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22/01/2017 06:06 CET | Aktualisiert 23/01/2018 06:12 CET

"Das klingt nach Kindergarten" - dieser Politiker erklärt, warum Trump mit seiner Twitter-Politik scheitern wird

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  • Donald Trump wird das Agenda-Setting dank Twitter leicht gemacht
  • Twitter ist effektiv, ersetzt aber niemals die Wirkung konkreter Politik
  • Gerade im ländlichen Raum zählt die persönliche Präsenz mehr als Hashtags

Twitter ist der perfekte Kommunikationskanal für Donald Trump. Trump denkt und kommuniziert in Überschriften. In Schwarz und Weiß. In Gut und Böse. In Freund und Feind. Alles was er vertritt ist "great". Jeder der sich kritisch äußert, ist "sad" oder "overrated".

Das klingt nach Kindergarten, ist aber kommunikativ extrem wirkungsvoll. Die Medien gehen dankbar darauf ein. Jeder frühmorgendliche Tweet wird das Top-Thema des Tages. Leichter kann Agenda-Setting nicht sein. Zumal er so in den Medien präsent ist, ohne sich unbequemen Fragen stellen zu müssen.

Irgendwann zählt das Ergebnis und nicht die Botschaft auf Twitter

Jede Politik, jedes Thema lässt sich auf 140 Zeichen verkürzen. Das ist kein Hexenwerk. Die Erkenntnis, dass sich Politik viel mehr Mühe geben muss Dinge so zu kommunizieren, dass sie verstanden werden, ist auch nicht neu. Aber das ersetzt niemals die Wirkung der konkreten Politik.

Wenn Trumps Gesundheitsreform dazu führt, dass jemand sich ganz real keine Gesundheitsversorgung mehr leisten kann, interessiert ihn Trumps Botschaft auf Twitter ganz sicher nicht.

Mehr zum Thema: Trumps Antrittsrede: 11 Aussagen, die so falsch sind, dass sie Twitter-Nutzer auf die Palme bringen

Wenn Waren auf einmal für jeden teurer werden, weil Trump den Markt einschränkt, dann hilft auch kein #MAGA („Make America Great Again"). Insofern wird sich auch hier etwas ändern wenn Trump erstmals konkret Verantwortung für sein politisches Handeln übernehmen muss.

Die Devise: Je größer der Tabubruch, umso besser

Auch in Deutschland gelingt es Politikern immer wieder, mit meist provokativen Tweets die Aufmerksamkeit von Journalisten zu bekommen. Die Regel ist dabei klar: Je größer der Tabubruch, umso größer die Aufmerksamkeit. Eine durchsichtige Inszenierung. Die Reichweite und damit die Wirkung von Twitter ist hier allerdings nicht mit der USA zu vergleichen.

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In meinem Wahlkreis in der Lüneburger Heide wohnen 140.000 Wähler. Twitter nutzt dort im Gegensatz zu Facebook kaum jemand. Ohnehin erleben wir gerade hier im ländlichen Raum, dass andere Dinge zählen. Persönliche Präsenz, glaubwürdige Arbeit, konkrete Verbesserungen für das eigene Lebensumfeld. Hashtags können das nicht ersetzen.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf XING Klartext.

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