsbranche bis hin zu Shopping und Finanzdienstleistungen.

Zudem besitzen Durchbrüche in den Bereichen künstliche Intelligenz, Quantencomputing, Robotik, saubere Energien und Gentechnologie das Potential, die Bereiche Produktion, Landwirtschaft, Medizin und viele weitere komplett zu verändern. Überall versuchen Geschäftsführer, mit der riesigen Welle an digitaler Transformation Schritt zu halten.

Sämtliche Wirtschaftsbosse müssen jetzt auch darüber nachdenken, welchen Einfluss diese Durchbrüche bei den digitalen Technologien nicht nur auf ihre eigenen Unternehmen, sondern auch auf die Öffentlichkeit, den Planeten und die Gesellschaft insgesamt haben werden.

Diese unglaublichen Neuerungen schaffen nicht nur phänomenale Bedingungen für wirtschaftliches Wachstum sondern sie stellen uns auch vor bedeutende gesellschaftliche Herausforderungen. Zahlreiche Jobs werden durch intelligente Maschinen und Roboter ersetzt werden. Durch die zunehmenden Fähigkeiten von künstlicher Intelligenz und Gentechnologie könnten deren Erfinder die Kontrolle darüber verlieren.

Unsere Gesellschaft betritt Neuland.

Unsere Gesellschaft betritt Neuland -- eine neue Welt in der Regierungen, Wirtschaftsbosse, die Wissenschaftsgemeinde und Bürger gemeinsam Wege festlegen müssen, um die Situation für die Menschheit durch diese Technologien zu verbessern und die Risiken zu minimieren.

Professor Klaus Schwab, Gründer und Präsident des Weltwirtschaftsforums, sagt in seinem neuen Buch „Die vierte industrielle Revolution": „Wenn die Führungskräfte des öffentlichen und privaten Sektors den Bürgern nicht glaubhaft versichern können, dass sie zuverlässige Strategien anwenden, um das Leben der Menschen zu verbessern, könnten soziale Unruhen, Massenmigration und gewalttätiger Extremismus weiter zunehmen und dadurch zur Gefahr für Länder jeglicher Entwicklungsstufen werden."

Ich bin überzeugt davon, dass Unternehmen die besten Plattformen für Wandel sind und dass sie einen enormen Einfluss darauf haben können, dass die Lage der Welt verbessert wird. Wir Wirtschaftsführer haben einflussreiche Positionen inne und wir sind für mehr verantwortlich als nur für unsere Shareholder. Wir sind für eine erweiterte Gemeinschaft von Angestellten, Kunden und Partner zuständig und außerdem für unsere Mitmenschen auf dem Planeten, den wir bewohnen.

Bei einem Treffen mit Peter Maurer, dem Präsidenten des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), im vergangenen Jahr in Genf wurde diese Überzeugung noch verfestigt. Wir besprachen die tragische, beispiellose Situation von einer Million Flüchtlinge, die in Europa Asyl suchen und über die Bemühungen des IKRK, den Vertriebenen zu helfen.

Während er redete, fiel mir an der Wand das Bild eines Mannes auf, den ich noch nie gesehen hatte. Es war der Schweizer Geschäftsmann Jean Henri Dunant, der, wie ich später erfuhr, der Gründer des IKRK war und den ersten Friedensnobelpreis erhalten hatte.

Dunant kam auf die Idee, das Rote Kreuz zu gründen, nachdem er im Sommer 1859 Zeuge der Folgen der Schlacht von Solferino in Italien wurde. Die französische Armee unter Napoleon III. und die sardische Armee unter Victor Emmanuel II. hatten die österreichische Armee von Franz Joseph I. besiegt. Mehr als 20.000 Soldaten lagen tot, im Sterben oder verletzt auf dem Schlachtfeld.

Dunant setzte seine Fähigkeiten als Unternehmer und Geschäftsmann ein und brachte die Bürger des Ortes dazu, die Verletzten vom Schlachtfeld und in Sicherheit zu bringen. Außerdem organisierte er die nötigen Mittel für Vorräte und ließ Behelfskrankenhäuser errichten.

Bei seiner Rückkehr nach Genf beschloss Dunant, eine Organisation zu gründen, die die medizinische Versorgung auf Schlachtfeldern verbessert. Dies führte zur Gründung des IKRK im Jahr 1863. Mit über 12.000 Mitarbeitern, die in mehr als 80 Ländern auf der ganzen Welt im Einsatz sind, bemüht sich das IKRK auch heute noch, das Leiden auf der Welt zu verringern.

Dunant schaffte eine Veränderung, die wie ich glaube, viele Wirtschaftsführer gerne schaffen würden.

Dunant schaffte eine Veränderung, die wie ich glaube, viele Wirtschaftsführer gerne schaffen würden -- er setzte seine Führungsposition, seine Mittel und seine Beziehungen für humanitäre Zwecke ein. Wir können die schwierigen Veränderungen, die uns bevorstehen, von der zunehmenden sozialen Ungleichheit bis hin zur globalen Erwärmung nur mit Mitgefühl und Großzügigkeit meistern

In meinem Unternehmen Salesforce haben wir Menschlichkeit vom ersten Tag an in unser Geschäftsmodell integriert indem wir mit einem Prozent unserer Technologien, Mitarbeiter und Mittel gemeinnützige Organisationen auf der ganzen Welt bei der Erreichung ihrer Ziele unterstützen.

Bisher haben wir über 100 Millionen $ gespendet, unsere Mitarbeiter haben mehr als 1,1 Millionen Stunden als ehrenamtliche Helfer geleistet und wir haben über 27.000 Organisationen mit Produkten versorgt.

Mehr als 550 Unternehmen sind bereits unserem Beispiel gefolgt und haben sich bei unserer Bewegung „Pledge 1%" registriert. Dadurch verpflichten sie sich, ein Prozent ihres Firmenkapitals, ihrer Produkte und der Arbeitszeit ihrer Mitarbeiter an ihre Gemeinden zu spenden.

Unternehmen können finanziell erfolgreich sein und gleichzeitig die Welt zu einem besseren Ort für alle machen. Es liegt in der Hand von uns Wirtschaftsführern, mit unseren Kunden, Angestellten, Partnern, Gemeinden, Regierungen und Organisationen zusammenzuarbeiten und das Vertrauen zu schaffen, dass wir das Wohl der Menschen und der Welt an die erste Stelle setzen.

Wir können unseren Fokus ebenso stark auf unternehmerische Philanthropie legen wie auf andere Unternehmensinvestitionen. Wir können unser Bildungssystem überdenken, um unsere Mitarbeiter von morgen besser auszubilden.

Zusammen können wir sicherstellen, dass diese technologische Revolution der Menschheit so gut wie möglich dient und allen Bürgern zugutekommt statt nur ein paar wenigen Auserwählten.

Zukünftig werden nicht nur Regierungschefs sondern auch Wirtschaftsführer daran bemessen werden, ob sie es geschafft haben, das exponentielle Wachstum technologischer Innovationen zur Verbesserung der Welt einzusetzen. Martin Luther Kind Jr, ein weiterer Nobelpreisgewinner, sagte einst: „Die ständige und dringendste Frage im Leben lautet: Was tust du für andere?"

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