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22/01/2017 13:49 CET | Aktualisiert 23/01/2018 06:12 CET

200 Jahre Fahrrad: Wie Mobilität den Kreislauf der Armut durchbrechen kann

Vor 200 Jahren erfand Karl Freiherr von Drais in Mannheim das erste Fahrrad. 1817 schreibt die Geburtsstunde einer nie zuvor dagewesenen Mobilität aus eigener Kraft. Das Fahrrad schenkt den Menschen Freiheiten - das hat sich bis heute nicht geändert. Ob wir zur Arbeit radeln, Berge erklimmen oder Kilometer reißen: Freiheit pur - auch wenn wir sie oft als selbstverständlich nehmen.

In ländlichen Regionen Afrikas sieht das anders aus. Die eigenen Füße sind für die meisten Menschen nach wie vor die einzige Form der Fortbewegung. Hier kann ein einfaches Fahrrad vieles verändern. Vor 200 Jahren war es die Erfindung des Fahrrads, die Menschen mobiler machte und ihnen seither ermöglicht, Distanzen zu überbrücken und Waren zu transportieren - und damit lang wesentliche gesellschaftliche Entwicklungen mitprägte.

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Sambia: Für ihren 9 Kilometer langen Schulweg brauchte Ethel bisher zwei Stunden pro Weg - mit dem Buffalo-Rad ist sie schneller und pünktlich da.

Foto: World Bicycle Relief

Die internationale Hilfsorganisation World Bicycle Relief hat das Ziel, Millionen von Menschen mit Fahrrädern mobil zu machen und ihnen Freiheit, Unabhängigkeit und Entwicklungsmöglichkeiten zu schenken. Dort, wo es am meisten benötigt wird.

#YearoftheBicycle

2017! Wir wollen dieses besondere Jahr des Fahrrads mit Euch feiern! In den vergangen 200 Jahren wurde das Fahrrad stetig weiterentwickelt - heute ist es Sportgerät, Massenverkehrsmittel und Lifestyleobjekt und wurde zum erfolgreichsten Fortbewegungsmittel aller Zeiten. Kein anderes Gefährt ist krisentauglicher.

Das Potenzial des Fahrrads ist einzigartig - damals wie heute und auch in Zukunft! Mit einem Fahrrad sind wir schnell, vergrößern unseren Aktionsradius und können unsere Kinder oder Lasten transportieren. Fahrräder sind relativ günstig, benötigen kaum Platz, stoßen keine Abgase aus, verbessern unsere Gesundheit und machen Menschen unabhängiger.

Mehr zum Thema: Auf zwei Rädern entspannt in die Zukunft

Unser Ziel bei World Bicycle Relief ist es, in den nächsten zehn Jahren Millionen von langlebigen Fahrrädern für Menschen in Entwicklungsregionen bereit zu stellen. Kinder sollen mit Rädern zur Schule fahren, Gesundheitspflegepersonal Menschen schneller und besser erreichen und KleinstunternehmerInnen ihre Waren transportieren können.

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Um das zu erreichen, sprechen wir mit den Menschen vor Ort. Basierend auf ihren Bedürfnissen haben wir ein robustes und lastentaugliches Fahrrad entwickelt, das Buffalo-Rad. Diese werden vor Ort montiert und beispielsweise über "study-to-own"-Programme an Schülerinnen und Schülern vergeben: Um ein Rad zu bekommen, verpflichten sich die Jugendlichen, ihre Schullaufbahn vollständig abzuschließen.

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Eine Familie in Sambia unterwegs auf dem Buffalo-Rad.

Foto: World Bicycle Relief

Bis heute haben wir 330.000 Buffalo-Fahrräder auf den Weg gebracht. Das macht Mut und motiviert uns zu ehrgeizigen Ziele. Wir sind fest davon überzeugt, dass Mobilität den Kreislauf von Armut durchbrechen kann. Individuelle Mobilität gibt Menschen Unabhängigkeit, Zugang zum gesellschaftlichen Leben und die Chance, etwas Neues aufzubauen. Wir wollen Millionen von Menschen in Entwicklungsländern in eine bessere Zukunft radeln sehen.

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