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02/03/2015 10:56 CET | Aktualisiert 02/05/2015 07:12 CEST

Meine Vagina ist eine Riesensache

thinkstock

Geburt - Ich bin mir sicher, dass meine Vagina einmal pfirsichähnlich war. Wahrscheinlich bevor ich Kinder hatte - dem Moment in dem sich all mein Inneres nach Außen stülpte.

Ich kann mich noch lebhaft daran erinnern. Als ich mein erstes Kind bekam, lief, wie bei vielen Frauen, nicht alles nach Plan. Was ich damit meine? Nach den ersten 12 Stunden in den Wehen nahm ich meinen Geburtsplan und schleuderte ihn meinem Ehemann entgegen.

Nach 24 Stunden in den Wehen hatte ich alle Drogen, die das Krankenhaus zu bieten hatte, geschluckt und befand mich in einer Hello-Magazine-Halluzination mit bunten Gummibärchen. Ich fühlte praktisch überhaupt nichts mehr. Ich konnte mich nicht einmal mehr an meinen eigenen Namen erinnern.

Als es also Zeit war zu drücken, hatte ich nicht den leisesten Schimmer, was ich da eigentlich tat. Ich machte die richtigen Geräusche - glaube ich zumindest. Irgendwie muhend. Und ich hielt meinen Atem an bis mein Gesicht ganz rot wurde. Und ich versuchte unermüdlich, diesen beschissenen Alien in mir herauszupressen, indem ich mir, wie wir vermutlich alle, vorstellte, einen Stuhlgang in Melonen-Größe zu haben.

Meine Vagina stülpte sich nach außen

Scheinbar habe ich ein bisschen zu fest gepresst. Denn als Tween aus mir hinaus geschlittert kam, begleitete ihn ein Großteil meiner Vagina. Ich war zu high, um mich darum zu kümmern, zu beeindruckt von meinen Presskünsten auf Droge, um zu bemerken, dass ein Teil von mir soeben explodiert war.

Krankenschwestern kamen, um nach mir zu schauen, ich hörte ein Murmeln, dann spürte ich plötzlich eine Nadel und dann SO UNGLAUBLICHE SCHMERZEN (von denen ich, offen gesagt, genug für einen Tag hatte).

Und dann endlich Schlaf.

Am nächsten Tag kam EIN MANN um den Kampfplatz meines Unterleibs zu betrachten. Mit einer trockenen Stimme teilte er mir mit, dass alle meine Stiche gerissen waren.

„Was haben Sie da gemacht?", fragte er mich unfreundlich.

Ich sah ihn irritiert an. Was. Zur. Hölle. dachte er, hätte ich gemacht? Dass ich es mit meinem Ehemann getrieben hatte, nachdem ich ein 10 Pfund schweres Baby aus meiner Vagina gepresst hatte? Oder ich masturbiert hatte, weil ich nicht eine einzige Nacht ohne eine Form von sexueller Befriedigung durchstehen kann? Oder einfach nur meinen Urin SEHR GROB abgewischt hatte?

„Ist ja auch egal. Das wird von alleine heilen." Und dann im zweiten Gedanken: „Gegebenenfalls."

In diesem Moment meines Lebens war mir das alles herzlich egal. Mein Baby befand sich in spezieller Betreuung (war er von meiner Vagina bedrängt worden? Das werden wir wohl nie erfahren). Ich war froh, dass er am Leben war. Um ehrlich zu sein dachte ich eigentlich überhaupt nicht an meinen Schambereich.

Zeit verging und ich merkte, dass meine Vagina, obwohl sie ganz gut verheilte, nicht dieselbe... Form hatte wie früher. Meine Schamlippen, oder Fleisch-Gardinen (wie ein Freund sie zärtlich nannte), hingen so tief zwischen meinen Beinen, dass sie einen eigenen BH gebraucht hätten um an ihrem ursprünglichen Platz zu bleiben. Sie hochzukrempeln funktionierte eine Weile lang, zwangsläufig, bevor sie nach ein paar hundert Metern Gehen wieder herunterfielen und anfingen hin und her zu schwingen.

Eines Tages machte ich den Fehler, einen Spiegel zwischen meine Beine zu halten. Es war schockierend. Mein Unterleib war nicht wiederzuerkennen. Er sah aus, als hätte er sich in gehackte Leber verwandelt (mit extra Knorpeln).

So ungefähr schaut eine Vagina aus:

vagina explodiert 1

Und so sieht meine aus:

vagina explodiert 2

Ich untersuchte nie wieder meine Vagina

Als ich noch verheiratet war, war es nicht schlimm, einen zerstörten Unterleib zu haben. Mein Ehemann verstand, was passiert war - er ist dabei gewesen, um Himmels willen - deshalb konnte er niemals auch nur irgendeine Form von Ekel äußern - den er ohne Zweifel verspürte, aber gezwungen war, zu überspielen, außer es hätte ihn nicht gestört, niemals wieder Sex zu haben.

Aber was mache ich jetzt, wo ich Single bin? Wenn ich jetzt mit einem Typen ins Bett gehe, soll ich dann sagen, „Ähm... ein bisschen peinlich... aber magst du gehackte Leber?" Soll ich das Licht ausmachen und hoffen, dass er es nicht bemerkt? Oder soll ich es feiern und mit meinen Gardinen vor seinem Gesicht rumwedeln?

Ich weiß es nicht. Bisher zumindest stecke ich die hängenden Teile nach oben und hoffe das Beste.

Nachtrag: Übrigens, wenn Du besorgt bist, wie Deine Schamlippen aussehen, dann hat Women's Health Victoria eine wundervolle Website, die weiterhelfen kann: http://www.labialibrary.org.au/

Dieser Artikel erschien ursprünglich auf der Seite der Huffington Post USA und wurde von Teresa Högele aus dem Englischen übersetzt.


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