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10/12/2016 11:31 CET | Aktualisiert 11/12/2017 06:12 CET

Das System umdenken: Die kapitalgedeckte Rente

Sally Anscombe via Getty Images

Die demographische Entwicklung in Deutschland wirft seit Jahren Fragen an die Funktionsfähigkeit und Belastbarkeit unseres Rentensystems auf. Immer weniger Arbeitnehmer müssen die Rente für eine immer älter werdende Gesellschaft erwirtschaften.

Zwar befinden sich die Beitragssätze zur Rentenversicherung heute noch auf dem Niveau von 1997, dies ist jedoch hauptsächlich der günstigen Lage auf dem Arbeitsmarkt seit 2012 und den politischen Maßnahmen, wie z.B. der Absenkung des Rentenniveaus, geschuldet und darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass der „Altersbauch" der demographischen Pyramide seine volle Auswirkung erst noch erreichen wird.

Eine weitere Absenkung des Niveaus ist nicht hinnehmbar.

Um das Rentenniveau halten zu können und die zukünftigen Generationen nicht im Übermaß zu belasten, ist deshalb eine grundlegende Reform des Systems notwendig.

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Hier kommt das kapitalgedeckte Rentensystem ins Spiel. Ob nun als Staatsfond, nach nordischem Vorbild, der möglicherweise durch die Bundesbank verwaltet und politischem Einfluss entzogen sein muss, als private Anlage jedes einzelnen Bürgers für sich, oder auch als Mischsystem: Die Umwandlung des umlagefinanzierten Systems in ein kapitalgedecktes System hat den Vorteil, dass die Menschen, die Rente nicht nur für andere, sondern auch für sich selbst erwirtschaften.

Die Kapitaldeckung garantiert, dass das Geld, welches sie über die Jahrzehnte einbezahlt haben, auch zu mindestens 100% wieder ausbezahlt wird.

Die langfristige Anlage der Rentenbeiträge am Finanzmarkt ermöglicht - auch bei auftretenden Finanzkrisen - eine gute Rendite für die Beitragszahler, welche im umlagefinanzierten System schlicht nicht erwirtschaftet werden kann und welche auch den Wertverlust des Geldes auszugleichen vermag.

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Der Unterschied in der Aktienrendite und den inflationsindexierten Bundesanleihen beträgt derzeit etwa 6 Prozent jährlich. Die Kaufkraft der zukünftigen Rente bleibt damit erhalten.

Selbst wenn Deutschland beschließen würde einen Staatsfond durch die Aufnahme von Schulden zu initialisieren, sprechen die Zahlen für sich: Die zu erwartende Dividende ist wesentlich höher als die zu leistenden Zinsen.

Weiter sollte die Zahl der Versicherungsjahre maßgeblich für den regulären Eintritt in die Rente werden. Diese sollten auf 45 (47) Jahre festgesetzt werden. Hierdurch werden auch Probleme der Erwerbsminderungsrente bei körperlich anstrengenden Arbeiten egalisiert.

Jemand der früh angefangen hat zu arbeiten und einzuzahlen, kann somit auch früher in Rente gehen. Bei der Berechnung der 45 (47) Jahre werden hier unter anderem Kindererziehungsjahre und Ausbildungen zu berücksichtigen sein.

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