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30/06/2015 12:58 CEST | Aktualisiert 30/06/2016 07:12 CEST

Das ist der beste Pflanzendünger

Um 11000 v.Chr. begannen die Menschen in der Region östlich des Mittelmeeres bis Mesopotamien mit dem Ackerbau, sammelten ihre Erfahrungen und Kenntnisse und trugen diese zwischen 7000 bis 4000 v.Chr. über die Handelsrouten nach Europa.

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Urin fördert Pflanzenwachstum

Düngemittel in der Land- und Forstwirtschaft und im Gartenbau

Ein Blick in die Geschichte

Um 11000 v.Chr. begannen die Menschen in der Region östlich des Mittelmeeres bis Mesopotamien mit dem Ackerbau, sammelten ihre Erfahrungen und Kenntnisse und trugen diese zwischen 7000 bis 4000 v.Chr. über die Handelsrouten nach Europa. Europa wurde damals von Jägern und Sammlern bewohnt, die von dem lebten, was die Natur hergab. Nachweislich ist, dass in der minoischen Zeit um 3100 v.Chr. die Felder mit tierischen und menschlichen Fäkalien bestreut wurden, um den Ernteertrag zu steigern. Römer und Kelten nutzen zum Düngen kohlensäurehaltigen Kalk und Mergel.

Das Stickstoff, Phosphat und Kalium das Pflanzenwachstum fördertn, wies Chemiker Justus von Liebig 1840 nach. Es kam zum Einsatz von Guano, das sich in den Exkrementen von Seevögeln bildet.

Chemiker Fritz Haber entdeckte, zu Beginn des 20. Jahrhunderts, mit der katalytischen Ammoniak-Synthese die Grundlage dafür Kunstdünger herzustellen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es in der Landwirtschaft und im Gartenbau zu hoher Verwendung von Kunstdünger. Ende des 20. Jahrhunderts wurden ökologische Schäden durch den Einsatz von Kunstdünger sichtbar. In Deutschland fand ein Umdenken statt und der Einsatz von mineralischem Dünger wurde reduziert.

Wegen zunehmendem Wohlstand, erhöhtem Fleischkonsum und rasant wachsender Weltbevölkerung werden heute zunehmend Düngemittel in der Landwirtschaft - hier besonders in der industriellen Landwirtschaft - eingesetzt. Alternativen zum Kunstdünger werden erforscht, getestet und zunehmend erfolgreich eingesetzt. Eine Alternative stellt der menschliche Urin dar.

Urin ist ein phosphor- und stickstoffreicher Dünger

Eine der höchsten Konzentrationen von Phosphor wurde im menschlichen Urin nachgewiesen. Damit bilden die menschliche Ausscheidungen eine gesicherte Phosphorquelle für die Düngermittelproduktion der Zukunft. Die natürlichen Phosphorreserven werden in ca. 50 Jahren erschöpft sein, so lautet die Meinung von Experten. Neben dem Phosphor bietet Urin reichhaltig Stickstoff und Kalilum. Alle drei Stoffe bilden die Basis für Düngemittel.

Das Reinigen des menschlichen Urins von Arzneimittelresten und Krankheitserregern stellt heute kein Problem mehr dar. Das Sammeln des Urin geschieht in sog. Öko-Toiletten. Dort wird der Urin aufbewahrt, abgekühlt und getestet. Grundsätzlich gilt, dass der menschliche Urin im Normalzustand keine krankmachenden Erreger enthält.

Mit Urin den natürlichen Kreislauf bedienen

Das Urin ekelig sein soll, ist wohl eher anerzogen. Seit Urzeiten wird Urin als Heil-, Wund- Reinigungs- und Färbemittel erfolgreich verwendet. In der Alternativ- bzw. Naturheilmedizin werden Eigenurintherapien durch Trinken, Einreiben und Betupfen durchgeführt. Im Sexuellen Bereich gehört Urin zu den Natursektspielen. In der Medizin gibt Urin Auskunft über den gesundheitlichen Zustand, möglichen Krankheitserregern und körperlichem Ungleichgewicht. In der Landwirtschaft und im Gartenbau wird organischer Dünger (Ausscheidungen von Tieren) in Form von Mist, Jauche und Gülle auf die Nutzflächen gebracht.

Informationen erleichtern gesellschaftliches Umdenken

In der heutigen Gesellschaft ist das Zuführen von Chemie durch Tabletten, Dusch-Gel, Badezusätze, Plastik etc. allgemein anerkannt. Mögliche schädliche Folgen für Natur, Tier und Mensch werden verdrängt oder als "nicht zu ändern" hingenommen.

Mit dem Zurückführen von Urin in den natürlichen Kreislauf wird der Natur zurückgegeben, was aus der Natur kommt. Urin als Düngemittel ist preisgünstig, steht überall kostenlos zur Verfügung und beendet Profitgier und Rumfuscherei bei der Düngermittelproduktion.

Im Kopf anfangen und auf dem Acker weiterführen

Nachweislich steigert sich der Ertrag von Pflanzen durch das Düngen mit Urin um das Vierfache. Besonders effektiv ist in diesem Zusammenhang die Tomatenpflanze zu nennen. Tomaten kommen weltweit vor, sind einfach zu züchten und haben bei richtiger Pflege gesicherte Erträge.

Beim Auftragen des Urin ist auf eine Mischung von ein Teil Urin und zehn Teile Wasser zu achten. In diesem Mischverhältnis dosiert der Urin-Dünger die Pflanzen optimal, es kommt zu keiner Überdüngung und weder zum Stinken noch zu unangenehmen Gerüchen. Damit alle Bakterien, Keime und Erreger im Urin tatsächlich abgestorben sind, sollte der Urin sechs Monate kühl (bis zu 7 Grad) keimfrei gelagert werden.

Wer den Urin nicht gleich auf Nutzpflanzen auftragen möchte, kann es zunächst mit Zierpflanzen versuchen. Ein Blick in das Urinforschungszentrum, auf seriöse Internetseiten und in die Geschichte von Ackerbau mit Düngemittel dient dazu Unsicherheit und Unwissen zu überbrücken. Eine Umfrage in der Schweiz ergab, dass zwei Drittel der Befragten kein Problem damit haben, auf mit Urin gedüngtem Gemüse zurückzugreifen.

Test beweisen eine hohe Qualität durch Urin-Düngung

Durch das Düngen mit Urin werden die Abwässer entlastet, chemische Risiken minimiert und das ökologische Gleichgewicht nachhaltig gefördert. Geschmackstest haben gezeigt, dass alle Tomaten gleich gut schmecken. Unterschiede sind zwischen urin- und urin-asche-gedüngten Tomaten bemerkbar, beeinflussen allerdings nicht die geschmackliche Qualität. Auffallend ist, dass uringedüngte Tomaten nicht mit Keimen belastet sind. Beim Auftragen des Urins ist darauf zu achten, dass nur um die Pflanzen gesprüht wird, da es sonst zu einer Ammoniakverbrennung kommen könnte.


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