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23/06/2014 12:15 CEST | Aktualisiert 23/08/2014 07:12 CEST

18 Monate im Zeitraffer: So wächst mein Haar nach der Chemotherapie - und mit ihm meine Hoffnung

Vergangene Woche habe ich geträumt, dass mein Haar in Büscheln ausfällt. Ich weinte vor Erleichterung, als ich aufwachte und merkte: Es sitzt noch immer fest auf meinem Kopf. Es ist das erste Mal, dass ich so einen Traum hatte, seit ich mein Haar vor zwei Jahren durch eine Chemotherapie verlor.

Screenshot YouTube

Vergangene Woche habe ich geträumt, dass mein Haar in Büscheln ausfällt. Ich weinte vor Erleichterung, als ich aufwachte und merkte: Es sitzt noch immer fest auf meinem Kopf.

Es ist das erste Mal, dass ich so einen Traum hatte, seit ich mein Haar vor zwei Jahren durch eine Chemotherapie verlor. Ein Beweis, dass die Angst nie ganz verschwindet. Sogar jetzt, wo mein Haar fast wieder zu dem Pixie-Schnitt gewachsen ist, den ich vor der Chemo hatte, denke ich dauernd, dass es wieder ausfallen könnte und prüfe ständig mit den Fingern, ob es noch da ist.

Die vergangenen 18 Monate habe ich mich fast jeden Tag mit einer App fotografiert, um das Wachstum meiner Haare festzuhalten. Ich fing damit an, drei Monate, nachdem ich die Chemo beendet hatte. Darum sehe ich auf den ersten Bildern aus wie ein flaumiges Küken.

Ich trage auf den Fotos kein Makeup, damit man das Wachstum meiner Augenbrauen und Wimpern sieht. Es ist also ein ganzes Jahr voller Selfies ohne Schminke, wenn ihr so wollt.

Ich habe ein kleines Vermögen ausgegeben für Produkte, die Haare und Augenbrauen schneller wachsen lassen sollen. Aber ich kann ehrlich sagen: Das einzige, das einen Effekt hatte, war - wie bei den meisten Dingen im Leben - die Zeit. Die leicht kahle Stelle auf meinem Kopf geht vielleicht nie wieder weg, aber ich bin zufrieden mit dem, was ich habe.

Diese Woche ist es genau zwei Jahre her, dass ich die Diagnose bekam und ich könnte nicht glücklicher sein, dass ich noch lebe. Ich werde für den Rest meines Lebens regelmäßig zu Untersuchungen ins Krankenhaus gehen müssen.

Und ich werde nicht die offizielle Entwarnung bekommen, die es nach zwei Jahren ohne Rückfall gibt, bevor ich Ende des Jahres einen MRI-Scan machen lasse. Aber im Moment fühle ich mich großartig. Und wenn alles, worüber ich mir Sorgen machen muss, mein Haar ist, dann bin ich wirklich sehr glücklich.

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