BLOG
11/12/2016 10:56 CET | Aktualisiert 12/12/2017 06:12 CET

Rente: Wo kommt die plötzliche Aufregung her?

dpa

In diesem Jahr haben wir die höchste Rentenerhöhung seit 23 Jahren. Gleichzeitig wird so heiß über die Rente diskutiert und der Eindruck vermittelt, bald leide das ganz Land an Altersarmut. Das ist seltsam. Denn wir stecken mittendrin in der großen Rentenreform.

Die Reform basiert auf drei Säulen. Diese sind: die gesetzliche Rente, die private Vorsorge, sowie die betriebliche Altersvorsorge. Es ist eine solide und gut durchdachte Reform.

Mehr zum Thema: Aus Hungerlöhnen können keine Luxusrenten entstehen

Zu ihr gehört die im Jahr 2002 unter Rot-Grün eingeführte Riester-Rente ebenso wie die schrittweise Steigerung das Renteneintrittsalters auf 67 Jahre - letzteres beschloss die Große Koalition im Jahr 2007, und dieses Ziel ist noch nicht erreicht. Und dies ganz bewusst: Denn die Rentenreform ist darauf ausgelegt, Belastungen über die Generationen hinweg gerecht zu verteilen. Dies erreichen wir mit Geduld, nicht mit leeren Versprechungen. Mit Realismus, nicht politischen Phrasen.

Bis 2030 ist die Untergrenze für das Rentenniveau festgeschrieben auf 43 Prozent. Diese Zahl beschreibt, wie hoch eine Standardrente im Verhältnis zum Durchschnittseinkommen der Erwerbstätigen im selben Jahr ist. Auch der Rentenbeitrag kann auf Grund der guten wirtschaftlichen Lage bis 2020 stabil bleiben. Der Bund gibt bereits 30 Prozent seines Haushaltes an die Rente, das sind 90 Milliarden Euro.

Wo ist die Grenze? Forderungen nach einer Erhöhung des Rentenniveaus sind in dieser Situation fehl am Platz. Doch die Sozialdemokraten und Gewerkschaften stellen sie. Natürlich wollen wir, dass die deutschen Rentner und Rentnerinnen zu den am besten versorgtesten gehören. Und natürlich versuchen wir laufend, den Weg dorthin zu optimieren.

Mehr zum Thema: Wir Jungen dürfen uns nicht eintrichtern lassen, wie unsere Rente aussehen soll

Doch Beitragserhöhungen oder Steuerzuschüsse könne nur in sehr begrenztem Umfang erhöht werden, wir müssen versuchen, die jüngere Generation weniger mit Sozialabgaben zu belasten. Das einzige Ventil, das taugt, ist die Lebensarbeitszeit. Und hier haben wir mit der aktuellen Einführung der Flexi-Rente bereits einen großen Schritt gemacht.

Drei Prozent der über 65-jährigen sind heute auf Grundsicherung angewiesen, die Rentenreform läuft; Kinder in Deutschland sind hingegen zu 16 Prozent, Alleinerziehende zu über 30 Prozent von Armut betroffen.

Die Prioritäten sollten in diesem Fall eigentlich klar sein.

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2016-07-11-1468249306-1333267-umfrage.jpg

Hier geht es zur Umfrage.

Lesenswert:

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter blog@huffingtonpost.de.