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21/08/2015 13:58 CEST | Aktualisiert 21/08/2016 07:12 CEST

Der Glücksspielstaatsvertrag in Deutschland aktuell

thinkstock

Das Casinospiel im Netz erfreut sich großer Beliebtheit. Doch wie steht es dabei mit der Sicherheit und der Legalität? Das hat sich sicher schon so mancher Spieler gefragt. Die Stimmung gegen Netzcasinos ist in Deutschland nicht gerade positiv. Allerdings muss bedacht werden: Vater Staat will ja sein überholtes Glücksspielmonopol verteidigen und Geld einnehmen.

Deswegen ist es interessant, wie die aktuelle Situation beim Glückspielvertrag nun wirklich aussieht. Öffentliche Glücksspiele dürfen nur mit der entsprechenden glücksspielrechtlichen Genehmigung angeboten werden. Daran wird sich grundsätzlich nichts ändern.

Können deutsche Spieler überall aktiv werden?

Diese Frage kann im Prinzip bejaht werden, wobei es einige Ausnahmen gibt. Wenn die deutsche Regulierungsbehörde dem Casino erlaubt hat, Echtgeldeinsätze aus der Bundesrepublik aufzunehmen, können Deutsche dort ohne Bedenken spielen. Das ist in erster Linie bei Onlinecasinos mit europäischen Lizenzen der Fall. Die EU-Richtlinie zur Dienstleistungsfreiheit berechtigt sie, ihre Casinospiele europaweit anzubieten.

Wenn ein Onlinecasiano ein deutschsprachiges Angebot hat und dieses ausdrücklich für die Bundesrepublik anbietet, kann davon ausgegangen werden, dass es von Deutschland aus bespielt werden kann. Schließlich würde sich der Anbieter strafbar machen und erhebliche rechtliche Konsequenzen tragen müssen, wenn er deutsche Spieleinsätze annehmen würde.

Ist das Casino für Deutschland nicht zugelassen, sind in der Regel gar keine Echtgeldeinsätze möglich. Wer unsicher ist, kann zusätzlich beim Support nachfragen. Denn die Teilnahme an einem unerlaubten Glücksspiel könnte für den Spieler durchaus strafrechtlich relevant werden.

Schleswig-Holstein gibt deutsche Lizenzen

Mittlerweile gibt es auch deutsche Casinos mit deutschen Lizenzen, bei denen der Staat mit Steuern und Lizenzgebühren beteiligt ist. Hier spielt vor allem das Ministerium für Inneres und Bundesangelegenheiten in Schleswig-Holstein eine Rolle, welches die oberste Glücksspielaufsichtsbehörde dieses Bundeslandes ist. Es ist für alle Formen des öffentlichen Glücksspiels zuständig, aber nicht für das gewerbliche Spiel, wo die Verantwortung beim Wirtschaftsministerium liegt.

Die Grundsätze für die Veranstaltung von Glücksspielen regelt der Glücksspielstaatsvertrag der Bundesrepublik Deutschland vom 15. Dezember 2011. Schleswig-Holstein trat ihm am 8. Februar 2013 bei. In diesem Rahmen lizensiert das Schleswig-Holsteiner Ministerium auch verschiedene Onlinecasionos. Es lohnt sich also zu schauen, ob das gewählte Netzcasino eine Lizenz aus Deutschlands Norden hat.

Strenge Regeln nutzen Spielern und dem Staat selbst

Die Anforderungen der Behörde sind streng, der Anbieter muss sich technisch absichern und eine zuverlässige und faire Spielumgebung bieten. Sämtliche Aktivitäten muss die Glücksspielbehörde einsehen und nachvollziehen können. Dabei spielt natürlich nicht nur der Schutz der Spieler eine Rolle, sonder auch das Eigeninteresse des Staates.

Auf den Daten erhebt das zuständige Finanzamt seine Steuerforderungen. Weiterhin muss das Onlinecasino den Geschäftsplan vorlegen, die lokalen Glücksspielregeln einhalten und die Richtlinien zur Bekämpfung der Geldwäsche umsetzen. Weiterhin ist eine Prävention gegen Spielsucht nötig.

Lizenzen noch bis 2018 gültig

Der Deutsche Glücksspielstaatsvertrag wurde von der EU-Kommission beanstandet. Deswegen ist seine Neuregelung in Arbeit. Jedoch bleiben die Lizenzen, die bis jetzt gewährt wurden, mindestens bis 2018 bestehen.

Allerdings sollte das kein Freibrief für das Spielen sein. Jeder muss selbst darauf achten, ob der angenehme Zeitvertreib nicht zur Sucht wird. In diesem Falle helfen nämlich in der Realität weder Spielbank noch Staat. Minderjährige verdienen erhöhte Aufmerksamkeit, denn ein kleines Laster aus der Jugend kann schnell zum riesigen Lebensproblem werden.


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