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22/06/2015 10:32 CEST | Aktualisiert 22/06/2016 07:12 CEST

Was ich meinen Kindern diesen Sommer sagen möchte

Hey Kinder,

Diesen Sommer dürft ihr eure Sachen einfach mal rumliegen lassen. Halb-getrunkene Smoothies im Wohnzimmer? Kein Problem. Ich mach das. Socken im Flur? Ich kümmere mich drum. Geschirr in der Spüle? Immer her damit. Lego? Überall? Finde ich super! Oh und schleift ruhig eure Decken durchs ganze Haus und lasst sie an Ort und Stelle liegen, wenn ihr sie nicht mehr wollt. Ich werde sie liebevoll zusammenlegen und in eure Zimmer zurückbringen.

Die Türen? Sie zu schließen, ist optional. Ich bin eh direkt hinter euch, macht euch also keinen Kopf deswegen. Ich liebe es, wenn eine Wespe reinfliegt und die Klimaanlage ausfällt. Wieso sollten wir uns auch in unserem klimatisierten Haus von der Außenwelt abschotten? Unsere Tür ist immer offen. Wir haben unendlich viel Geld.

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Es ist auch völlig in Ordnung, wenn ihr eure nassen Badesachen irgendwo ablegt. Egal, ob Boden oder Treppengeländer. Ich stehe auf Haufen, aber seid kreativ! Oh und sie auf bemalte Holzoberflächen zu legen, ist am allerbesten. Ich räume sie weg, damit sie das Holz nicht beschädigen. Ihr seid ja beschäftigt. Stop. Schnell zurück zu Netflix. Friends guckt sich nicht von selbst am Stück.

Und lasst mich wissen, wenn ihr Hunger hab. Lasst euch nicht von den normalen Essenszeiten einengen. Und bitte sprecht euch auch nicht ab. Die Küche hat 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche geöffnet. Und ich freue mich, alles was ihr brauchen könntet, wann immer ihr es wollt, bereitzuhalten. Schnellkochen ist mein Spezialgebiet.

Und wenn ihr euch selbst etwas zubereitet, lasst einfach alles genau da liegen, wo ihr es zuletzt benutzt habt. Auch die Milch. Wenn sie schlecht wird ... werde ich einfach neue kaufen. Geld? Ich bitte euch. Ich werde einfach auch mehr arbeiten. Und ich kümmere mich um das Aufräumen. Ich werde einfach euren Schritten folgen und Sachen wegräumen. Es macht mir Spaß, indirekt euer Kochen mitzuerleben. So, wie Wow, wie haben die bloß so viel geriebenen Käse auf der Arbeitsfläche verteilen können. Das ist echt beeindruckend.

Und wann immer ihr Durst habt, nehmt ein neues Glas. Wir haben ja genug. Und eine Spülmaschine, dich ich liebend gerne wieder und wieder ein- und ausräume. Soweit ich weiß, haben wir ja auch endlos Strom und Wasser. Die Welt ist unsere Auster.

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Wenn ihr euch mit euren Freunden verabredet, bin ich natürlich an Bord. Ich fahre euch hin oder hole euch ab - oder auch beides! Ich meine, ich habe ein Auto und einen Führerschein. Das sollte ich nutzen. Und bitte, macht euch nicht die Mühe, mir rechtzeitig Bescheid zu sagen. Ich kann jederzeit alles stehen und liegen lassen - selbst meine Arbeit - und euch abholen. Ich weiß, wie wertvoll eure Zeit ist. Braucht ihr Geld fürs Kino? Hier ist es.

Und an meine Kleine: Wenn dir danach ist, gehen wir ins Schwimmbad. Bevor wir uns auf dem Weg machen, kannst du rumzetern, während ich dich mit Sonnenschutz einreibe. Halte dich nicht zurück. Sei du selbst. Lass deinen Gefühlen freien Lauf. Es ist kalt, stimmt's? Ich stehe drauf, wenn du mir langsam unter den Fingern wegrutschst, während ich dich eincreme. Das ist eine großartige Dehnübung für Arme und Beine. Es ist lieb, dass du auch an meine Bedürfnisse denkst.

Eins zu den Schwimmbrillen. Ich kümmere mich darum. Macht euch nicht die Mühe, zu wissen, wo eure sind. Ich habe es mir diesen Sommer zur Aufgabe gemacht, stets zu wissen, wo eure Schwimmbrillen sind (im Auto ... linke Seite ... zwischen die Sitze geklemmt). Nachts schlafe ich mit euren Schwimmbrillen unter dem Kopfkissen. Man kann nicht zu vorsichtig sein. Wie würdet ihr ohne sie nur schwimmen?

Hier noch ein paar Gedanken zum Verhalten im Haushalt: Mit den Augen rollen? Ja! Ich liebe direktes Feedback zu meinen Ideen und Gedanken. Wie sonst soll ich wissen, ob ihr mit mir zufrieden seid oder nicht? Duschen? Optional. Ihr wisst schon, was das Beste ist. Ich füge mich. Einen Hut tragen? Niemals! Je mehr Sonne, desto besser. Hausarbeit? Lasst mich einfach wissen, wann es euch passt. Unkraut und Chaos laufen euch ja nicht davon.

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Eine letzte Sache noch ... Bitte tragt immer eure Kopfhörer, damit ihr nicht hört, wenn ich mit euch rede. Kommunikation ist völlig überbewertet. Eine kaum bekannte Tatsache über mich: Ich schreie mir liebend gern die Seele aus dem Leib, ohne je eine Antwort zu bekommen. Das ist sehr kathartisch. Schlagt es nach.

Nennt mich verrückt, aber wenn ihr euch brav an diese Regeln haltet, wird dieser Sommer wahrscheinlich ein großer Spaß für uns alle.

Oder, falls ihr Sarkasmus nicht versteht, werdet ihr wohl eh nicht bis Juli durchhalten. So oder so ...

Ich hab euch lieb.

- Eure Roboter-Mutter

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Dieser Blog erschien ursprünglich bei der Huffington Post USA und wurde von Franca Lavinia Meyerhöfer aus dem Englischen übersetzt.


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